Dezember 2019
HAMBURGER WIRTSCHAFT 10 FOTO: ARTO / STOCK.ADOBE.COM HEINER SCHOTE heiner.schote@hk24.de Perspektiven für die City Was tun für ein attraktives Stadtzentrum? Das „Bündnis für die Innenstadt“ hat Forde rungen an die Politik formuliert. D ie Innenstadt ist das Herz Hamburgs – und das Aushängeschild: Hier flanieren und shoppen nicht nur die Hamburger, sondern auch die immer zahlreicher nach Hamburg strömen- den Touristen. Doch der Einzelhandel, der die City prägt, steht vor großen Herausforderungen: Durch die Digitalisierung erlebt er einen tiefgreifenden Strukturwandel. Und mit dem Überseequartier in derHafenCity gewinnt dieHansestadt 2022 zwar eine neue Attraktion, doch diese wird die Wettbewerbssi- tuation für denHandel nachhaltig verändern. Um diesen Herausforderungen rechtzeitig zu begegnen, haben sich die Handelskammer und sechs Verbände zum „Bündnis für die Innenstadt“ zusammengeschlossen. Gemeinsam fordern sie die Politik auf, sich stärker für die City einzusetzen. Ideen für eine lebendige Stadt „Die Innenstadt muss gut erreichbar sein, mit dem ÖPNV, dem Pkw, dem Fahrrad und zu Fuß“, sagt Handelskammer-Vizepräses André Mücke. Dazu gehörten eine deutlich zuverlässigere S-Bahn, eine bessere Koordinierung der Baustellen sowie attrak- tiveWege für Radfahrer und Fußgänger. Ebenso wichtig sind eine hohe Aufenthaltsquali- tät, attraktive Wasserlagen sowie eine zeitgemäße und gepflegte Stadtmöblierung. Hierzu fordert das Bündnis, dass Hamburg die öffentlichen Räume im Kern der Innenstadt, also rund um die Binnenalster, auf dem gleichen Niveau unterhält und pflegt wie in der HafenCity. Dort hat die städtische HafenCity Hamburg GmbHneue öffentliche Räume undWasser- lagen geschaffen, die europaweitMaßstäbe setzen. Mit Maßnahmen wie der Neugestaltung des Jungfernstiegs hat Hamburg zwar schon einiges er- reicht, aber viel ist noch zu tun. So arbeitet die Stadt zwar aktiv und in enger Abstimmung mit der Wirt- schaft an der Neugestaltung des Gerhart-Haupt- mann-Platzes: Der platanenbestandene Platz könnte AKTIVE PARTNER → Die Partner des „Bündnisses für die Innenstadt“ sind die Handels- kammer Hamburg, das City Manage- ment Hamburg, der DEHOGA Hamburg Hotel- und Gaststätten- verband e. V., der Handelsverband Nord e. V., der Tou- rismusverband Hamburg e. V., der Trägerverbund Projekt Innenstadt e. V. und der Verband der Mittel- und Groß- betriebe des Einzelhandels e. V. → Das Stand punktepapier des Bündnisses finden Sie unter www.hk24.de/ buendnis- innenstadt ein Ort zum Ausruhen sein – mit Bänken, die zum Sitzen einladen, und einem sprudelnden Brunnen. Doch die Planungen kamen bisher nur langsam vo- ran. Dabei sind solche ruhigen Orte – abseits der be- lebten Mönckebergstraße – wichtiger denn je, wie sich bei einem Workshop zeigte, den der Business Improvement District (BID) Mönckebergstraße und die Handelskammer imFrühjahr organisierten. Zu weiteren wichtigen Handlungsfeldern gehö- ren etwa der Ausbau des Hauptbahnhofs und das Er- stellen eines Verkehrskonzepts für die Mönckeberg- straße. Außerdem erwartet das Bündnis, dass die Stadt eine zeitgemäße Touristen-Information, eine effiziente City-Logistik und die Rahmenbedingungen für eine vielfältige Nutzungsmischung schafft, die die City auch in den Abendstunden belebenwürde. Das alles kostet Geld: „Deshalb fordern wir die Politik auf, ein Investitionsprogramm für die Innen- stadt zu erarbeiten, das die Attraktivität nachhaltig steigert und spätestens innerhalb von zehn Jahren umgesetzt werden kann“, so AndréMücke. ZAHLEN Der City-Einzel- handel erwirt- schaftete 2018 einen Umsatz von 1,98 Milliarden Euro. Das sind 17,3 Prozent des Um- satzes in Hamburg. Die Einzelhandels- Verkaufsfläche in der City beläuft sich auf 346500 Quadratmeter.
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MjI2ODAz