Dezember 2019

HAMBURGER WIRTSCHAFT 32 FOTO: BERND JONKMANNS Trübe Stimmung Wie das jüngste Konjunkturbarometer zeigt, blicken immer mehr Firmen sorgenvoll in die Zukunft. Die Investitionsplanungen bleiben aber stabil – und der Umweltschutz ist dabei eine treibende Kraft. D ie Zahlen sind deutlich – und hart: Mehr als jedes vierte Hamburger Unternehmen (26,9 Prozent) erwartet für die kommenden zwölf Monate eine Verschlechterung der Geschäftslage, nur noch 16,2 Prozent gehen von einer Verbesse- rung aus – so das Ergebnis des Konjunkturbarome- ters fürs dritte Quartal 2019. Und auch wenn immer noch ein knappes Drittel (30,3 Prozent) ihre aktuelle Lage als „gut“ beurteilen, liegen die positiven Beur- teilungen nur noch um 13,6 Punkte über den negati- ven (Saldo im Vorquartal: +19,8). Damit ist das Ge- schäftsklima in Hamburg auf ähnlich niedrigem Niveauwie zuletzt vor rund zehn Jahren. Die Gründe sind vielfältig: Wie im Vorquartal sehen sechs von zehn Betrieben den Fachkräfte- mangel als eines der größten Risiken an. Deutlich gewachsen ist aber der Anteil der Firmen, die die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen mit Sorge betrachten – von 43,2 auf 50,0 Prozentpunkte. Die zunehmende Unsicherheit schlägt auch auf die Personalplanungen durch: Noch beabsichtigen zwar mehr Firmen, ihr Personal aufzustocken als zu reduzieren (17,6 gegenüber 14,9 Prozent), der Saldo (+2,7) liegt aber um einige Punkte unter dem des Vorquartals (+7,5) und hat sich gegenüber dem Jahresanfang umganze 13,6 Zähler verringert. Umweltschutz als Investitionsmotor Die positiven Nachrichten: Im Baugewerbe, der IT- Branche und bei den Versicherungen hat sich das Ge- schäftsklima im Vergleich zum Vorquartal verbes- sert. Und die Investitionsabsichten sind insgesamt stabil: Der Saldo liegt hier mit +15,5 Punkten auf ähn- licher Höhe wie in den beiden Vorquartalen – fast ein Drittel der Firmen planen höhere Investitionen im Inland, 16,4 Prozent wollen sie zurückschrauben. Als eine treibende Kraft erweist sich dabei der Umweltschutz: Etwa jedes fünfte Unternehmen (19,8 Prozent) begründet damit seine geplanten → KONJUNKTUR BAROMETER Wildwuchs- Brau- meister Friedrich Carl Richard Mathies setzt auf Bioprodukte

RkJQdWJsaXNoZXIy MjI2ODAz