JUNI/JULI 2026

In Hamburg exis- tieren zahlreiche Netzwerke, Inku- batoren und För- derprogramme für innovative Geschäftsideen. „Startup City Hamburg“ ist die offizielle Plattform der Stadt. Sie ver- netzt Gründende, Investierende und Unternehmen. Unter www.start upcity.hamburg findet sich ein Überblick von Be- ratungsangeboten bis hin zu Events. In der „Cross In- novation Class“ der Hamburg Kre- ativ Gesellschaft wiederum entwi- ckeln hochschul- übergreifende Teams aktuell Pro- totypen zu nach- haltiger Innova- tion für IKEA, OTTO, tesa und TUI Cruises. Es geht dabei um pragmatische, nutzenzentrierte Lösungen. Beim Final Pitch am 9. Juli im Design Zentrum Ham- burg werden die Ergebnisse prä- sentiert. Anmel- dung: www.cross- innovation-hub.de Albrecht Grell, Managing Director der im Jahr 2020 gegründeten OceanScore GmbH BIRGIT REUTHER Administration ihres „Environmental Ship Index“ (ESI): Rund 7000 Schiffe und 100 Häfen sindMitglied in diesem Incentive-Programm, das Anreize für Emissionsreduktion schafft. Mit ihrem „Compliance Manager“ ist OceanScore international Marktführer und beschäftigt 50 Mitarbeitende mit Sitz in Deutschland, Japan, Singapur, Portugal, Griechen- land und Polen. Ein starker nachhaltiger Innovationsmotor ist auch die GreenTech-Szene der Hansestadt: Laut dem „Hamburg Startup Monitor 2026“ gehören 22 Prozent der jungen Unternehmen zu diesem Sektor, deutlich mehr als der Bundesdurchschnitt mit 16 Prozent. Das 2022 gegründete GreenTech- Start-up Boomerang etwa bietet ein Mehrwegsystem für Verpackungen an, um den Online-Handel res- sourcenschonender zu gestalten. Seine wiederver- wendbaren Boxen und Beutel bestehen aus Re- cyclingmaterialien und können über ein Pfand- system genutzt werden, das von einer IT-Plattform zentral gesteuert wird. Auf das Thema Verpackung setzt auch das Start-up one.five von Martin Weber und Claire Hae-Min Gusko. Sie kombinieren Künstliche Intel- ligenz mit Materialforschung, damit Firmen schneller maßgeschneiderte Verpackungslösun- gen zur Marktreife bringen können. Dabei setzt one.five auf bio- und papierbasierte Materialien, um fossile Kunststoffe zu ersetzen. In einer Serie- A-Finanzierungsrunde konnten Weber und Gusko Anfang 2026 für die weitere Entwicklung 14 Millio- nen Euro einsammeln. Wichtige innovative Impulse setzt auch ein Un- ternehmen wie die vilisto GmbH. Die drei Gründer Christoph Berger, Lasse Stehnken und Christian Brase haben erkannt, dass Nichtwohngebäude oft- mals ineffizient beheizt werden. Daher entwickelten sie ein KI-gestütztes Wärmemanagement, das be- darfsorientiert funktioniert: Selbstlernende Heiz- körperthermostate erkennen dank Bewegungssen- soren, wenn jemand im Büro anwesend ist – und hei- zen erst dann. Ein System, das mehr als 30 Prozent Heizkosten und CO2-Emissionen sparen kann. Hinter vielen Start-ups in Hamburg, die Nach- haltigkeit im Fokus haben, stecken Gründende, die Know-how und Passion vereinen. So wie Julius Pröll, CEO und Co-Founder von repath. „Während meines Studiums habe ich festgestellt, dass viele Ergebnisse aus dem Umweltbereich in der For- schung bleiben“, erklärt Pröll. Seine Idee war es, Daten zum Klimawandel für konkrete Geschäfts- entscheidungen zu nutzen, damit Unternehmen wissen, wo sie investieren, wie sie Standorte ab- sichern und was sie in ihren Nachhaltigkeits- berichten ausweisen müssen. Repath analysiert, welche Umweltfaktoren ein Unternehmen prägen und welche Risiken zum Bei- spiel durch Extremwetterereignisse entstehen. Dazu kombiniert das Start-up Daten mit einer eigenen Software. Zur Umsetzung nutzt es auch verschiedene KI-Bausteine. Etwa „Machine Learning“, umDaten zu verfeinern. Dass KI selbst einen hohen Energiever- brauch verursacht, ist Julius Pröll bewusst. „Wir be- treiben keine eigenen KI-Server“, sagt er. „Der Um- gang damit ist bei uns ein aktiv diskutiertes Thema.“ Die Kundschaft von repath reicht vom Trans- portgewerbe bis hin zu Wind- und Solarparks. Für alle beantwortet repath die Fragen: Wie stark ist ein Standort von Hitze, Hochwasser oder Sturm betrof- fen – heute und in 20 oder 30 Jahren? Und welche Maßnahmen lohnen sich? Wenn etwa ein Logistikunternehmen vor einer Investition wissen möchte, welcher Standort bei steigenden Hochwasserpegeln zuerst ausfällt, er- mittelt repath, ob sich Schutzmaßnahmen vor Ort rechnen oder eine Verlegung die bessere Option wäre. „Unternehmen können auf diese Weise früh- zeitig aktiv werden, Standorte absichern und auch finanzielle Schäden reduzieren“, so Pröll. In diesem Fall bedeutet digitale Innovation vor allem auch: Schutz des eigenen Betriebes. WWW.HANDELSKAMMER-HAMBURG.DE 37 ZUKUNFTS TECHNOLOGIEN . - .

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