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I n t e r es sen bünde l n

hamburger

wirtschaft

01/2016

Buntes Barcelona: Den Park Güell hat

der spanische Architekt Antoni Gaudí

zwischen 1900 und 1914 gestaltet

Heiner Schote

heiner.schote@hk24.de

Telefon 36138-275

zum Textilkonzern Inditex, der seinen Sitz im

galicischen A Coruña hat.

Wer etwas Besonderes sucht, ist in der

Hauptgeschäftsstraße Passeig de Gràcia rich-

tig. Dort sind nicht nur große internationale

Marken wie Adidas, Apple und Burberry prä-

sent, sondern auch anspruchsvolle lokale Ge-

schäfte. Dazu gehört beispielsweise das 1843

gegründete Modegeschäft Santa Eulalia, das

bis heute familiengeführt ist.

„Die Gestaltung der Passeig de Gràcia setzt

europaweit Maßstäbe“, sagt Levantehaus-Centermanager Dietmar Hamm. „Die steiner­

nen Bänke, die schmiedeeisernen Straßen­

laternen sowie die aufwendig gestalteten

Fußwegplatten dokumentieren den Gestal-

tungswillen, der sehr hochwertige öffent­

liche Räume schafft“, so Hamm, der auch

im Vorstand des Citymanagements Ham-

burg aktiv ist.

Enorm profitiert hat Barcelona von

einem umfangreichen Infrastrukturpro-

gramm, das im Vorfeld der Olympischen

Spiele umgesetzt wurde. In dessen Folge hat

sich die Stadt, die dem Mittelmeer den

Rücken zugewandt hatte, zum Wasser hin

wieder geöffnet. So wurden beispielsweise

längere Abschnitte der Autobahn, die die

Stadt vom Meer trennte, untertunnelt und

die innenstadtnahen Hafenanlagen zu Frei-

zeithäfen umgestaltet.

Die neugestalteten Plätze in der sehr

dicht bebauten Altstadt haben ebenfalls

internationale Aufmerksamkeit erfahren.

Viele sind voller Menschen, aber bis heute

gibt es in der Innenstadt ruhige Gebiete,

zum Beispiel in der Nähe des 1995 eröffne-

ten Museums für Zeitgenössische Kunst.

Heute ist es auch selbstverständlich, dass

sich Jugendliche aus Barcelona mit

Architekten aus Schweden, den Nieder-

landen und Spanien in Workshops über

die Zukunft ihres innerstädtischen

Quartiers austauschen.

Heiß diskutiert wird in Barcelona

aktuell die Frage, ob Katalonien ein

unabhängiger Staat werden soll. Die Befür-

worter kritisieren, dass die wirtschaftlich star-

ke Region die schwächeren Gebiete Spaniens

zu sehr unterstützen müsse. In Katalonien le-

ben 16 Prozent der Bevölkerung Spaniens, die

ein Fünftel der Wertschöpfung erwirtschaften

und für fast ein Drittel der Exporte des Landes

sorgen. Die Gegner verweisen allerdings da­

rauf, dass der spanische Markt für Katalonien

nach wie vor eine große Rolle spiele.

Ramon Masià plädiert für eine föderale

Ordnung wie in Deutschland. Auch sonst be-

obachtet er die Entwicklung im größten Land

der Europäischen Union genau: „Deutschland

ist für Katalonien ein wichtiger Wirtschafts-

partner. Und für viele deutsche Unternehmen

ist das international vernetzte Barcelona der

richtige Ausgangspunkt für den spanischen

und lateinamerikanischen Markt.“