September 2018

ILLUSTRATION: ANJA STIEHLER-PATSCHAN /JUTTA FRICKE ILLUSTRATORS Mit Sicherheit gute Geschäfte Safety first! Vier von vielen Angeboten, die Hamburg und seine Unternehmen sicher machen. H alten Sie Ihre Stadt für sicher? Ja – sagen laut einer Umfrage der BAT Stiftung für Zukunftsfragen 48 Pro- zent der Hamburger. Aber wer genau küm- mert sich darum, dass es hier sicher ist? Immerhin sind in der Elbmetropole über 1,8 Millionen Menschen und rund 90000 Unternehmen zu Hause. Eine ganze Reihe von Unternehmern hat sich das Motto „Safety first“ zur Auf- gabe gemacht – und zum Beruf. Eine von ihnen ist Vera Wulff. Nach zwei klassi- schen Beratungsfirmen hat sie „Mein Se- curity-Broker“ gegründet, weil sich zeigte, dass es eine Nachfrage gibt: „Wenn der Stromableser auf der Leiter steht und der Mieter mit dem bellenden Kampfhund un- ten steht, komme ich mit Coachings zum Thema kundenorientiertes Verhalten nicht weiter“, sagt Wulff. Also bot sie spe- zielle Beratung an: „Wir stellen eine Rundum-Versorgung von Prävention bis Personenschutz sicher“, sagt sie. Konkret: Es gibt Schulungen, wie sich beispiels- weise Mitarbeiter eines Wellnessunterneh- mens verhalten, wenn es zu Übergriffen in der Sauna kommt, oder wie Mitarbeiter des Arbeitsamtes und Versicherungsver- treter erkennen können, wenn eine Situa- tion umkippt. Doch das Konzept geht weiter: „Wenn die private Adresse von Unternehmern he- rausgefunden wurde, beraten wir zum richtigen Verhalten und vermitteln im Ernstfall auch Personenschutz“, sagt Wulff. Dieses Komplettpaket kommt an: „Gerade Mittelständler schätzen uns als Sicherheits-Makler, denn sie haben keine eigene Sicherheitsabteilung und brauchen mal diese, mal jene Dienstleistung.“ Im- mer häufiger wird auch Unterstützung bei Reisen angefragt, denn einige Länder hal- ten Geschäftsleute auf begrenzte Zeit fest: „Hier arbeiten wir mit den Behörden vor Ort zusammen und informieren über Risi- kosituationen“, sagt Wulff. Auch für Dieter Bode ist das Thema Reisesicherheit ein brandaktuelles: „Einen gültigen Pass zu haben, reicht bei Weitem nicht aus: Man muss vor der Abreise über- legen, wie die Sicherheitslage in dem Land ist, wie man vom Flughafen sicher zum Hotel kommt und wie man Daten auf mo- bilen Geräten in einem Hotel sichert“, sagt der Vorstandsvorsitzende des Verbandes „Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft Norddeutschland e. V.“, der bereits bei der Hamburger Polizei und für die Sicherheit am Hamburger Flughafen verantwortlich war. Der Verband betreibt Kriminalpräven- tion und will Hamburgs Unternehmen si- cherer machen, dochmanchmal ist das gar nicht so einfach: „Geschäftsführer werden fast täglich mit den Auswirkungen von Cy- bercrime konfrontiert, aber das Bewusst- sein, dass es das eigene Unternehmen tref- fen könnte, fehlt oft“, sagt Bode. Mit interessanten Personen und Orten, zum Beispiel auf der Cap San Diego, macht der Verband die Informationsveranstaltungen attraktiv, um den Hamburger Unterneh- men diese wichtige Beratung zukommen zu lassen. „Auch im Handelskammer-Aus- schuss für Wirtschaftsschutz können wir HAMBURGER WIRTSCHAFT 09 / 18  IM FOKUS 60 SICHERHEIT

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