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kann die Textilindustrie das nicht. „Wir pla-

nen im Winter die übernächste Sommer-

kollektion und im Sommer die übernächs-

te Winterkollektion“, erzählt Lisa Dralle,

Head of Design der Why Not Textilhandels

GmbH. Ist der Sommer dann aber kälter

oder der Winter wärmer als viele Monate

vorher gedacht, sind Bekleidungsherstel-

ler nahezu machtlos.

Die Auswirkungen des Wetters merkt

man bei Why Not vor allem an den Nach­

bestellungen der Einzelhändler und damit

am Ende der Saison an den Produktions-

überschüssen imLager. „Zu viel Ware kann

eingelagert werden, womit Zusatzkosten

entstehen, die nicht einkalkuliert waren“,

erklärt Dralle. „Eine wirtschaftlichere Lö-

sung ist der Verkauf an Sale-Unternehmen

oder die neue Platzierung der Produkte.“

Anders als die bisher genannten Bran-

chen nutzt die Versicherungswirtschaft vor

allemWetterrückblicke – und zwar wenn es

um die Schadensregulierung geht. Schlägt

in einem Stadtteil das Wetter extrem um,

merkt man das bei der Hamburger Feuer-

kasse Versicherungs-AG sofort. Dann kom-

men nämlich vermehrt Kundenanfragen.

„Wir spüren eine klare Zunahme der

Unwetterschäden“, klagt Torsten Schönhof.

Als Leiter der Abteilung Leistung verant-

wortet er bei der Feuerkasse die Schadens-

regulierung. „Letztes Jahr hatten wir in

Hamburg mit Elon, Felix, Mike, Niklas und

Zoran gleich fünf schwere Unwetter zu

überstehen.“ Die Bilanz: Mehr als 10000

HAMBURGER WIRTSCHAFT 04 / 16 

TITEL

15

Diana Mühlberg / Ann-Katrin Raudszus /

Simone Ruschmann

diana.muehlberg@hk24.de

Telefon 36138-306

TORSTEN SCHÖNHOF

Leiter der Abteilung Leistung bei

der Hamburger Feuerkasse

„Wetterschäden

sind meist Massen­

schäden, die sich

auf die Mitarbeiter­

auslastung, die

Erreichbarkeit und

das Servicelevel

auswirken“

Schädenmit einer Gesamtschadenssumme

von 12,5 Millionen Euro.

Über das Katastrophenwarnsystem

„Katwarn“, das die Stadt eingeführt hat,

können sich Bürger postleitzahlengenau

per SMS oder E-Mail informieren lassen.

„Dieses Frühwarnsystem schlägt nicht nur

Alarm bei Gefahren wie starker Rauchent-

wicklung bei Großbränden und Hochwas-

ser. Inzwischen warnt es auch bei aufzie-

henden Stürmen“, erklärt Schönhof.

Zudem betont er, dass „Wetterschä-

den für Firmenmeist Massenschäden sind,

die sich auf die Mitarbeiterauslastung, die

Erreichbarkeit und das Servicelevel auswir-

ken. Mit eigens angefertigten Massenereig-

nisplänen versuchen wir jedes denkbare

Szenario bestmöglich zu händeln.“

Ob Eisverkäufer, Reeder, Einzelhänd-

ler, Bauunternehmer oder Winterdienst:

Der Erfolg nahezu aller Unternehmen ist

immer auch abhängig vomWetter. Gerade

im April ist es – so ein bekanntes Sprich-

wort – schwer zu prognostizieren. Ändern

lässt es sich sowieso nie. Die Bilanzen wird

es aber auch künftig beeinflussen. Doch

man kannmithilfe von Vorhersagen zumin-

dest den Mitarbeitereinsatz, die Produk-

tion oder Fahrtrouten so planen, dass sich

finanzielle Schäden in Grenzen halten.

Eidelstedt

Fuhlsbüttel

Poppenbüttel

Rahlstedt

Wandsbek

St. Pauli

Wilhelmsburg

Harburg

Neugraben

Bergedorf

Kirchwerder

Im Osten ist es am trockensten

Wer im Norden Hamburgs wohnt,

hat – was den Niederschlag angeht

– Pech gehabt. Denn rund um Pop-

penbüttel und Rahlstedt fallen pro

Jahr im Schnitt bis zu 200 Millimeter

mehr Regen und Schnee als im Os-

ten oder Westen der Stadt. Beson-

ders trocken ist es in Kirchwerder.

Niederschläge