OKTOBER/NOVEMBER 2026
Gründen ohne Grenzen Gründende mit internationalem Background bereichern die Hamburger Wirtschaft mit innovativen Start-ups und erfolgreichen Konzepten, die Brücken bauen. Te-Sung Bak (li.) und Shin Sven Han gründeten die Korea-Restaurants Kimchi Guys in der City (2020) und in Ottensen, das Won Chikin in Eimsbüttel und zuletzt das Danbi in den Stadthöfen – komplett mit Eigenmitteln. verantwortliche können mit den gebündelten und aufbereiteten Daten unmittelbar Prognosen und Szenarien für die Entwicklung von Umsatz, Margen und Cashflow erstellen. Wichtig war Akkina und Ko- rotovskii dabei, den „Record to Report“-Prozess vor allem für kleine undmittlere Unternehmen (KMU) zu vereinfachen. Mit ihrem Ende 2025 gegründeten FinTech- Start-up Aurelytix zählt Akkina zu den zahlreichen Gründenden mit internationalem Background, die wichtige Impulse und Wirtschaftskraft in die Stadt bringen. „Internationale Gründerinnen und Grün- der sind für Hamburg ein echter Gewinn: Sie bringen neue Perspektiven, internationale Netzwerke und Wissen über andere Märkte in die Start-up-Szene ein“, sagt Jenny Kersten, Referentin in der Abteilung A nusha Akkina kam im Jahr 2018 vom indi- schen Hyderabad nach Hamburg. Wie in ih- remHeimatland trieb sie hier mehrere Jahre die Transformation im Finanzbereich bei Unterneh- men voran. Dabei stellte sie fest: „Bei Finanzen star- ten wir immer mit einemRückwärtsbild und können erst nach einer aufwendigen Datenanalyse sehen, was schiefgelaufen ist.“ Das Treffen strategischer Entscheidungen für die Zukunft verursache daher bishermeist immense Consulting-Kosten. Umdas Verfahren zu beschleunigen, entwickelte sie gemeinsam mit dem Software-Experten Dmitrii Korotovskii die KI-basierte Plattform Aurelytix, die Firmen in Echtzeit und DSGVO-konform eine Über- sicht über ihre gesamte finanzielle Situation gibt. Das System erkennt Anomalien sofort. Und Finanz- HAMBURGER-WIRTSCHAFT.DE 36 FOTO: TOBIAS MENESES INTERNATIONALE GRÜNDER Zahlen Laut dem Migrant Founders Monitor 2025 der Fried- rich-Naumann- Stiftung und des Bundesverbands Deutsche Start- ups wurden 14 Prozent der hiesi- gen Start-up- Gründenden im Ausland geboren; bei den Unterneh- men mit Milliar- denbewertung („Unicorns“) liegt der Anteil sogar bei 23 Prozent. Nur 17 Prozent der zugewanderten Gründenden se- hen die Rahmen- bedingungen für Fachkräfteein- wanderung als gut. 55 Prozent erken- nen eine wirklich positive gesell- schaftliche Offen- heit. 45 Prozent bewerten ihr inter- nationales Netz- werk positiv – ge- genüber 32 Pro- zent hiesiger Start- up-Gründender insgesamt. Gründung, Förderung und Finanzmarkt der Han- delskammer. „So entstehen Innovationen, die von Beginn an global denken und Hamburg als internati- onalenWirtschaftsstandort stärken.“ Auch Aurelytix wurde von Anfang an multilin- gual aufgesetzt, um das Produkt international ska- lierbar zumachen. „Start-up-freundlich“ sei die Han- sestadt, sagt Akkina. Über die IFB Innovationsstarter GmbH erhielt das junge Unternehmen im Sommer 2026 eine InnoFinTech-Förderung über 200 000 Euro, die in die Produktentwicklung fließen wird. Erste Informationen zu diesemProgrammbekam sie bei der Anlaufstelle „Startup City Hamburg“. „Für mich war die Gründung ein komplett neuer Prozess und ich hatte viele Fragen. ,Startup City Hamburg‘ hat mir zum Beispiel bei der Kostenkalkulation ge- holfen. Und ich habe mich im Netzwerk austauschen können“, erzählt Akkina. In einem Leitfaden für internationale Gründe- rinnen und Gründer gibt „Startup City Hamburg“ eine Reihe von Tipps – von der Art des erforderlichen Visums über Beratungsstellen bis zur Geschäfts- konto-Eröffnung. Außerdem werden die „Top drei Hürden für internationale Entrepreneure“ erläutert: Bürokratie und Sprachbarrieren, Finanzierung und Finanzplanung sowie Aufbau eines Netzwerks. Netzwerke bilden Gründerinnen wie Anusha Akkina bereichern das wirtschaftliche Hamburger Ökosystem auch da- durch, dass sie mit ihren internationalen Erfahrun- gen für frischenWind sorgen. Laut der Finanzexper- tin könnte Deutschlands Start-up-Kultur noch deut- lich an Tempo zulegen. Bürokratie und Regularien, Anwälte und Notare – all das koste Zeit und Geld. „Der Gründungsprozess zieht sich übermehrereMo- nate hin. Währenddessen können Wettbewerber, etwa aus den USA, schon schneller verkaufen, ob- wohl wir das bessere Produkt haben“, sagt Akkina. Sie hofft auf Vereinfachungen, die auch das hohe per- sönliche Risiko bei Gründungenminimieren. → Unternehmen mit inter- kulturellem Hintergrund bekommen in Deutschland immer noch zu wenig öffentliche Aufmerksamkeit. LUCY LARBI WWW.HANDELSKAMMER-HAMBURG.DE INTERNATIONALE GRÜNDER J. G. Niederegger GmbH & Co. KG Zeißstraße 1-7 • 23560 Lübeck +49 451 5301-285 niederegger.de/b2b b2b@niederegger.de MEISTERSELEKTION 300g, mit individuellem Schuber Individuelle Verpackungen schon ab einer geringen Stückzahl. Unser Einzelversandservice entlastet Sie. MARZIPAN-KLASSIKER ® IM SCHUBER frei gestaltbar MARZIPAN-TORTE mit individuellem Aufleger, in verschiedenen Größen
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