Dezember 2017

16 HAMBURGER WIRTSCHAFT 12 / 17 TITEL ILLUSTRATION: SABRINAMUELLER.COM; FOTO: ULRICH PERREY zige Lemonaid & ChariTea e. V. unterstützt. „Trinkend die Welt verändern“, lautet das Firmenmotto. „Im Gegensatz zu herkömmlichen Fir- men möchten wir zeigen, dass ein Unter- nehmen auch den Sinn haben kann, den Social Value zu maximieren – und nicht den Shareholder Value“, erklärt Bethke. Und so werden Hilfsprojekte in den Teean- baugebieten initiiert. Die Gelder gehen zum Beispiel an eine ökologische Land- wirtschaftsschule und ein interkulturelles Bildungsinstitut oder dienen dem Aufbau einer stabilen Versorgung mit Elektrizität und Trinkwasser. „Der Trend geht ganz klar hin zu mehr Verantwortung“, sagt Bethke, der schon in der Entwicklungs- hilfe gearbeitet hat. Das Start-up wuchs seit seiner Grün- dung rasant. Inzwischen sind es rund 90 Mitarbeiter. Die kümmern sich vor allem um Buchhaltung, Rohwareneinkauf und Kundenbetreuung. 2015 betrug der Um- satz acht Millionen Euro, im vergangenen Jahr wurden weltweit 13 Millionen Fla- schen verkauft. „Wir haben in der Vergan- genheit ein ziemliches Tempo vorgelegt. Es wird sich in Zukunft eher etwas abküh- len. Und das ist für den Spirit auch gut“, sagt Bethke. Er selbst hat zum Tee eine ganz persönliche Beziehung: „Ich bin fast jedes Wochenende in Sri Lanka, wo ich die Schule besucht habe, in die Teefelder ge- gangen. Es ist ein faszinierend vielseitiges und gesundes Naturprodukt.“ Das findet auch Ilka Dikkeschey. In der Altstadtstraße Kattrepelsbrücke hat sie ihr Geschäft. Es ist das älteste Hamburgs: „Ernst Zwanck Theehandlung“ existiert seit 1796. Von ihrem Vater hat sie 1998 den Laden übernommen. Dikkeschey ist be- kannt für ihre traditionsreichen Teemi- schungen. „Die haben sich schon seit vie- len Jahrzehnten bewährt“, sagt sie und zeigt auf das dicke Mischbuch: „Allesamt Geheimrezepte.“ Die kleinen Geschäfte stehen stark un- ter Druck. Gut die Hälfte des Tees in Deutschland wird vom Lebensmitteleinzel- handel einschließlich der Discounter um- gesetzt. Fachgeschäfte haben lediglich ei- nen Anteil von 18 Prozent. Dabei machen Franchiseunternehmen wie Tee Gschwend- ner sogar noch den größten Teil aus. Dikkeschey setzt deshalb neben hoher Qualität auf individuelle Beratung und ih- ren persönlichen Einsatz, um die Stamm- kunden zu halten. Die nutzen inzwischen vermehrt den Versand. „Es schauen aber auch viele Geschäftsleute in der Mittags- pause oder auf dem Heimweg bei uns rein“, sagt Dikkeschey. Ihre Tochter ist im Geschäft dabei, sie soll es später übernehmen. „Tradition mit viel Aroma“ ist der Leitspruch des kleinen Familienunternehmens. „Ich hoffe sehr, dass die Kunden uns treu bleiben“, sagt Dikkeschey. Die Chancen stehen gut. Denn Tee kann sie – genau wie Hamburg. Clemens Gerlach redaktion@hamburger-wirtschaft.de Telefon 36138-305 ILKA DIKKESCHEY Tee Zwanck „Unsere Rezep- turen bewähren sich seit Jahr- zehnten – alle- samt Geheim- rezepte.“

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