OKTOBER/NOVEMBER 2026

ERIC LEIMANN Hamburg hilft Schon kurz nach Beginn des Ukraine-Krieges richtete Hamburg mit dem von der Handels­ kammer unterstützten „Pakt für Solidarität und Zukunft“ eine humanitäre Brücke nach Kyiv ein. Doch die Ukraine bietet Unternehmen auch wirtschaftliche Chancen. Spenden Betriebe, die Pro­ dukte für die Ukra­ ine zur Verfügung stellen möchten, können sich an die Handelskammer wenden: malte.­ koerth@handels kammer-hamburg. de . Für den Winter werden unter an­ derem wieder Ge­ neratoren benötigt. Aktuelle Spenden­ projekte finden Sie auf der Seite von WeAreAll Ukrainians: www.­ weareallukrainians. de/spenden . Privat­ personen können Sach- und Geld­ spenden an den Verein „Hanseatic Help“ übergeben: www.hanseatic- help.org Glücksrad vor dem Städtepakt-Bus der Ukraine-Hilfe beim Hamburger Bürgerfest anlässlich des Tages der Deutschen Einheit im Jahr 2023 Über den Pakt sind bislang Geld- und Sach­ leistungen im Wert von über 1,3 Millionen Euro nach Kyiv geflossen. Dazu gehörten etwa Generatoren im Wert von über 500000 Euro. Diese halfen, die massiv gestörte Stromversorgung im Winter 2025/26 auf- rechtzuerhalten. Gleichzeitig entwickeln sich mittel- fristige Kooperationen. So wurde im vergangenen Frühjahr eine zehntägige Ferienfreizeit für 24 ukraini- sche Jugendliche inHamburgorganisiert, und imApril fand ein zweites Wirtschaftsforum der Handelskam- mer mit dem ukrainischen Botschafter statt. Hinzu kamenGesundheits- undWasserversorgungsprojekte. Auch Hamburger Unternehmen bleiben in der Ukraine aktiv. So hat die HHLA ihr 2001 übernom- menes Containerterminal Odessa auch während des Krieges fast durchgehend betrieben; seit Juli 2026 läuft der Seeverkehr aufgrund der Sicher- heitslage allerdings nur sehr eingeschränkt. Seit September 2025 ist die HHLA zudem mehrheitlich am Bahnterminal Eurobridge in der Westukraine beteiligt. Hier werden Container und Getreide zwi- schen Zügen mit ukrainischer und europäischer Spurweite umgeladen – und über die Bahntochter METRANS an Europa angebunden. Die von PricewaterhouseCoopers GmbH (PwC) imRegierungsauftrag verwalteten Investitionsgaran- tien des Bundes sichern deutsche Direktinvestitio- nen im Ausland gegen politische Risiken wie Krieg ab. Ende Juni 2026 bestanden 65 solcher Garantien für Geschäfte in der Ukraine (Deckungsvolumen: ins- gesamt 0,6Milliarden Euro). Investitionsdynamik sieht Reiner Perau, Vor- standsvorsitzender der Deutsch-Ukrainischen In- dustrie- und Handelskammer, derzeit vor allem in Baumaterialien, erneuerbaren Energien und der Ver- teidigungsindustrie. Besonders Letztere hat sich in der Ukraine rasant entwickelt: „Es gibt eine Reihe von Drohnenunternehmen“, sagt Perau, „die 2022 klein angefangen haben, um der Ukraine zu helfen. Vier Jahre später sind aus diesen Minifirmen Unter- nehmen mit über 1000 Mitarbeitenden geworden. Die denken jetzt in Dimensionen von NATO-Märk- ten. Dafür brauchen sie aber Kooperationspartner im Westen und schauen dabei auch auf den deut- schenMittelstand.“ Für Hamburger Unternehmenmit Hafen-, Logis- tik- oder Sicherheitskompetenz ergeben sich daraus mögliche Anknüpfungspunkte. Zum Zeithorizont bleibt Perau vorsichtig optimistisch: „In der Nach- kriegs-Ukraine werden wir einen lang anhaltenden Boom erleben. Daher kann sich die Investition in den Markt lohnen. Man weiß nur eben nicht, wann der Boom losgeht.“ S eit mehr als viereinhalb Jahren tobt der Krieg in der Ukraine. Mit Resilienz und Kreativität gelingt es dem Land, dem russischen Aggres- sor zu widerstehen. Trotz der immensen Probleme gelang es, das Handelsvolumen mit Deutschland zu steigern: 2025 wurden hierzulande Waren im Wert von 3,1 Milliarden Euro aus der Ukraine importiert, so viel wie imVorkriegsjahr 2021; im selben Zeitraum stieg der Wert der deutschen Ukraine-Exporte von 5,4 auf 9,26Milliarden Euro. Zudem entstanden menschliche Brücken, ins­ besondere durch die Aufnahme zahlreicher ukra­ inischer Flüchtlinge – inHamburg allein sind es rund 37 000. Schon zwei Monate nach Beginn der russi- schen Vollinvasion besiegelten Hamburgs Bürger- meister Dr. Peter Tschentscher und Kyivs Bürger- meister Vitali Klitschko den „Pakt für Solidarität und Zukunft“: eine Partnerschaft, die akute Krisenhilfe mit demAusbau wirtschaftlicher, kultureller und ge- sellschaftlicher Beziehungen verbindet. Koordiniert wird sie gemeinsam mit #WeAreAllUkrainians, der Handelskammer undHanseatic Help. HAMBURGER-WIRTSCHAFT.DE 40 FOTO: MIKE SCHAEFER STÄDTE PAKT Wir danken unseren Sponsoren VERGEBEN WERDEN PREISE IN FOLGENDEN KATEGORIEN: Der Genuss-Creator-Award ist für die Menschen hinter den Kulissen. Gefeiert werden sie beim Genuss-Creator Award am 9. November in der Fischauktionshalle Hamburg! Dann heißt es. Spot on – auf die Menschen, die die Gastro prägen: Im Fokus stehen nicht allein Spitzen- köche, sondern die Teams, die dafür sorgen, dass aus einem Restaurantbesuch überhaupt erst ein guter Abend wird – in der Küche, im Service, an der Bar. Preisverleihung am 9. November in der Fischauktionshalle Altona Koch des Jahres Sous-Chef des Jahres Gastgeber des Jahres Patissier des Jahres Sommelier des Jahres Bar-Chef des Jahres Die Gewinner werden über ein Community-Voting gewählt und dürfen sich nicht nur über Applaus auf großer Bühne freuen, sondern auch über ein professionelles Fotoshooting.

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