OKTOBER/NOVEMBER 2026

Ehrenamtliches Engagement mit Brief und Siegel Ohne Prüferinnen und Prüfer gibt es keine Abschlüsse. Die HW stellt fünf dieser engagierten Menschen vor, die mit ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit seit Jahrzehnten dafür sorgen, dass Aus- und Fortbildungsniveau auch in Zukunft hoch bleiben. lich zu einer Feier in den Großen Börsensaal geladen. „Wir hof- fen auf weiterhin langfristiges Engagement, um den Standard der IHK-Abschlüsse dauerhaft hochzuhalten“, betont Persicke. Geeignet als Prüfer oder Prüferin ist, wer imPrüfungsgebiet sachkundig ist und mindestens halbtags arbeitet. Zum Zeit- punkt der Berufung darf die Regelaltersgrenze für den Renten- eintritt noch nicht erreicht sein. Prüfende müssen in der Metro- polregion Hamburg wohnen oder arbeiten. Bei Interesse rufen Sie bitte die Internetseite www.handelskammer-hamburg.de/ pruefer-a-z auf. F ür Sarah Persicke steht fest: „Die Prüfenden sind das Rück- grat eines jeden Prüfungsverfahrens. Sie sorgen mit Fach- kenntnis und unermüdlichem Einsatz dafür, dass Qualität und Verlässlichkeit gewährleistet sind“, so die Leiterin des Han- delskammer-Teams „Prüfungsehrenamt Kaufleute/Dienstleis- tungen“. „Ohne das Engagement von Arbeitgeber-, Arbeitneh- mer- und Lehrervertretern in den Prüfungsausschüssen könnte dieWirtschaft keine anerkannten Abschlüsse vergeben.“ Um den rund 3500 ehrenamtlich Aktiven Dank und höchste Wertschätzung auszusprechen, hat die Handelskammer kürz- HAMBURGER-WIRTSCHAFT.DE 56 TEXT: CLEMENS GERLACH FOTOS: KARIN GERDES WWW.HANDELSKAMMER-HAMBURG.DE 57 EHREN AMT ← HOLGER STÖRMER (40 JAHRE PRÜFER) An seinen Einstieg als Prüfer erinnert sich Holger Störmer noch sehr genau und überaus positiv: „Ich bin angesprochen worden, war sofort interessiert. Dann habe ich die erste Prüfung mitgemacht, bin an die Hand genommen worden und bis heute dabei geblieben.“ Der ehemalige Abteilungsleiter im Alsterhaus und Nord-Verbundleiter von Karstadt Feinkost (Perfetto) kümmert sich um die Ausbil- dungsberufe „Kaufleute im Einzelhandel“ und „Verkäufer:in“. „Ich habe als Prüfer Spaß am Aus- tausch mit Kollegen aus anderen Betrieben. Zudem ist die Tätigkeit Input für mich selbst, der Kon- takt zu jungen Leuten hält einen fit.“ Die Prüfungen selbst haben sich über die vier Jahrzehnte, die er nun dabei ist, deutlich verändert, stellte der frühere Ausschussvorsitzende fest. Störmer findet das gut: „Früher wurde auswendig gelernt und klassisch abgefragt. Heutzutage wird eine Verkaufs­ situation mit Kundenkontakt nachgestellt, das ist näher an der Wirklichkeit als Dienstleister dran.“ ↑ CHRISTEL-ULRIKE SCHOLZ (40 JAHRE PRÜFERIN) Fairness und Einfühlung sind für Christel-Ulrike Scholz in Prüfungen wichtig, oft sogar das Entscheidende. „Es geht schließlich darum, eine aufgeschlossene Atmosphäre zu schaffen, damit die Prüflinge runter- kommen und wir sie erfolgreich zum Abschluss führen können“, sagt die ehemalige Berufsschullehrerin, die zumeist Ausschussvorsitzende war. Mit 40 Jahren Erfahrung als Prüferin in Ausbildungsberufen des Einzelhandels und dem Fortbildungsberuf „Geprüfte Handelsfachwirte“ weiß Scholz: „Sie sind richtig nervös, und wir wollen sie nicht schockieren. Ich weiß ja, was sie wissen müssten, denn ich habe sie in der Berufsschule unterrichtet.“ Scholz selbst absolvierte in Hannover eine Ausbildung als Drogistin. Später studierte sie unter anderem Betriebswirtschaftslehre auf Handelslehramt. „Ich war immer zuständig, wenn es mit Parfümerie und Drogeriemarkt zu tun hatte.“ Für sie zählt Engagement in puncto Ausbildung: „Deshalb habe ich auch im bundesweiten Ausschuss für Drogisten mitgearbeitet und dort schriftliche Prüfungen erstellt.“

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