OKTOBER/NOVEMBER 2026
vante Niveau B1 hinaus begleiten, um die berufliche Integration imZielland zu gewährleisten. Attraktivität erhöhen Von internationalem Input profitieren innovative Branchen besonders. Bei einer Firma wie dem Ham- burger Spieleentwickler InnoGames stammen rund 30 Prozent der Belegschaft nicht aus Deutschland. Das Unternehmen erhöht seine Attraktivität für Fachkräfte aus dem Ausland ganz gezielt, indem es ein vielschichtiges „Relocation Support System“ an- bietet, also etwa beim Beantragen einer Arbeitser- laubnis sowie der Suche nach Wohnraum und Schu- len unterstützt. Große Unternehmen der Hamburger Schiff- und Luftfahrt setzen ebenso auf globales Know-how wie der Mittelstand, von der chemischen Industrie bis zur Medizintechnik. Internationale Ar- beitskräfte sind laut Handelskammer zudem stark nachgefragt in Branchenmit Schichtdienst sowie bei anstrengender körperlicher Tätigkeit. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Logistik und dem Gastgewerbe. „Die Hotelbranche ist in Deutschland auf ausländische Fachkräfte angewie- sen, da der inländische Arbeitsmarkt den Bedarf nicht decken kann“, erklärt Sophie Schonebeck, Se- nior Sales & Marketing Manager der 25hours Hotels in Hamburg. Wären die Teams nicht international rung des Fachkräftebedarfs. Und knapp 560 000 der rund 2,3 Millionen abhängig Beschäftigten der Re- gion werden in den kommenden Jahren in Rente ge- hen: Das Gewinnen weiterer Fachleute ist also drin- gend erforderlich. „Zwar ist die Nachfrage der Unternehmen nach Fachkräften aufgrund der derzeit schwierigen kon- junkturellen und geopolitischen Rahmenbedingun- gen etwas zurückgegangen. Der demografischeDruck aber bleibt“, bestätigt Armin Grams, Bereichsleiter Fachkräfte und Lebenslanges Lernen bei der Han- delskammer. „Deshalb müssen wir die Zuwanderung von Fachkräften weiter vorantreiben und internatio- nale Fachkräfte schneller, gezielter und unbürokrati- scher in denHamburger Arbeitsmarkt bringen.“ Neben staatlichen Anlaufstellen und Berufsver- bänden übernehmen dabei zunehmend private Agen- turen die Vermittlung internationaler Arbeitskräfte. UmAuswahlkriterien für solche Firmen bereitzustel- len, hat das Netzwerk „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ mit dem Goethe-Institut eine Checkliste erstellt (siehe www.t1p.de/uif-checklisten ). Zu ach- ten ist zum Beispiel auf das Employer-Pays-Prinzip – also darauf, dass der Arbeitgeber die Vermittlungs gebühren und Anwerbekosten trägt, nicht die Aus- bildungssuchenden. Zudem sollte die Agentur den Spracherwerb im Heimatland über das visa-rele- Der Hamburger Spieleentwickler InnoGames setzt gezielt auf das Gewinnen und Binden ausländischer Fachkräfte – mit internationalen Stellenausschreibungen, Unterstützung bei Visa, Wohnungs- und Schulsuche sowie Deutschkursen. Berufs abschlüsse Für Zugezogene aus dem Ausland und Unternehmen bietet die Kammer kostenlose persön liche Beratungs gespräche zur Fra ge der Anerken nung ausländi scher Berufsab schlüsse. www. handelskammer- hamburg.de/ anerkennung Wegweiser Mit dem „Weg weiser zur Gewin nung von Fach kräften aus Dritt staaten“ informiert die Kammer über die Anwerbung spezialisierten Per sonals außerhalb des EWR. www. handelskammer- hamburg.de/ drittstaaten HAMBURGER-WIRTSCHAFT.DE 48 FOTOS: INNOGAMES GMBH, 25HOURS HOTEL HAFENCITY, RICHARD LOHS TEAM BILDUNG In den Hamburger 25hours Hotels wie hier in der HafenCity arbeiten Menschen aus 20 Nationen. Ohne ausländische Fachkräfte blieben viele Positionen unbesetzt, erklärt Senior Sales & Marketing Manager Sophie Schonebeck (re.). BIRGIT REUTHER der-echte-norden.info Leonie schafft technischen Fortschritt durch Forschung. Jetzt Video-Portrait ansehen! ... hat Weitblick und Wissensdrang. Mein echter Norden aufgestellt, blieben viele Positionen unbesetzt. Der Pool an qualifizierten Bewerbenden vergrößere sich mit einer kosmopolitischen Ausrichtung. In den beiden Hamburger Häusern, dem 25hours Hotel HafenCity und Altes Hafenamt, sind unter anderem polnische, afghanische, lettische, ita- lienische, ukrainische, rumänische und türkische Mitarbeitende beschäftigt, insgesamt 130 Menschen und rund 20 Nationalitäten. Sie arbeiten in Berei- chen wie Küche, Housekeeping, Front Office und Service. „Ein internationales Team bringt Sprach- kompetenzen und kulturelles Verständnis, die den Service noch gastfreundlicher machen“, erläutert Schonebeck. Diese Diversität erhöhe die Kompetenz im Kontakt mit den verschiedenen Gästen, die sich für einen Hotelaufenthalt entscheiden. Eine positive Willkommenskultur, die zugleich ein entscheiden- derWirtschaftsfaktor ist. Anlauf- stelle Das Hamburg Welcome Center (HWC) ist die zentrale Anlauf- stelle für beruf- liche Integration. Sie richtet sich an Arbeitgeber und Menschen aus dem Ausland, die beruflich nach Hamburg kom- men. Das Projekt von Wirtschafts- und Innenbehör- de, Arbeitsagen- tur und Jobcen- ter unterstützt Firmen bei der Fachkräftegewin- nung und auslän- derrechtlichen Fragen. Zugewan- derte erhalten Hilfe bei der Su- che nach Arbeits-, Aus- und Weiter- bildungsplätzen.
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