März 2018
HAMBURGER WIRTSCHAFT 03 / 18 IM FOKUS 60 SMART CITY Person registrieren und daraufhin einen vorab definierten Prozess auslösen, sowie Erinnerungsfunktionen, die beim Verlas- sen der Wohnung auf den Haustürschlüs- sel oder auf die Einnahme vonMedikamen- ten hinweisen. Dank der Digitalisierung, inklusive internetgestützter Vernetzung, können diese Beispiele auf die individuel- len Bedarfe der Nutzer ausgerichtet wer- den. Das Assistenzsystem sollte den Nutzer nicht in eine unnötige Passivität drängen und seine körperlichen sowie geistigen Möglichkeiten unterfordern. „Eine Tech- nikdominanz lässt sich verhindern, sodass Nutzer durch die Technik nicht bevormun- det oder in den Handlungsmöglichkeiten eingeschränkt werden“, so Prof. Dr. Tilo Böhmann vom Fachbereich Informatik der Universität Hamburg und Co-Sprecher des Projekts AGQua – Aktive und Gesunde Quartiere Uhlenhorst und Rübenkamp. Um die Akzeptanz und Verbreitung der AAL-Technologie zukünftig weiter zu erhöhen, kommt es auf gewisse Vorausset- zungen an. Wesentlich ist ein zentrales Er- gebnis des durch die Behörde für Gesund- heit und Verbraucherschutz geförderten Projekts „Vernetztes Wohnen im Quartier“: Die Technik muss trotz ihrer zunehmen- den Funktionalität für den Nutzer bedien- D ie demografische Entwicklung in Deutschland ist absehbar: Der An- teil der älteren Menschen über- steigt zunehmend den der jüngeren Gene- rationen. Daher ist es notwendig, die Menschen zu befähigen, auch im Alter ein weitgehend unabhängiges Leben führen zu können. Unter dem Schlagwort „Smart Home“ ziehen vermehrt Produkte in den häuslichen Alltag ein, die in den frühen und mittleren Lebensphasen der Steige- rung des Komforts dienen oder aus einer Technikbegeisterung heraus genutzt wer- den. In späteren Lebensabschnitten kann diese Technologie die Funktion eines al- tersgerechten Assistenzsystems und damit unterschiedliche Unterstützungs- und Si- cherungsaufgaben umsetzen. Unter Ambient Assisted Living (AAL) werden technische Konzepte verstanden, die Aufgaben übernehmen, die den Men- schen im fortgeschrittenen Alter zuneh- mend schwerer fallen oder auf im Alter ty- pische Gefahrensituationen ausgerichtet sind. Das Spektrum möglicher Anwendun- gen ist breit: die automatische Steuerung der elektrischen Ausstattung, wie der Be- leuchtung in Abhängigkeit von der Tages- zeit oder der Anwesenheit der Bewohner, Sensoren, die eine längere Inaktivität einer bar bleiben und sich auch ohne aufwen- dige bauliche Maßnahmen in bestehende Gebäude integrieren beziehungsweise an sich verändernden Lebensbedingungen anpassen lassen. Bei Neubauten oder umfangreichen Sanierungen muss man von Anfang an auf die bautechnischen Bedingungen achten. Für eine spätere Installation und Erweite- rung des Systems werden so Hürden ver- mieden. Auch der Kostenaspekt spielt eine Rolle. Möglichkeiten der Förderung und Finanzierung sollen transparent und de- ren Inanspruchnahme unbürokratisch ge- staltet werden. Das sind Faktoren, die für eine breite Etablierung altersgerechter As- sistenzsysteme berücksichtigt werden müssen, um so den unerwünschten Folgen des demografischen Wandels ein Stück weit entgegenzuwirken. Eva Mnich eva.mnich@gwhh.de Telefon 36138-9408 Marcus Falke marcus.falke@gwhh.de Telefon 36138-9404 ILLUSTRATION: ANTON HALLMANN /SEPIA Unter www.vernetztes-wohnen-hh.de finden Sie den Abschlussbericht zum Pro- jekt „Vernetztes Wohnen im Quartier“. Abschlussbericht Das interaktive Heim: Wohnen mit System Ambient Assisted Living (AAL) ermöglicht älteren Menschen ein selbstbestimmtes Leben in ihren eigenen vier Wänden. Um die Akzeptanz solcher Systeme in Zukunft zu erhöhen, sind gewisse Voraussetzungen zu beachten.
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