Dezember 2019

HAMBURGER WIRTSCHAFT 28 PERSÖNLICH HENNING VÖPEL 2020 wird für Hamburg ein spannendes Jahr. Prof. Dr. Henning Vöpel, Direktor des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI), sieht viele positive Ansätze für den Standort, aber auch deutliche Risiken. Professor Dr. Vöpel, blicken wir zunächst zurück auf 2019. Was ist Ihnen in Erinnerung geblieben? Henning Vöpel : Als Erstes fällt mir der Nichtauf- stieg des HSV ein. Aber das sieht ja jetzt deutlich besser aus, insofern hat sich innerhalb des Jahres 2019 schon einmal ein bisschenwas getan. Sehen Sie denn auch diesseits des Volksparks in Hamburg neue Aufstiegsperspektiven? Wollen wir überhaupt aufsteigen, fragt man sich manchmal. Wir hatten ja schonmehrfach die Diskus- sion, ob Hamburg den Anspruch haben darf, Welt- stadt zu sein. Ich finde, sie muss. Denn Anspruch bedeutet Antrieb. Und insgesamt ist mein Eindruck der letzten drei Jahre, dass die Stadt da ein bisschen aufgewacht ist. Aus meiner Sicht war 2019 ein Jahr, das viel gebracht hat an Aufbruchstimmung, aber vielleicht noch nicht an echten Fakten und Taten. Positiv war sicherlich auch, dass die Universität in diesemJahr Exzellenzuniversität geworden ist. In Sachen Wissenschaft könnte man noch den Plan für die Science City Bahrenfeld hinzufü- gen, der ja auch bemerkenswert ist. Absolut, das ist einwichtiger Schritt, was diemittel- bis langfristige Ausstrahlung und Wettbewerbs­ fähigkeit des Standortes betrifft. Wennwir schauen, was die wesentlichen Treiber sind, die über den Wohlstand eines Standortes entscheiden, dann se- hen wir international schon länger, dass Wissen- schaft sehr wichtig ist. Und die Wirtschaft muss dichter an die Forschung heranrücken, damit man die Innovationsfähigkeit erhöhen kann. Muss sich auch dieWissenschaft stärker mit der Wirtschaft und mit gesellschaftlichen Akteu- ren verknüpfen? Prof. Dr. Henning Vöpel (47) ist seit 2014 Direktor und Geschäftsführer des HamburgischenWeltWirt- schaftsInstituts (HWWI). Er lehrt als Professor für Volkswirtschaftslehre an der HSBA und moderiert die Sendung „Hamburg 4.0“ beim TV-Sender Hamburg 1.

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