Dezember 2017
HAMBURGER WIRTSCHAFT 12 / 17 STANDORT 33 lage einen direkten Bezug nach Jenfeld gab. „Hier findet man vielfältige und un- verbrauchte Motive. Man hat ein großes Spektrum an Milieus und sozialen Ge- flechten. Ob rotziger Punk oder gediege- ner Segelclub: alles dabei“, erklärt Çatak. Aber Hamburg bietet nicht nur fiktio- nalen Stoffen das richtige Setting. Auch die Stadt selbst schreibt spannende Geschich- ten für die Kinoleinwand. Mit ihrer Hom- mage an den Stadtteil St. Pauli, dem Doku- mentarfilm „Manche hatten Krokodile“, haben sich die Produzenten der Tamtam Film GmbH in die Herzen der Hamburger gefilmt. „Der Film hat unsere Verbunden- heit mit dem Standort noch verstärkt“, sagt Geschäftsführerin Andrea Schütte. Zusammen mit Regisseur Christian Hornung hat die Produktion drei Jahre an Thema und Umsetzung geschliffen. Mit ei- ner sensiblen Herangehensweise wurde dem Stadtteil St. Pauli ein Dokumentar- film abgerungen, der den unverfälschten Zauber einer vergangenen Epoche auf die Leinwand bannt. Obwohl jetzt schon über 13000 Zuschauer das Werk im Kino gese- hen haben, bleibt der Film für Tamtam im ökonomischen Sinn ein Risiko. „Effizienzmaßstäbe kann man da nicht ansetzen. Unsere Zufriedenheit schöpfen wir bei diesem Projekt insbeson- dere daraus, dass die Protagonisten des Films glücklich über ihre eigene Rolle und die Darstellung ihres Stadtteils im Film sind“, berichtet Schütte, die ihr Handwerk an der Hamburg Media School gelernt hat. Die Absolventen des Master-Studiengangs „Film“ haben in den vergangenen Jahren 50 nationale und internationale Auszeich- nungen, darunter fünf Studenten-Oscars, verbuchen können. So zählt Regisseurin Katja Benrathmit ihrem Abschlussfilm „Watu Wote“ zu den Gewinnern der Studenten-Oscars 2017. Auch Ilker Çatak ist HMS-Absolvent und schätzt die solide Ausrichtung und das Drehbuch-Handwerk dort. „Professor Ri- chard Reitinger und sein Team arbeiten mit Erfahrung und Hingabe daran, ihr Wissen weiterzugeben“, erzählt Çatak. Nach der Ausbildung entscheiden sich viele Absolventen für den Standort Ham- burg, weil hier ein konzentriertes Arbeiten mit ausreichend Fachleuten und Dienst- leistern möglich ist. „Hamburg steht für Unternehmergeist und Produktivität“, meint Çatak. Diesen Eindruck bestätigen auch die Zahlen der ersten repräsentativen Studie der Filmförderung Hamburg- Schleswig-Holstein. Die 1 250 Unterneh- men der ansässigen Bewegtbildbranche erwirtschaften einen Gesamtumsatz von 3,2 Milliarden Euro und sind mit 14500 Ar- beitsplätzen ein bedeutender Wirtschafts- faktor in der Region. Die Ergebnisse zeigen außerdem, dass die Branche trotz aktuel- ler Herausforderungen in den kommen- den Jahren mit wirtschaftlichem Wachs- tum rechnet. Natürlich gibt es auch offene Wün- sche und Verbesserungspotenzial. Die Filmförderung ist mit 12,6 Millionen Euro im Vergleich zu anderen Bundesländern mit einem eher kleinen Jahresetat ausge- stattet. Daher arbeiten die Unternehmen am Standort unter hohem Effizienzdruck. „Gerade bei der Stoffentwicklung kann ei- nem schonmal die finanzielle Puste ausge- hen, bevor man den Inhalt in Perfektion ausarbeiten konnte“, erläutert Andrea Schütte. Einen Wunsch, der wohl definitiv unerfüllt bleibt, verrät Ilker Çatak: „Ich wünsche mir gutes Wetter! Wir haben in der Postproduktion viel Geld ausgegeben, um die Himmel weniger grau aussehen zu lassen. Hollywood liegt eben nicht um- sonst im Sunshine State California.“ Erleben Sie die Digitalisierung der Wirtschaftsauskunft. Die SCHUFA-B2B-Expertise Wir schaffen Vertrauen Die digitale Revolution hat die Art, wie wir Geschäfte machen, grundlegend verändert. Genau hier setzen wir an. Mit unseren volldigitalen Prozessen der Informationsbeschaffung, -verarbeitung und -bereitstellung bieten wir Ihnen einzigartige Schnelligkeit, Objektivität und exzellente Datenqualität. Für passgenaue Prognosen und kalkulierbare Geschäftsrisiken. Die Zeit ist reif für Risikomanagement einer neuen Generation. Mehr erfahren auf www.schufa.de/b2bexpertise Erhalten Sie Auskünfte zu Unternehmen. rz1 sch-1219 Anzeigen IHK Zeitschriften 210x70mm.indd 1 08.11.17 18:29 Nadja Schroers nadja.schroers@hk24.de Telefon 36138-262 Mit „Manche hatten Krokodile“ macht Andrea Schütte St. Pauli eine Liebeserklärung
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