APRIL/MAI 2025

Das Metallpulver von FEHRMANN lässt sich sowohl im 3D-Druck als auch in Gussver- fahren einsetzen. computing-Initiative Industriepartnern für QT-For- schungsprojekte zur Verfügung. In Lokstedt wurde EndeMai 2024 auch der erste Prototyp eines Quanten- computers vorgestellt (siehe Seite 32), denDLRbei den QT-Unternehmen eleQtron und ParityQC und dem Halbleiterhersteller NXP Semiconductors – 2023 Preisträger des „Hamburg 2040“-Awards der Handels- kammer – inAuftrag gegebenhatte. „Hamburg zählt europaweit zu den QT-Hot- spots“, erklärt Benedikt-Sebastian Mehmel. Er arbei- tet für die QT-Initiative Hamburg Quantum Innova- tion Capital (hqic), die die QT-Aktivitäten in der Me­ tropolregion koordiniert und fördert. „Weltweit gibt es rund 260 QT-Start-ups, in Hamburg sind es acht bis zehn. Das ist eine beachtliche Anzahl für den Standort“, sagt der Physiker. Und der lang ersehnte Sprung in die Praxis könnte schon bald erfolgen: „Wir sind in der Phase, dass wir raus aus dem Labor und in die Anwendung gehen.“ Zu den Unternehmen, die sich und andere auf den Einsatz der QT-Rechner vorbereiten, gehört Lufthansa Industry Solutions (LHIND) in Norder- stedt. Der IT-Dienstleister, der bereits ein im ARIC- Showroom zu bestaunendes KI-gestütztes Gepäck- laufband entworfen hat, entwickelt gemeinsam mit der Uni Hamburg Quantenalgorithmen, die die Ab- fertigung an Flughäfen optimieren sollen. Für Airlines könnte dies künftig immense Vor- teile bieten, etwa bei der Erstellung der Jahresflug- pläne oder der schnellen Änderung von Routen bei Luftraumsperrungen oder Unwettern. „Optimierun- gen im Flugverkehr führen zu weniger Kerosinver- brauch. Das ist nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch gut für Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Das gilt auch bei besseren Logistikketten“, erklärt hqic- ProjektmanagerMehmel. Neben Quantencomputing „haben auch Quan- tensensorik und -kommunikation große Bedeutung“, sagt die Molekularbiologin und Neurowissenschaft- lerin Dr. Natalie Rotermund, die wie Mehmel am ARIC für die Initiative hqic tätig ist. Als Einsatzzwe- cke nennt sie abhörsichere Kommunikation, Infor- mationsdistribution und Hochleistungssensorik, die zum Beispiel medizinische Therapie- und Diagnose- möglichkeiten verbessern könnte. „Wir wissen zu- dem bereits heute, dass sich vieles verändern wird, etwa das Online-Banking. Denn die aktuellen Ver- schlüsselungscodes werden künftig nicht mehr si- cher sein. Mit Quantentechnologie lassen sich Fi- nanzgeschäfte gegenHacking schützen.“ Das Potenzial von 3D-Druck Ein weiteres Zukunftsfeld ist 3D-Druck, also „Addi- tive Fertigung“. Dabei werden auf Grundlage digita- ler 3D-Modelle Materialien wie Keramik, Kunststoff oder Metall schichtweise aufgetragen. Das ermög- licht das Herstellen sehr komplexer Objekte. Insbe- sondere in der Unterhaltungselektronik oder Medi- zintechnik gibt es eine starke Entwicklung hin zur Miniaturisierung. Klein und dennoch leistungsstark ist das Ziel – 3D-Druckmacht esmöglich. In der Metropolregion sollen der im November gegründete Verein „Industrialized AdditiveManufac- turing Hub Hamburg“ (IAMHH) und das gleichna- HAMBURGER-WIRTSCHAFT.DE 50 FOTOS: FEHRMANN TECH GROUP, PRIVAT TECHNOLOGIE WANDEL

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