Erzählen Sie uns mehr über das ZAL.
Auf rund 26000 Quadratmetern wer-
den wir bis Mitte des Jahres etwa 600 Ar-
beitsplätze aus der gesamten Wertschöp-
fungskette der Branche zusammenziehen.
Nach unseren Plänen sollen die ersten im
ZAL entstandenen Produkte bis 2020 reif
für den Einsatz in der Luftfahrt sein. Ins-
gesamt sollen die Innovationszyklen durch
den Austausch zwischen den industriellen
Partnern verkürzt werden.
Ihr neues Gebäude ist von außen ein echter
Hingucker. Was aber wird den Unterneh-
men innen geboten?
Im TechCenter konzentrieren wir uns
auf sechs Felder, darunter die Flugzeug
kabinen, branchenübergreifende Brenn-
stoffzellenforschung oder neue Fertigungs-
methoden. Dafür stellen wir Testinfra-
strukturen zur Verfügung. Dazu gehören
eine turnhallengroße Akustikkammer zur
Erforschung von Rumpf- und Kabinen
geräuschen, ein Virtual-Reality-Raum und
ein Teststand für Flugzeugrümpfe. Letz
terer ist mit den Kabinenquerschnitten
aller modernen Verkehrsflugzeuge bis hin
zum A380 kompatibel. Der Teststand bie-
tet unter anderem die Möglichkeit, die
Neuanordnung von Kabinenelementen
Adrian Ulrich
adrian.ulrich@hk24.deTelefon 36138-381
HAMBURGER WIRTSCHAFT 04 / 16
TRENDS
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Roland Gerhards
(47) ist Diplom-
Ingenieur für Maschinenbau mit
dem Schwerpunkt Luft- und Raum-
fahrt. Zuletzt leitete er bei Airbus
den Bereich Rumpfentwicklung
des A330 / 340. Seit Mai 2012 ist er
Geschäftsführer des ZAL Zentrum
für Angewandte Luftfahrtforschung.
Dessen größte Anteilseigner sind
die Stadt Hamburg, Airbus und Luft-
hansa Technik, die je 20 Prozent
am ZAL halten.
oder effizientere Boarding- und Beladungs-
methoden zu erproben.
Profitieren nur Unternehmen aus der Luft-
fahrt vom ZAL TechCenter?
Im Gegenteil, auch wenn die Mieter
bisher vor allem luftfahrtnahe Firmen aller
Größen sind. Aber wir freuen uns, wenn
zumBeispiel der Virtual-Reality-Raum eine
Anlaufstelle für Kreative im Zusammen-
hang von 3-D-Anwendungen wird. Ich bin
davon überzeugt, dass unsere Infrastruk-
tur beispielsweise auch für Unternehmen
aus demGaming-Bereich spannend ist und
gerade der Austausch mit anderen Bran-
chen das Potenzial von Virtual Reality erst
sichtbar machen wird. Gleiches gilt für das
Fuel Cell Lab, in dem Unternehmen bran-
chenübergreifendWasserstoff- und Brenn-
stoffzellenforschung betreiben können.
Seit Jahresbeginn ist das TechCenter fer-
tig, am 7. März fand die Eröffnungsfeier
statt. Haben Sie weitere Veranstaltungen
geplant oder werden Sie sich nun voll und
ganz der Forschung widmen?
Ja und nein. Das ZAL soll auch weiter
ein Ort bleiben, der Interessierten bran-
chenübergreifend offensteht. Wir sind bei-
spielsweise der Gastgeber des Hamburg
Innovation Summit am 30. Mai, wo wir
1000 Teilnehmer erwarten. Danach wer-
den wir uns aber tatsächlich erst einmal
auf unsere eigentliche Bestimmung, die
Forschung, konzentrieren.
patents.hamburg patente | marken | designs SEEMANN & PARTNER Patentanwälte . Hamburg . Tel. 300 850 0 . www.patents.hamburgROLAND GERHARDS
Geschäftsführer des ZAL
„Gerade der Austausch mit anderen
Branchen wird das Potenzial von
Virtual Reality erst sichtbar machen“
Zur Person




