Juni 2020
WWW.HK24.DE 27 FOTOS XXXXXXXXXXXX Bauen mit System Schnell, wirtschaftlich und nachhaltig. GOLDBECK Nord GmbH, Niederlassung Hamburg Fuhlsbüttler Straße 29a, 22305 Hamburg Tel. +49 40 713761-0, hamburg@goldbeck.de konzipieren bauen betreuen goldbeck.de IMMOBILIENWIRTSCHAFT Die Gewerbemieten fallen, der Wohnungs- markt bleibt stabil – so die Prognosen. D er Hamburger Immobilienbran- che mit ihren knapp 52 000 Be- schäftigten ging es lange Zeit bestens – doch mit Corona brach das Ge- schätsklima von 140,3 auf 54,4 Punkte ein. Dabei hat die Pandemie je nach Sek- tor unterschiedliche Auswirkungen. „Mietwohnungen halte ich für si- cher“, sagt Axel Kloth, der mit seiner Firma J.L. Völckers &Sohn KG rund 1200 Wohnungen verwaltet. „Wir haben aktu- ell deutlich weniger als ein Prozent Miet- ausfälle.“ Ganz anders im Gewerbebe- reich: „Da gibt es bei manchen Vermie- tern Ausfälle von zwölf Prozent, aber auch welche, denen fehlen 30 oder 40 Prozent ihrer normalen Einnahmen“, so Kloth. Besonders betroffen sind jene, die mit Hotels, Gastronomie und Einzelhan- del zu tun haben – Mieten von 350 Euro pro Quadratmeter in exklusiven City-La- genwerden vielleicht niemehr erreicht. Stabile Lage Flugzeugbau. Dauert die Krise länger an, wird es aber sicher auch in Hamburg zu Einbrüchen kommen.“ Andreas Wende sieht dagegen schon früher härtere Zeiten auf die knapp 14 Millionen Quadratmeter Hamburger Büroflächen zukommen – und geht von einer längeren Durststrecke aus: „Ge- schäftsmodelle, die schon vorher nicht richtig funktioniert haben, werden die Krise nicht überleben. In Summe glaube ich, dass es ein deutliches Aufwärts ge- ben wird, wenn die Wirtschaft wieder ins Rollen kommt. Die Erholung wird je- doch über mehrere Quartale, vielleicht aber auch über einige Jahre stattfinden.“ Die Unsicherheiten bleiben also – und Corona ist auch für die Immobilien- branche eine Herausforderung. ERIC LEIMANN redaktion@hamburger-wirtschaft.de Auch Andreas Wende von der NAI apollo group Hamburg sieht klare Folgen für Gewerbemieten: „Wir werden deutli- che Veränderungen spüren. Flexibles Ar- beiten oder Homeoffice sind jetzt in der Normalität angekommen. Wir werden weniger Mietflächen pro Mitarbeiter ha- ben, weniger Neuvermietungen. Die Mie- ten werden sich zunächst maximal stabil oder sogar leicht abwärts bewegen.“ Den Wohnungsmarkt hält er dage- gen für ziemlich stabil – wie auch Heinz Lehmann, öffentlich bestellter Sachver- ständiger in Immobilienangelegenheiten der Hansestadt: „Solche Krisen haben meist eine Flucht in Sachwerte zur Fol- ge.“ Auch für Gewerbebauten sieht er nicht unbedingt schwarz: „Branchenspe- zifisch befindet sich Hamburg in einer guten Position – bedingt durch sehr un- terschiedliche Wirtschaftszweige, die stark vertreten sind: Medien, Schifffahrt, zuletzt: 54,4 Geschäftsklima im Grundstücks- und Wohnungswesen Indexwerte (Punkte zwischen 0 und 200) I /2008 I /2009 I /2010 I /2011 I /2012 I /2013 I /2014 I /2015 I /2016 I /2017 I /2018 I /2019 I /2020 150 100 50 0 FOTO ISTOCK.COM FOKUSIERT
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