HAMBURGER WIRTSCHAFT 04 / 16
KARRIERE
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eutschlandweit wurden 2015 knapp
480000 Asylanträge gestellt. Mehr
als 13000 waren es laut Bundesamt
für Migration und Flüchtlinge in Hamburg.
Privatpersonen und Unternehmen engagie-
ren sich seit Monaten, um den Geflüchte-
ten das Ankommen in der Stadt zu erleich-
tern. Sie sammeln Spenden, dolmetschen,
unterstützen Erstaufnahmeeinrichtungen
oder helfen bei der Suche nach Arbeit.
„Als mittelständische Unternehmens-
gruppe sind wir wirtschaftlich und sozial in
der Verantwortung, Flüchtlinge in den Ar-
beitsmarkt zu integrieren“, sagt Angela Be-
cker, Niederlassungsleiterin und Prokuris-
tin bei der zu OTTO DÖRNER gehörenden
Hanse Sort & Services GmbH & Co. KG. „Wir
sehen den Chancen und auch den Proble-
men positiv entgegen.“
Im November organisierte die Handels-
kammer den ersten Marktplatz der Begeg-
nungen. Zu der Messe kamen über 500
Flüchtlinge und knapp 60 Unternehmen,
um Einstellungsoptionen zu besprechen.
Wege in den Arbeitsmarkt
Wie reagieren Handelskammer und Stadt auf den anhaltenden Flüchtlingsstrom? Mit zahlreichen
Maßnahmen zur Integration der Ankommenden in den Arbeitsmarkt und damit in die Gesellschaft.
Mit doppelt so vielen Besuchern fand im
Februar die zweite Messe statt. Zusätzlich
wurden ein Patenschaftsprogramm sowie
Info-Abende initiiert. Dr. Ole Schröder, par-
lamentarischer Staatssekretär im Bundes-
innenministerium, bemerkte dazu auf dem
351. Kammergeburtstag, dass schon viel er-
reicht sei, wenn es mehr solcher Aktivitäten
wie die der Handelskammer gebe.
Eingebunden sind der Marktplatz und
die Info-Abende in das Projekt „work and
integration for refugees“ (W.I.R), das die
Sozialbehörde mit dem Jobcenter und der
Agentur für Arbeit Hamburg, dem UV Nord
sowie der Handwerks- und Handelskam-
mer gestartet hat. W.I.R unterstützt seit
September Flüchtlinge mit guter Bleibeper-
spektive, um sie schnell in Arbeit und Aus-
bildung zu bringen. Der Unternehmensser-
vice von W.I.R, bei dem seit Mitte Februar
FOTO: PICTURE ALLIANCE
Sozialsenatorin Dr. Melanie Leonhard beob-
achtete beim Projekt „work and integration
for refugees“ ein Beratungsgespräch
W.I.R als Best-Practice-Beispiel
für andere Bundesländer
auch die Handelskammer mit zwei Mitar-
beitern vertreten ist, betreut interessierte
Betriebe und verwaltet Stellenangebote.
„Seit dem Start wurden rund 1100
Flüchtlinge aufgenommen und knapp 1000
berufsbezogene Beratungen durchgeführt“,
berichtet Hans Nauber aus der Stabsstelle
Arbeit und Migration in der Sozialbehörde.
Er beschreibt die Initiative als neuen Ansatz
der systematischen, rechtskreisübergrei-
fenden Zusammenarbeit von kommunaler
Flüchtlingshilfe und Arbeitsverwaltung so-
wie der Wirtschafts- und Sozialpartner.
„Wir denken, dass W.I.R nicht weniger als
ein Best-Practice-Beispiel für andere Bun-
desländer oder EU-Mitgliedstaaten sein
wird“, so Nauber optimistisch.
Ein weiteres Instrument zur Integra-
tion in den Arbeitsmarkt ist die dualisierte
Ausbildungsvorbereitung für Migranten
(AvM Dual), ein seit dem Schuljahr 2014 /
2015 erprobtes Programm des Hamburger
Instituts für Berufliche Bildung. Seit Fe
bruar ist es – unabhängig vom Aufenthalts-




