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Neue Kreativ-Jobs

D

erzeit treiben die Kreativbranche

vor allem zwei Schlagwörter um:

„Mobile First“ und „Content Mar-

keting“. Bei beidem handelt es sich um

Trends, die erst durch die Digitalisierung

der Unternehmenskommunikation mög-

lich wurden. In den vergangenen Jahren

hat diese Entwicklung zahlreiche Agen-

turspezialisierungen hervorgebracht und

auch dazu geführt, dass die Jobprofile in

Agenturen einem ständigen Wandel un-

terworfen sind.

„Mit der Digitalisierung sind sehr

viele neue Berufsbilder in der Kreativ-

branche entstanden, die von Agenturen

und Unternehmen jetzt auf ganz unter-

schiedliche Weise mit Leben gefüllt wer-

den“, erzählt Gabriele Günder, die Chef-

redakteurin von „PAGE“, dem Sprachrohr

der Branche.

So suchen viele Agenturen vermehrt

Programmierer und Datenanalysten. Und

auch die Bereiche Beratung und Design

haben sich grundlegend verändert. „Be-

rufseinsteigern wie Profis fällt die Orien-

tierung schwer angesichts der Buzzword-

gespickten Stellenausschreibungen für

UX Designer, Digital Designer oder Inter-

action Designer“, so Günder.

Auch Prof. Uwe Stoklossa, Leiter des

Studiengangs Medien- und Kommunika-

tionsdesign an der Hochschule Macrome-

dia, kennt die Situation der Studenten.

„Die beruflichen Möglichkeiten für De-

signer und Kommunikationsspezialisten

sind in den letzten Jahren deutlich viel-

fältiger, aber auch unübersichtlicher ge-

worden“, berichtet er.

Des Weiteren hat sich der Stellenwert

des Designs verändert. „Design wird heute

zu Recht als wichtiger Bestandteil strate-

gischer Prozesse wahrgenommen“, sagt

Stoklossa. „Es ist damit eben nicht der

letzte Schritt am Ende einer Prozesskette,

der etwas Fertiges nett verpackt oder kom-

muniziert. Es setzt schon viel früher an.“

Aufgrund der Komplexität digitaler

Kanäle müssen Agenturmitarbeiter zu-

ILLUSTRATION: GUTENTAG-HAMBURG.DE

HAMBURGER WIRTSCHAFT 05 / 17

IM FOKUS

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DIGITALE WIRTSCHAFT

dem über fundierte technische und stra-

tegische Kenntnisse verfügen sowie über

die Fähigkeit, Kunden präzise beraten zu

können. „Die komplexe, vernetzte Welt

braucht eine Herangehensweise, die mit

dem Silo-Denken der vergangenen Jahr-

zehnte nicht vereinbar ist“, betont Burk-

hard Müller, Executive Creative Director

bei deepblue networks. „Bei uns im Team

erarbeiten alle Gewerke gemeinsam Kon-

zepte und sind gleichermaßen für den ge-

samten Projekterfolg verantwortlich.“

Deepblue networks ist eine der rund

2000 Design-, Digital-, Werbe-, PR- und

Mediaagenturen in Hamburg, die rund

13000 Beschäftigte haben. Bei der Suche

nach Nachwuchskräften steht für Müller

das Denken aus der Kundenperspektive

im Vordergrund: „Ob Website, Onlineshop

oder App – digitale Anwendungen sind

heute der wichtigste Kanal für Unterneh-

men. Die Interaktion zwischen dem Men-

schen und der Anwendung ist eine be-

deutende Stellschraube in der Kunden-

In Agenturen sind durch die Digitalisierung neue Jobprofile entstanden.

Gesucht werden unter anderem UX Designer und Interaction Designer.