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stoffe und Subunternehmer, die Überarbei-

tung der Räum- und Streupläne und die

Wartung der Fahrzeuge.“ Doch dabei stößt

Naß immer wieder an Grenzen. Technisch

ist es ja leider nicht möglich, Wettervorher-

sagen für ein Jahr zu tätigen, beklagt er.

Um im Winter die kurzfristige Rufbe-

reitschaft wirtschaftlich planen zu können,

greift die Stadtreinigung auf Daten der

MeteoGroup, des Deutschen Wetterdiensts

und von neun eigenen Glättemeldeanla-

gen zurück. Und trotzdem ist das mit der

Planung so eine Sache: Sobald die Sonne

kommt, kann es Glatteis geben, wo viel Per-

sonal gebraucht wird. Es kann aber auch

tauen und dann sind weniger Einsätze nö-

tig. „Eisregen ist sehr undankbar“, sagt Kai

Lorenz, Inhaber von Lorenz Winterdienst

& Gartenbau. „Dann sind die Streufahrzeu-

ge die Ersten und hoffentlich Einzigen, die

über das Glatteis schlittern müssen.“

Egal ob Privatanbieter oder die Stadt-

reinigung – beide wissen: Selbst die beste

Planung kann einen Schneesturm nicht

ungeschehen machen. „Plötzliche Wetter-

ereignisse, besonders wenn sie während

der morgendlichen Rushhour auftreten,

führen unvermeidlich zu zeitlichen Verzö-

gerungen bei der Bearbeitung der Straßen

– zumUnmut vieler Autofahrer und Passan-

ten. Aber manchmal stehen eben auch wir

im Stau“, entschuldigt sich Thomas Naß.

Während Winterdienste tagesaktuell,

manchmal stündlich reagieren müssen,

FOTOS: ANNEGRET HULTSCH; GRAFIKEN: DEUTSCHER WETTERDIENST

HAMBURGER WIRTSCHAFT 04 / 16 

TITEL

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sich Wetterprognosen auf die Arbeit aus-

wirken: „Die von uns verwendete Software

aktualisiert die Vorhersagen täglich. Mit-

unter ändert sich der Kurs unserer Schiffe

daher auch während der Fahrt.“ Die Crew

beginnt ihre Routenplanung im Idealfall

zwei Tage vor dem Auslaufen. „Dennoch“,

so Felbinger, „kann es sein, dass ein Schiff

erst einen Tag später ausläuft als geplant,

weil gerade ein starkes Tiefdruckgebiet die

Fahrt erschweren und gefährden würde.“

Im Hochbau dagegen fürchtet man

vor allem kalte, harte Winter, da die Arbeit

dann niedergelegt werdenmuss. „Ich habe

zwei Wetterdienst-Apps und teile danach

meine Arbeiter ein“, erzählt Réne Fraatz.

Er führt das Bauunternehmen E.W. Fraatz

GmbH & Co. KG. „Wir planen immer acht

Stunden im Voraus und die sind im Nach-

hinein schlecht zu kappen“, sagt Fraatz.

Denn das hätte Geldeinbußen zur Folge.

Während die Arbeit auf dem Bau bei

Minusgraden eingestellt werden muss, be-

ginnt sie für den Winterdienst erst richtig.

Denn dann muss gestreut werden. Laut

Verband der Kali- und Salzindustrie landen

jedenWinter im Schnitt 1,6 Millionen Ton-

nen Salz auf deutschen Straßen.

Für Thomas Naß, den Winterdienst­

verantwortlichen bei der Stadtreinigung

Hamburg, gilt: Nach dem Winter ist vor

dem Winter. „Wir beginnen unsere Vorbe-

reitungen bereits im April“, sagt er. „Dazu

gehören die Ausschreibungen für Streu-

ROLAND FELBINGER

Nautiker bei der E.R. Schiffahrt

GmbH & Cie. KG

„Mitunter ändert

sich der Kurs

unserer Schiffe

aufgrund von

Vorhersagen

auch während

der Fahrt“

In St. Pauli ist es am wärmsten

Der Blick auf die jährlichen Durch-

schnittstemperaturen in Hamburg

zeigt: Am Stadtrand ist es im Schnitt

ein Grad kälter als in der Stadtmitte.

Vergleichsweise warm ist es dem-

nach in St. Pauli und Harburg sowie

auf den Elbinseln und in den Ufer-

gegenden im Westen der Stadt.

Temperatur

Eidelstedt

Fuhlsbüttel

Poppenbüttel

Rahlstedt

Wandsbek

St. Pauli

Wilhelmsburg

Harburg

Neugraben

Bergedorf

Kirchwerder