AUGUST/SEPTEMBER 2026

Schutz vor Attacken Unternehmen müssen ihre Daten vor KI-gesteuerten Angriffen und internen KI-Risiken schützen. Dabei helfen externe Dienstleister – und ein gezieltes Gefahrenmanagement. Die Hamburger Firma Risk.Ident hat sich auf die Prävention von Online-Betrüge- reien spezialisiert, die etwa mithilfe ge- fälschter Identitäten oder Daten erfolgen. der lassen sie sich eben auch für kriminelle Zwecke programmieren – und durchsuchen dann etwa Netz- werke gezielt nach Sicherheitslücken, um im An- schluss Firmen- und Kundendaten abzugreifen. Zu den KI-Risiken gehören auch eingeschleuste schädliche oder manipulierte Befehle in KI-Eingaben („Prompt Injection“) oder die Manipulation der KI mit „vergifteten“ Trainingsdaten („Data Poisoning“). Dabei bringen Angreifer falsche oder bösartige Informatio- nen in Datensätze ein, mit denen die KI angelernt wird. So schaffen sie etwa Hintertüren für Angriffe oder ma- nipulieren die Geschäftsdaten oder -prognosen, die die KI später ausgibt – kurz: betreiben Sabotage. Solche Angriffe können auch „von innen“ erfol- gen – und generell gilt: Eine Hauptquelle von Gefah- ren für Unternehmen ist mangelndes Risikobewusst- sein. Bekannt ist, dass generative KI wie ChatGPT oft halluziniert und teils haarsträubende Fehler produ- ziert: Man sollte ihr also nie ungeprüft vertrauen. Entscheidend ist aber die Frage der Rechtezuwei- sung und -verwaltung: Hat die KI Zugriff auf Kunden- daten und/oder interne Datenbanken, womöglich so- V iele Betriebe geben bei der KI-Einführung und -Anwendung mächtig Gas, doch das Tempo beeinträchtigt oft die Sicherheit: ImRisikoba- rometer des Unternehmensversicherers Allianz Com- mercial rangierte KI im Januar 2026 auf Platz 2 der weltweit größten Geschäftsrisiken, direkt hinter Cy- berkriminalität. Und beide Gefahren sind eng verbun- den, weiß Alois Krtil: „KI-basierte Angriffswellen ha- ben extrem zugenommen, weil sich Attacken durch KI-Agenten sehr gut automatisieren lassen. Deep Fakes, mit denen wir jemandem eine andereWelt vor- gaukeln, Exploits, Datenklau – all das ist heute durch agentische KI aussteuerbar“, erklärt der Geschäfts- führer desHamburger KI-Kompetenzzentrums ARIC. Die von Krtil erwähnten KI-Agenten sind auto- nom agierende Softwareprogramme: Sie planen Auf- gaben selbstständig, zerlegen Probleme in Teil- schritte, lernen aus ihren Handlungen – und sind da- mit auch ein zentraler Baustein der aktuellen KI-Re- volution. Korrekt programmiert und mit Sicher- heitsbarrieren versehen, können sie Arbeitsabläufe automatisieren und viele Probleme lösen. Doch lei- HAMBURGER-WIRTSCHAFT.DE 56 FOTOS: RISK.IDENT GMBH, ARIC E.V., CATRIN-ANJA EICHINGER DATEN SICHERHEIT

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