OKTOBER/NOVEMBER 2026
Internationaler Input Für viele hiesige Firmen sind zugewanderte Mitarbeitende fester Bestandteil der Unternehmenskultur. Ihre Integration bietet klare Wettbewerbsvorteile. Herzen liegt ihm der Austausch mit Kundschaft und Mitarbeitenden. „Durch das viele Reden kann ich meine deutsche Sprache jeden Tag verbessern.“ Hussaini gehört zu den rund 2000 Mitarbeiten- den aus insgesamt 94 Nationen, die in den 188 BUDNI-Filialen tätig sind. Für die Traditionsmarke ist eine internationale Belegschaft integraler Be- standteil der Unternehmenskultur. „Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, Spra- chen, Lebenserfahrungen und Perspektiven berei- chern unser Team täglich und spiegeln die weltof- fene, vielfältige Gesellschaft wider, in der wir tätig sind“, erklärt BUDNI-Personalleiter Garvin Vollmer. Dabei setzt sich das Unternehmen bewusst da- für ein, auch Menschen mit Fluchtgeschichte in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt zu integrieren, etwa A ls ich in Deutschland angekommen bin, habe ich anfangs sehr viel Ablehnung erfahren. Erst mit der Ausbildung bei BUDNI hat sich das geändert“, erzählt Mohammad Jawad Hussaini, der aus Afghanistan nach Deutschland kamund 2017 mit einem Praktikum bei BUDNI einstieg. Schritt für Schritt baute er eine Karriere bei der Hamburger Drogeriemarktkette auf, vom Mitarbeiter stieg er schließlich zur stellvertretenden Teamleitung des BUDNI-Markts imÜberseequartier auf. „Ich übernehme gern Verantwortung und kann meinen Kollegen helfen. Ich bin stolz darauf, dass mir die Position anvertraut wurde“, sagt der 36-Jäh- rige, der sich heute maßgeblich darum kümmert, den Standort in der HafenCity weiterzuentwickeln und die Warenpräsentation zu verbessern. Besonders am Mohammad Jawad Hussaini (o.), stellvertre- tender Teamlei- ter im BUDNI- Markt in der HafenCity, kam aus Afghanistan nach Hamburg. Für BUDNI sind internationale Teams Teil der Kultur; in einem Pilotprojekt mit ASM unterstützt die Firma auch ukrainische Geflüchtete (li.). HAMBURGER-WIRTSCHAFT.DE 46 FOTOS: BUDNIKOWSKY (2), KATI JURISCHKA TEAM BILDUNG Armin Grams, Bereichsleiter Fachkräfte und Lebenslanges Lernen in der Handelskammer durch eine berufsbegleitende Sprachförderung so- wie Hilfe bei bürokratischen Prozessen. Vorangetrie- ben wird dieses Engagement durch enge Kooperatio- nen mit Jobcentern, Behörden, dem gemeinnützigen Verein Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Migran- ten e. V. (ASM) und dem bundesweiten Netzwerk „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“. „Für uns ist Vielfalt kein modisches Zusatzpro- gramm“, betont BUDNI-Geschäftsführer Christoph Wöhlke. „Sie ist Teil unseres Selbstverständnisses als Hamburger Unternehmen: respektvoll miteinander umgehen, Unterschiede aushalten, Gemeinsamkeiten suchen und jedem Menschen mit Würde begegnen. Dahinter steht ein sehr freiheitlicher Gedanke, der heute vielleicht aktueller ist denn je.“ Diese Haltung sei zudemeinklarer Vorteil imWettbewerb gerade um junge Arbeitskräfte, die zunehmend Wert legten auf einUnternehmen, das Diversität aktiv fördert. Fachkräfte weltweit gewinnen Gut 41 Prozent der Menschen in Hamburg haben ei- nen Migrationshintergrund, sagt das Statistikamt Nord. Und rund 14,8 Prozent der sozialversiche- rungspflichtig Beschäftigten in der Metropolregion besitzen eine ausländische Staatsangehörigkeit (Hamburg; 17,7; Bundesschnitt: etwa 17 Prozent), so eine Auswertung der seit März 2025 aktiven „Koordi- nierungsstelle zur Fachkräftesicherung in der Me tropolregion Hamburg“ von Mai 2026. Laut der Stu- die leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Siche- → WWW.HANDELSKAMMER-HAMBURG.DE TEAM BILDUNG
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