JUNI/JULI 2026

Wärmeplan Wie werden Ham- burger Haushalte und Betriebe heu- te und in Zukunft mit Wärme ver- sorgt? Wo lassen sich Wärmenetze ausbauen, wo sind Wärmepumpen besser geeignet? Welche Strategie verfolgt dabei die Stadt? Das doku- mentiert der Ent- wurf eines Wärme- plans, den die Ham- burger Umwelt- behörde (BUKEA) Ende März neben interaktiven Kar- ten im Internet veröffentlicht hat: www.t1p.de/ hh-waermeplan Windpark- Initiative In ihrem Net-Zero- Papier (siehe Seite 26) skizziert die Kammer zwölf Ini- tiativen zum nach- haltigen Standort- management. An- gedacht ist auch die Errichtung ei- nes gemeinsamen Windparks für die Hamburger Indus- trie. Derzeit laufen Gespräche mit Un- ternehmen. Inte- ressenten können sich gern melden bei Rudolf Neu- müller, Tel. 040 36138-263, rudolf. neumueller@ handelskammer- hamburg.de „Grüner“ Strom aus Windenergie: Ab Ende 2028 will Hamburg Airport seine Stromversorgung größtenteils über einen eigenen Windpark in Heidmoor abdecken – und damit resilienter werden. Die Baugenehmigungen sind bereits erteilt. Dekarbonisierung der industriellen Prozesswärme durch Elektrifizierung undWasserstoff“. Wie etwa bei tesa. Die Beiersdorf-Tochter, die seit 1971 Klebebänder in Hausbruch herstellt, will dort künftig vier Säulen für klimaneutrale Produk- tion nutzen – und erhält dafür 950 000 Euro städti- sche Förderung. Das Konzept: Ab Sommer 2027 kommt H₂ statt Erdgas für Hochtemperatur-Prozesse zum Einsatz; tesa wird dafür als einer der ersten Be- triebe ans neue H₂-Netz HH-WIN angeschlossen. Rund zwei Drittel des Dampfbedarfs bei geringeren Temperaturen deckt ein 10-MW-Power-to-Heat-Sys- tem (PtH) samt 40-MWh-Wärmespeicher: Es bezieht „grünen“ Strom günstig in Überschusszeiten, spei- chert ihn in Betonröhren als Wärme – und gibt diese bei Bedarf ab. Eine Steuerungs-KI schließlich soll bestmöglichen Ressourceneinsatz sichern. Hamburg Airport wiederum setzt im Rahmen seines Net-Zero-Programms auf weitgehende Strom- autarkie: Ab Ende 2028 will der Flughafen seine rund 100 Gebäude über einen eigenen Windpark in Heid- moor bei Kaltenkirchen versorgen. Erwartet wird ein Deckungsgrad von über 75 Prozent, bei Bedarf wird grüner Strom zugekauft. Über die Tochtergesell- schaft Sustainable Energy Solutions (SES) investiert dem neuen Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk von HEnWab Ende 2026 das KohlekraftwerkWedel ablö- sen soll, wird die Pumpe künftig die Abwasser-Rest- wärme nutzen, um Fernwärme für bis zu 39 000 Haushalte zu erzeugen – ein Musterbeispiel für opti- male Ressourcennutzung und Sektorenkopplung. Auch die Industrie ist am Start: Ab 2027 wird Ar- celorMittal Hamburg denEnergieparkHafenmit jähr- lich mindestens 56 GWh Abwärme aus der Stahlpro- duktion versorgen, genug für 7000Haushalte. Aurubis stellt schon seit 2018 Industriewärme für 8000 Haus- halte bereit – und liefert seit 2025 für weitere 20 000 Haushalte Abwärme an den HEnW-Druckwärmespei- cher auf der Peute (siehe Interview www.hw-mag.de/ tim-kurth ). Der gehört zum zweiten Großprojekt der Stadt: dem Energiepark Tiefstack, der samt Groß- wärmepumpe und thermischem Speicher bis 2030 das alte Kraftwerk ersetzen soll. Abschied von fossilen Energieträgern Die Nutzung „unvermeidbarer Abwärme“ ist auch Teil des „kommunalen Wärmeplans“ der Umweltbe- hörde (siehe Randspalte). Als „zentrale Hebel“ für eine klimaneutrale Versorgung sieht sie dabei neben dem Ausbau von Wärmepumpen und -netzen „die HAMBURGER-WIRTSCHAFT.DE 40 FOTOS: HAMBURG AIRPORT/ENERCON GMBH, TESA SE INFRA STRUKTUR

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