Dezember 2017

Hamburger Musikfreunde traf. „Die Schanze unterliegt einer ständigen Verän- derung“, sagt Trübger, die dem Wandel auch positive Seiten abgewinnen kann. „Die Aufwertung hat dafür gesorgt, dass mehr Kunden hierherkommen, die sich für den Kauf eines Klaviers interessieren.“ Vor allem für kleinere Geschäfte, sagt sie, seien die steigenden Mieten jedoch eine Katastrophe: „Viele, die das Viertel so bunt und vielschichtig gemacht haben, müssen deshalb schließen.“ Im Juli hatte auch das Pianohaus zum ersten Mal in seiner 145-jährigen Geschichte fast drei Werktage lang ge- schlossen, jedoch nicht aus wirtschaftli- chen Gründen. Die Inhaberin wollte das Inventar vor den befürchteten Krawallen rund um den G20-Gipfel schützen. Das klappte zwar, diverse Nachbarn hätten je- doch große Probleme wegen der Sach- schäden und Einnahmeausfälle gehabt. „Bis heute haben die Geschäftsleute in der Schanze keine befriedigende Ent- schädigung erhalten – trotz anderslau- tender Versprechen“, erklärt Trübger. Sie Antonia Thiele redaktion@hamburger-wirtschaft.de Telefon 36138-305 Geschäfte ahoi! Alles, was Sie für Ihren nächsten Saisonerfolg brauchen – auf der wichtigen regionalen Ordermesse für den norddeutschen Einzelhandel: Vielfalt bei rund 950 Ausstellern Lifestyles rund um Wohnen und Dekorieren Praxis-Tipps und Infos für den Einzelhandel Tickets: nordstil.messefrankfurt.com 13. – 15. 1. 2018 Alle Mann nach Hamburg. nennt die Aufarbeitung des Gipfels „un- hanseatisch“. Die Holzwände, mit denen die Ge- schäftsführerin die Schaufenster verklei- den ließ, um größere Schäden zu verhin- dern, nutzte sie für eine Botschaft: „Immer schön Piano!“, stand dort mit ro- ten Buchstaben auf weißem Grund. Für den Wortwitz gab es in den sozialen Me- dien viel Lob, wenn auch teils eher wider- willig klingendes. „Ausgerechnet der ver- meintlich bourgeoiseste Laden in der Schanze hat beim G20 den besten Hu- mor“, schrieb ein Nutzer auf Twitter – und erntete für diese Formulierung viel Kritik von Kommentatoren, die die langjährige Verbundenheit des Pianohauses mit der Schanze hervorhoben. Dabei hätte Fried- rich Reinhold Trübger I. die Assoziation seines Geschäftes mit der Bourgeoisie wohl selbst noch als eindeutiges Lob emp- funden. „Immer schön Piano!“, rieten die Trübgers den G20-Gegnern im Juli (li.). 1906 zog das Pianohaus von der Altonaer Straße in die Schanzenstraße (u.)

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