November 2018

FOTO: ACTION PRESS HAMBURGER WIRTSCHAFT 11 / 18  MÄRKTE 30 A nfang September schrieb das Oberste Gericht Indiens Ge- schichte, als es den aus dem Jahr 1861 stammenden Para- grafen 377 für verfassungswidrig erklärte und damit Ho- mosexualität entkriminalisierte. Dieser Schritt betrifft vor allem die indische Bevölkerung, aber auch die vor Ort lebenden auslän- dischen, schwulen und lesbischen Führungskräfte. Generell gilt weiterhin, dass Homosexualität in Indien ein Tabuthema bleibt und dort eher sozial konservative Moralvorstel- lungen vorherrschend sind, die bis in die britische Kolonialzeit zurückreichen und Werten des viktorianischen Zeitalters entspre- chen. Ähnliche Einstellungen und Rechtsprechungen sind daher auch in vielen Ländern anzutreffen, insbesondere ehemaligen Ko- lonien in Asien und Afrika. Diese Tatsache macht es für homosexuelle Führungskräfte komplexer, sich auf einen längeren Auslandsaufenthalt vorzube- reiten. Für sie ergeben sich völlig andere Fragestellungen als für heterosexuelle Kollegen: In welches Land kann ich gefahrlos ein- reisen, wo kann ich ohne Einschränkungen leben? Kann ich mei- nen Partner oder Partnerin mitnehmen? In welchen Situationen muss ich mich gegenüber Geschäftspartnern und Kollegen in ei- ner fremden Kultur anders verhalten als sonst? Welche Kompro- misse bin ich persönlich bereit einzugehen? Einen ersten Hinweis zur Reisesicherheit für homosexuelle Menschen bietet der Gay Travel Index, der regelmäßig vom Reise- führer Spartacus veröffentlicht wird und auf 14 Kriterien beruht. Hierzu gehören unter anderem die Möglichkeit zu heiraten oder Andere Länder, andere Tabus: Für homosexuelle Führungskräfte können internationale Geschäftsreisen und Aufenthalte besondere Herausforderungen darstellen. I am what I am – auch im Ausland? In Taiwans Hauptstadt Taipeh gibt es Fortschritt: Seit mehreren Jahren marschiert Ende Oktober die Gay and Lesbian Pride Parade am Präsidentenpalast vorbei WIR BERATEN UNTERNEHMEN

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