DIGITALE WIRTSCHAFT
HAMBURGER WIRTSCHAFT 05 / 17
IM FOKUS
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netzt werden und Daten untereinander
austauschen. Neben dem intelligenten
Parken werden dabei die Handlungsfel-
der intelligente Infrastruktur, intelligente
Verkehrssteuerung und -lenkung sowie
intelligente Fahrzeuge betrachtet.
Zu den Modellprojekten zählt unter
anderem auch die intelligente Baustel-
lenkoordination, mit der Baustellen opti-
mal aufeinander abgestimmt und nega-
tive Auswirkungen auf den Stadtverkehr
minimiert werden sollen. Und im Projekt
„Green4TransPORT“ werden die Ampeln,
Brücken und Bahnübergänge im Hafen-
gebiet so ausgerüstet, dass sie mit Lkw
und Schiffen kommunizieren können.
Dabei wird erprobt, wie der Verkehrsfluss
verbessert und Emissionen gesenkt wer-
den können.
Mit den zahlreichen Projekten, die
im Rahmen der ITS-Strategie umgesetzt
werden, rechnet sich die Stadt gute Chan-
cen aus, im Oktober 2021 den ITS-Welt-
kongress ausrichten zu dürfen. Der Leit-
kongress für digitale Verkehrssteuerung
mit über 10000 Teilnehmern findet alle
drei Jahre im Wechsel mit Amerika und
Asien in Europa statt. Gemeinsam mit
dem Bundesministerium für Verkehr und
digitale Infrastruktur hat Hamburg im
März die Bewerbung eingereicht. Im Ok-
tober wird entschieden, welche Stadt sich
als Ausrichter als Modellstadt für intel-
ligente Mobilität präsentieren darf.
zeitig sehen, wie viele Parkplätze im Ziel-
gebiet belegt sind und jeder kann für sich
entscheiden, ob es daher sinnvoller wäre,
auf andere Verkehrsmittel umzusteigen.
„Das Fahren in überlastete Zielge-
biete kann so nachhaltig vermieden wer-
den, die Verkehrssicherheit wird zusätz-
lich erhöht und jeder Autofahrer kann
seinen praktischen Beitrag zur Reduzie-
rung der Luftbelastung in den Städten
leisten“, so Dr. Jörg Oltrogge, Geschäfts-
führer des Landesbetriebs Verkehr, der
das Projekt auf Seiten der Stadt begleitet.
Außerdem sollen die Informationen zur
Auslastung des Parkraums nicht nur Au-
tofahrern, sondern auch den Parkraum-
anbietern und Dienstleistern zugänglich
gemacht werden und so neue digitale Ge-
schäftsmodelle ermöglichen.
Das intelligente Parken ist allerdings
nur eines der Projekte, mit denen die
Hansestadt ihre Vorreiterrolle beim Ein-
satz Intelligenter Transportsysteme (ITS)
stärken will. Bereits 2014 hatte die Han-
delskammer in einem Standpunktepa-
pier gefordert, Hamburg als Modellstand-
ort für Fahrzeugvernetzung zu etablieren
sowie die Technologieführerschaft der
Stadt und zahlreicher hier ansässigen Fir-
men auf diesem Gebiet auszubauen.
Mit der ITS-Strategie „Verkehr 4.0“,
die der Senat im April 2016 vorgestellt
hat, soll der Verkehr in der Metropole mit-
hilfe von Partnern aus Wirtschaft und
Wissenschaft verlässlicher, sicherer, effi-
zienter und umweltfreundlicher werden.
Im Rahmen der ITS-Strategie sollen Fahr-
zeuge, Infrastruktur und Menschen ver-
Christoph Färber
christoph.faerber@hk24.deTelefon 36138-358
ILLUSTRATION: GUTENTAG-HAMBURG.DE
Informationen
Das Mittelstand 4.0-Kompetenz-
zentrum Hamburg
Fahrerlose Gabelstapler bewegen
Waren wie von Geisterhand durch
die Regalreihen im Lager. Und Werk-
stücke teilen den einzelnen Stationen
in der Produktion mithilfe eines RFID-
Chips selbst mit, wie sie bearbeitet
werden sollen. Mit RFID-Chips kann
aber auch die gesamte Wertschöp-
fungskette überwacht werden. Auf
diese Weise lässt sich beispielsweise
in der Bekleidungsindustrie jeder
Schritt von der Produktion bis in den
Handel nachvollziehen.
All das sind Beispiele für die Digita-
lisierung in der Logistik. Das Mittel-
stand 4.0-Kompetenzzentrum Ham-
burg befasst sich schwerpunktmäßig
mit diesen Prozessen. Es ist eines
von aktuell elf Kompetenzzentren in
Deutschland. Sie sind Teil der Förder-
initiative „Mittelstand 4.0 – Digitale
Produktions- und Arbeitsprozesse“,
die das Bundeswirtschaftsministerium
im Rahmen des Förderschwerpunkts
„Mittelstand-Digital – Strategien zur
digitalen Transformation der Unterneh
-
mensprozesse“ unterstützt.
Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzen-
trum Hamburg richtet sich insbeson-
dere an kleine und mittlere Unter-
nehmen in der Metropolregion und
unterstützt diese bei der Digitalisie-
rung von Prozessen und Produkten.
Projektpartner sind zudem die Tech-
nische Universität Hamburg, die
Helmut-Schmidt-Universität, die Hoch-
schule für Angewandte Wissenschaf-
ten Hamburg und die Handwerks-
kammer. Weitere Informationen finden
Sie unter
www.kompetenzzentrum- hamburg.digital




