JUNI/JULI 2026

Info-Paket Das Übungs-Info- Paket zum fiktiven Stromausfall im Rahmen von „Red Storm Business“ am 24. Septem- ber wird von der Handelskammer zur Verfügung gestellt. Anmel- dung unter www. handelskammer- hamburg.de/red- storm-business . Sie erhalten einen klaren Leitfaden, vorbereitende Materialien sowie Kontaktpersonen zum Erfahrungs- austausch vor, während und nach der Übung. Diese wird selbst- ständig durchge- führt. Der Anfang dieses Jahres von der Handelskam- mer veröffentlich- te Krisenvorsor- geplan für Unter- nehmen (PDF, nicht barrierefrei) kann herunterge- laden werden. Fragen zum The- ma Resilienz be- antwortet Tobias Bock von der Handelskammer (040 36138-284, tobias.bock@ handelskammer- hamburg.de) . Nick Zippel ist Geschäfts- führer der FRANK ECOenergy GmbH. Franziska Wedemann vom Wirtschaftsverein für den Hamburger Süden ERIC LEIMANN auch konkrete Wettbewerbsvorteile für hiesige Un- ternehmen schafft. „Es geht nicht nur um Sicher- heit“, sagt er. „Es geht auch um Chancen. Besonders spannend waren für mich in Finnland die Gespräche rund umdas Thema ‚Dual Use‘ sowie die Entwicklung und Produktion von Satellitentechnik und Drohnen.“ Ein anderes Wachstumsfeld sind Quantencom- puter, die wegen ihrer enormen Rechenleistung künftig eine Schlüsselrolle bei der Sicherung kriti- scher Infrastrukturen und der Cyber-Abwehr ein- nehmen werden. Dazu erschließen sich Hamburger Großunternehmen militärische Kom- petenz. Lufthansa Technik (LHT) bei- spielsweise baut in Hamburg ein eige- nes Defense-Kompetenzzentrum auf. Jetzt im April wurde dort erstmals eine planmäßige Wartung der „P-8A Poseidon“, ein Seefernaufklärer der DeutschenMarine, durchgeführt. Auch für Betriebe ohne offensicht- liche „Dual-Use-Produkte“ (gemeint sind damit zum Beispiel Technologien und Software, die zwar für zivile Zwe- cke entwickelt wurden, die aber auch für militäri- sche Anwendungen genutzt werden können) ist sys- tematische Krisenvorsorge von Vorteil. Banken und Versicherungen etwa haben damit begonnen, soge- nannte Resilienz-Audits in ihre Risikobewertungen für Kredite und Policen einzubeziehen. Zudem prü- fen öffentliche Stellen zunehmend die Resilienz jener Unternehmen, an die sie Aufträge verteilen. Nick Zippel ist Geschäftsführer der FRANKECOenergyGmbH, Gründer der NAEXT GmbH und Mitglied im Plenum der Handelskammer, mit der er kürz- lich nach Finnland gereist ist. Sein Be- trieb stärkt die hiesige Resilienz durch die Entwicklung autarker Batteriespei- chersysteme, die laut Zippel bis minus 50GradCelsius funktionierenundnetz- unabhängig sind. Sie ermöglichen eine stabile Energieversorgung unter extre- men Krisenbedingungen. „Energiespei- cher müssen im Ernstfall als zentraler Bestandteil un- serer Systemarchitektur verstanden werden und sichern dezentrale Knotenpunkte“, sagt Zippel. „Mit den inselfähigen NAEXT Batteriesystemen schaffen wir dieBasis für eine autarkeEnergieversorgung.“ Das neue Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk (GuD) Dradenau nimmt ebenfalls eine Schlüsselrolle in der Hamburger Energieinfrastruktur ein. Die An- lage, die Ende 2026 komplett fertiggestellt sein soll, unterscheidet sich von den meisten herkömmlichen Stromerzeugern dadurch, dass sie ohne externe Stromzufuhr aus dem Netz in Betrieb gehen kann. Auch Franziska Wedemann, Vorsitzende des Wirt- schaftsvereins für den Hamburger Süden, war Teil der Finnland-Delegation und befasst sich schon län- germit demThema Resilienz. „Es gibt natürlich Personen, die sagen, ‚Es wird schon nichts passieren‘“, berichtet Wedemann. „Un- ternehmensverantwortliche aber, die mit internatio- nalen Lieferketten zu tun haben, halten bereits Kri- senpläne vor.“ Momentan sei die Kriegsgefahr noch eher latent, doch Cyberbedrohung und Sabotage seien bereits Realität. Wedemann sieht es als ihre Aufgabe an, Vereinsmitglieder für das Thema zu sensibilisieren, indem sie zum Beispiel den Landeskommandeur oder den Transatlantik-Koordinator der Bun- desregierung einlädt. Deutlich weiter als Deutschland ist Finnland. Laut einer FORSA-Umfrage im Frühjahr 2025 würden lediglich 17 Pro- zent der Deutschen „auf jeden Fall“ zur Waffe greifen, würde ihr Land angegrif- fen. 19 Prozent geben an, dies „wahr- scheinlich“ zu tun. Dagegen wären rund 80 Prozent der Finnen zur militärischen Verteidigung ihres Landes bereit. „Preparedness“-Unterschiede der beiden NATO-Länder zeigen sich auch amBeispiel der finnischen Behörde NESA. Mit kaum mehr als 100 Festangestellten ist sie das zentrale Organ für die Sicherstellung einer Krisenversorgung inFinnland. Dr. Jan Feller ist Deutsch-Finne und Geschäfts- führendes Vorstandsmitglied der Auslandshandels- kammer Finnland (AHK Finnland) in Helsinki. „Der große Unterschied im Resilienz-Denken zwischen Deutsch- land und Finnland ist, dass wir etwas Fertiges von oben erwarten und davon ausgehen, dass uns schon jemand sagen wird, was wir tun sollen“, erzählt er. In Finnland hingegen würden informelle Netzwerke zwischen Unternehmen, Ver- waltung, Verteidigung und Non-Profit- Sektor geknüpft, die ihre Resilienz selbstständig voranbrächten. Die einzigartige Handelskammer-Struktur Deutschlands sieht Feller jedoch als großen Vorteil für einen Mind-Change und das Einüben von Re- silienz. „Da habenwir deutsche Netzwerke undOrga- nisationen, die sich geradezu anbieten, an der Schnittstelle zwischen Verwaltung, Unternehmen und drittem Sektor diese Awareness zu fördern“, ist er überzeugt. Auch deutsche Unternehmen sollten den ersten Schritt machen und sich schon jetzt gegen Krisenwappnen – bevor der Ernstfall eintritt. WWW.HANDELSKAMMER-HAMBURG.DE 13 RED STORM BUSINESS . - .

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