APRIL/MAI 2025

Sabrina Pohlmann ist beim ARIC für Marketing und Kommunikation zuständig. Kammer- Ausschuss Der Ausschuss für Technologie, Inno- vation und Digita- lisierung der Han- delskammer arbei- tet an der Ent- wicklung von Posi- tionen, um tech- nologische Neu- heiten in Breite und Spitze der Unternehmens- landschaft zu eta- blieren. Kontakt über Dr. Miriam Putz, Geschäfts- führerin Bereich Innovation und neue Märkte (Tele- fon 040/36138- 249 und E-Mail: miriam.putz@ hk24.de). IKS Ham- burg Die Innovations Kontakt Stelle (IKS) Hamburg wurde 2011 von der Handelskam- mer Hamburg und den Hamburger Hochschulen im Rahmen der Inno- vationsAllianz Hamburg gegrün- det, um die Ver- bindung von Wirt- schaft und Wis- senschaft zu för- dern. Sie vermit- telt kostenlos pas- sende Projekt- partner für inno- vative Projekte, identifiziert das Potenzial von Ko- operationen und begleitet sie als Moderator. www. iks-hamburg.de weit steuern lassen. Und die Plattform RailSync ko- ordiniert den Schienengüterverkehr an intermoda- len Terminals. Die HHLA-Tochter HPC Hamburg Port Consul- tingwiederumbietet einen „KI Potenzialanalyse-Ser- vice“, der ermittelt, welche Terminalprozesse sich per KI automatisieren lassen: Dazu analysiert das Hafen- und Logistikberatungs-Unternehmen die be- stehenden Abläufe etwa in der Frachtabfertigung oder imVerkehrsmanagement. Breites Einsatzspektrum Ein weiteres bedeutendes KI-Einsatzfeld ist Predic- tive Maintenance – also die Analyse des Zustands von Maschinen samt Hinweisen, wann sie gewartet oder Ersatzteile ausgetauscht werden müssen. Gemein- sam mit der Uni Bremen hat die HHLA ein entspre- chendes System für Hafenfahrzeuge entwickelt. Und das Hamburger Start-up ai-omatic solutions, das im Januar 2024 zwei Millionen Euro Wagniskapital ein- sammeln konnte, setzt auf einen KI-gestützten digi- talen Wartungsassistenten, mit dem sich auffällige Maschinendaten früh erkennen und somit unge- plante Stillstände verhindern lassen. „Viele Start- ups, wie auch wir, bieten innovative Lösungen für be- stehende Probleme, angepasst an die individuellen Anforderungen und Bedürfnisse unserer Kunden“, sagt CEO und Co-Founder Lena Weirauch, die Lan- dessprecherinHamburg beimStartup-Verband ist. Zahlreiche Möglichkeiten für den KI-Einsatz fin- den sich auch im medizinischen Bereich. So entwi- ckelte zum Beispiel die casuu GmbH ein virtuelles, KI- basiertes Training, mit dem sich nicht-muttersprachli- che Pflegekräfte schnell dasmedizinische Fachvokabu- lar aneignen können. Dafür erhielt das Start-up 2024 den Publikumspreis des Hamburg Innovation Award sowie den Innovation in Digital Equality Award (IDEA), denFörderpreisdesHam-burger Senats. Für Unterstützung und Schutz ältererMenschen gedacht ist das Tablet BEJOY von Beyond Emotion – eines von der Hochschule für Angewandte Wissen- schaften ausgegründeten Start-ups, das von der Un- terstützung der IKS Hamburg (siehe Randspalte) profitieren konnte. Mithilfe von KI erkennt das Gerät unter anderem Emotionen – und kann zum Beispiel Verwandten Stimmungsanzeigen oder Warnungen bei längerer Inaktivität zuschicken. So können die Kontaktpersonen imNotfall schnell reagieren. Unternehmen, die Input zu KI-Fragen brauchen, können dabei auf das ARIC zurückgreifen. „Wir ver- netzen Akteure miteinander und matchen Start-ups, große Player und Verwaltung“, sagt Pohlmann. „Zu- dem sind wir in Förderprojekten aktiv und unterstüt- zen speziell bei anwendungsnahen Fragen mit Know- how und passenden Kontakten.“ Unterstützung bei Digitalisierungsfragen bietet etwa auch der ARIC- Partner EDIHHamburg (siehe Randspalte Seite 40). Superschnelle Rechner Disruptives Potenzial besitzt auch die Quantentech- nologie (QT). Computer, die mit QT arbeiten, können parallel sehr komplexe und datenintensive Analysen vornehmen – und eröffnen damit Perspektiven für alle Felder, in denen die rasche Verarbeitung immen- ser Datenmengen nötig ist, zum Beispiel bei der Steuerung von Verkehrsflüssen, der Optimierung der Energieversorgung oder der Berechnung von Kli- madaten undWetterprognosen. Die Bundesregierung beschloss 2023, die Entwick- lung vonQuantencomputernund ihrenAnwendungen bis 2026mit rund drei Milliarden Euro zu fördern. Da- von waren allein 740 Millionen Euro für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bestimmt. Dieses stellt seine zwei Innovationszentren inUlmund Hamburg-Lokstedt im Rahmen der DLR Quanten- → Hamburg zählt europaweit zu den Quantentechnologie- Hotspots. BENEDIKT-SEBASTIAN MEHMEL WWW.HK24.DE 49 TECHNOLOGIE WANDEL

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