Dezember 2017

FOTOS: ISTOCK.COM/LESLEYWANG2015 HAMBURGER WIRTSCHAFT 12 / 17 MÄRKTE 26 „China hat aufgeholt“ Lars Anke, Leiter des Hamburg Liaison Office in Shanghai, sprach mit der HW über sein Engagement zur Intensivierung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Hamburg und China. HW: Herr Anke, Sie wurden mit demMag- nolia Silver Award der Shanghaier Stadtre- gierung ausgezeichnet. Was bedeutet der Preis für Sie? Lars Anke: Ich bin sehr dankbar für die Auszeichnung. Die Stadt Shanghai bringt damit Ausländern, die sich bei der Ent- wicklung der Stadt engagiert und der Ver- tiefung ihrer internationalen Beziehungen verdient gemacht haben, ihren Dank ent- gegen. Ich begreife dies nicht nur als per- sönliche Auszeichnung, sondern vor allem auch als Anerkennung der Arbeit des ge- samten Teams imHamburg Liaison Office und unserer Kollegen in den Institutionen zu Hause in Hamburg. Die starke Verbindung zwischenHam- burg und Shanghai wird vom Engagement auf beiden Seiten getragen. Sie drückt sich in langfristigen Austausch- und Koopera- tionsprojekten aus, aber auch in Speziali- sierungen, etwa im Bereich der Abwasser- wirtschaft oder Stadtplanung. Ich bin glücklich, dass unsere Arbeit einen Bei- trag leisten kann, Kooperationen anzu- Hamburg, Deutschland und die Welt MÄRKTE stoßen und das gegenseitige Verständnis zu vertiefen. Wie hat sich der chinesische Markt seit Ih- rer Ankunft in China vor elf Jahren verän- dert? ChinasMarkt hat sich seit 2006 extrem dynamisch entwickelt. Zwar sind auch in China seit 2009 Wachstumsraten im zwei- stelligen Prozentbereich Geschichte, trotz- dem realisiert das Land nach wie vor enorme Ausweitungen von Marktpo- tenzialen. Mit dem starkenWachstum hat sich aber auch die Marktstruktur verändert. China ist nicht mehr in ers- ter Linie Produzent und Abnehmer kostengünstiger Massen- und Stan- dardprodukte, sondern weist eine zunehmende Spezialisierung auf. Beispiele für die Qualitätssteigerung chinesischer Produktion bieten Unternehmen wie der Haushaltsge- rätehersteller Haier und der Telekom- munikationsanbieter Huawei. Die Fortschritte imFlugzeug- bau oder in der Tiefseetechnolo- gie sind bemerkenswert. Chinesische Kun- den fragen nach Qualität bei Maschinen, Anlagen und Komponenten, etwa im Rah- men von Lizenzfertigungen namhafter deutscher Marken. Hier sind unsere Unter- nehmen mit ihrem hohen Qualitäts- und Technologiestandard gut positioniert. Auch im Bereich von Dienstleistungen hat China aufgeholt. Sieht man sich etwa den IT-Sektor an, und zwar nicht nur interna- tional bekannte Firmen wie Alibaba und Tencent, sondern auch den dynamischen Start-up-Sektor, dann ist China in einigen Bereichen bereits in die Führungsriege weltweiter Entwicklung aufgerückt. Welche Möglichkeiten haben Hamburger Betriebe zukünftig auf dem chinesischen Markt? In China bestehen nach wie vor große Chancen. Etwa in der Gesundheitswirt- schaft und im Flugzeug- oder Schiffbau. Auch in der Logistik sind Hamburger Fir- men mit innovativen Lösungen gut positi- oniert. Großes Potenzial sehe ich im Be- reich der Umwelttechnologie, vor allem in

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