Mai 2018

HAMBURGER WIRTSCHAFT 05 / 18  FRAGE DES MONATS 24 FOTOS: STEFAN BUNGERT, ŽANA JOZELJIĆ/WWW.ZANAPHOTOS.DE, WWW.LICHTBILDSTUDIO.COM, HEALTH AG 162 Jahre nach seiner ersten Einführung (in Australien) gerät der 8-Stunden-Tag langsam ins Wanken: Der Rat der Wirtschaftsweisen hält ihn für zu wenig flexibel und fordert neue Regeln für die immer digitalere Arbeitswelt. Wie stehen Hamburger Unternehmen dazu? Ist der 8-Stunden-Tag noch zeitgemäß? „Ich halte den 8-Stunden Tag für eine sehr gute Richt- größe, allerdings trifft der Rhythmus ,acht Stunden arbeiten, acht Stunden Erholung, acht Stun- den schlafen‘ für viele Bereiche nicht mehr zu. Was wir künftig brauchen, ist eine Vielfalt an Arbeitszeit- modellen, auch um als Arbeitgeber für junge Talente attraktiv zu bleiben. Für unsere Nach- wuchskräfte sind flexible Arbeitszeiten ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung für Cisco und ,nine to five‘ eher ein Synonym für Eintö- nigkeit.“ Michél Brandes, Referent Due Diligence, STRABAG Property and Facility Services GmbH: „Den 8-Stunden-Tag halte ich nach wie vor für einen guten Orientie- rungswert. Da wir als Dienstleister auf Kundenbedürfnisse reagieren müssen, gibt es Phasen, in denen es zu Abweichungen kommt. Diese Mehrarbeit kann als Freizeit ausgeglichen werden. Zentraler ist die Frage: Wo verbringe ich meinen Arbeitstag? Viele Kolleginnen und Kollegen haben die Möglichkeit, ihren Arbeitsalltag mobil und flexibel zu gestalten, das ist gerade für die Vereinbarkeit von Arbeits- und Privatleben ein großer Segen.“ Antje Niebisch, Geschäftsführung der Bergedorfer Impuls gGmbH: „Aus unserer Erfahrung ist ein Arbeitstag von acht Stunden angemessen, wobei eine modernere Gestaltung durchaus zu begrüßen wäre. Die Entgrenzung der Arbeitszeit, auch durch digitale Medien, muss sorgsam bedacht wer- den. Geringe Abgrenzungsfähigkeit durch ständige Abrufbar- keit und das Interesse an wirtschaftlichem Wachstum können auf Dauer zu Burn-out und Fehlzeiten führen. Flexiblere Arbeitszeiten können nur zum Wirtschaftswachstum beitra- gen, wenn sie gesundheitsfördernd gestaltet werden.“ Jan Schellenberger, CTO der Health AG: „Flexible Modelle stehen bei uns hoch im Kurs. Wir glauben, dass unsere Mitarbeiter in der Lage sind, ihre Arbeit entsprechend ihrer Produktivität eigenverant- wortlich über den Tag und über die Woche zu verteilen. Und ob sie in ihrer Mittagspause eine Runde um die Alster joggen oder ein schnelles Sandwich essen, überlassen wir ihnen. Wir schaffen mit Angeboten wie Gleitzeit, Home Office oder Teilzeit den Rahmen dafür. Im Kundenservice sind wir jedoch noch an feste Einsatzzeiten gebunden.“ Carola Kaurisch, Executive Assistant Marketing and Communications, Cisco Systems GmbH FRAGE DES MONATS

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