Dezember 2020 / Januar 2021

HAMBURGER WIRTSCHAFT 30 In den letzten Monaten hat ein Virus unser Le­ ben durcheinandergewirbelt. Welche Folgen wird das für die Mobilität der Zukunft haben? Hans H. Hamer: Auf Seiten der Marktpartner sieht man derzeit große Verunsicherung, verbunden na- türlichauchmitUmsatzeinbußen. Die Industrie fährt auf Sicht. Alle rechnen damit, dass es ab demzweiten Quartal 2021 wieder Richtung Normalität geht. Wie auch immer dieseNormalität aussehenwird. Sieger dieser Entwicklung sind derzeit der mo­ bile Individualverkehr (MIV) und der Fahrrad­ verkehr. Auf der Verliererseite stehen der öffent­ liche Personennahverkehr (ÖPNV), Shared-Mo­ bility-Angebote und die Autohersteller, oder? Ich würde nicht sagen, dass die Autohersteller die Verlierer sind. Die Menschen nutzen ja gerade wie- der vermehrt das eigene Auto. Unter Nachhaltig- keitsgesichtspunkten ist diese Entwicklung natür- lich nicht sehr erfreulich, aber sie zeigt, wie wichtig den Menschen die persönliche Sicherheit ist. Der ÖPNV muss die Sicherheit seiner Nutzer sehr ernst nehmen und sie gewährleisten, damit er weiterhin eine attraktive Mobilitätslösung bleibt, durch ge- zielte Hygienekonzepte, das Einhalten von Ab- Dr. Hans H. Hamer beschäftigt sich seit 35 Jahren mit Mobilität und gehörte zu den aktiven Unterstützern der Bewer- bung Hamburgs um den ITS Weltkon- gress 2021. Im Gespräch mit der HW plädiert er für mehr Nachhaltigkeit in der Mobilität, aber auch für die ausge- wogene Berücksichtigung der Interessen von Autofahrern und Fußgängern.

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