Dezember 2019

HAMBURGER WIRTSCHAFT 56 Engagement in der Bildungsarbeit Doch die wichtigen Funktionen und Aufgaben der Bundesbank müssen auch vermittelt werden. Öffentlichkeitsarbeit und ökonomische Bildung sind der Hauptverwaltung in Hamburg deshalb ein zentrales Anliegen: „Ein besseres Verständnis der Geldpolitik, unserer Aufgaben und der Finanz­ wirtschaft ist uns allgemein wichtig. Das Interesse ist durch die Folgen der Finanzmarktkrise und die außerordentliche Geldpolitik deutlich gestie- gen“, so Bäcker. So steht nicht nur ein interaktiver Touchscreen vor den Dreieckskonturen des dunklen Gebäudes an der Willy-Brandt-Straße: Die Hamburger Bun- desbank-Hauptverwaltung veranstaltet auch Info- veranstaltungen und Vortragsabende, Seminare an Schulen und Universitäten, bietet Lehrerfortbil- dungen an und vergibt Forschungspreise. Gerade die Jugend ist der Bank dabei sehr wichtig: „Bei unserer Arbeit achten wir sehr darauf, den Kontakt zu jungen Menschen zu halten. Weil sich deren Mediennutzung stark verändert hat, er- reichen wir mit klassischen Informationsträgern wie Zeitungen einen Teil der Bevölkerung nicht BUNDES BANK PERSÖN- LICH Dr. Arno Bäcker, wie hat es Sie eigentlich nach Hamburg ver- schlagen? Ich habe nach meinem Studium, abgesehen von Auslandspositio- nen in Brüssel und Rom, die meiste Zeit in unserer Zentrale in Frank- furt gearbeitet. Das Angebot, hier- herzukommen, habe ich vor fast drei Jahren gerne angenommen, weil meine Position hier durch die Ver- antwortung für fast 600Mitarbeite- rinnen und Mitar- beiter sowie für die Schnittstelle zwi- schen Bundesbank undWirtschaft beziehungsweise Öffentlichkeit im Norden interes- sante Herausfor- derungen bietet. Und was hat sich dadurch grundlegend für Sie geändert? ImVergleich zu meiner Koordi­ nierungsfunktion zuletzt in Frank- furt ist die Perso­ nalverantwor- tung beträchtlich größer und der öffentliche Auf- tritt in drei Bun- desländern eine neue und anre- gende Aufgabe. Natürlich gefallen meiner Familie und mir auch die Reize des Nordens. Dr. Arno Bäcker ist Präsident der Hauptverwaltung in Hamburg mehr. Aus diesem Grund haben wir bei unserer Hauptverwaltung in Hamburg einen inoffiziellen Schülerbeirat eingerichtet, der sich an Schülerin- nen und Schüler ab der 11. Klasse richtet. Da gab es kürzlich die zweite, sehr lebendige Sitzung“, präzi- siert der Präsident der Hauptverwaltung. Und natürlich pflegt die Bank auch einen engen Kontakt zur Handelskammer – ob als Gast in deren Finanzausschuss oder als Veranstalter einer ge- meinsamen Kapitalmarktkonferenz. Traditionsbewusst und zukunftsorientiert Schon aufgrund dieser Arbeit erstaunt es nicht, dass die Bundesbank einen hervorragenden Ruf in der Gesellschaft genießt: „Wenn es in Meinungsum- fragen ums Vertrauen in die Institutionen geht“, be- teuert Bäcker, „rangierenwirmeist weit vorn.“ Dabei hat sich die Hamburger Hauptverwaltung in den vergangenen Jahrzehnten nicht nur struktu- rell, sondern auch atmosphärisch gewandelt. Heute werden die meisten Daten der Kreditinstitute nicht mehr auf Papier angeliefert, das Bargeld wird nicht mehr von Hand gezählt, und die Kommunikation ist umfassender – auch wenn nur die Zentrale der Bun-

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