AUGUST/SEPTEMBER 2025
Wohnen in der City: So stellt sich die Genossenschaft Gröninger Hof den Innenhof ihres künftigen Hauses vor. Wohn- projekt Wohnen statt Par- ken: Im Zentrum Hamburgs ent- steht ein außer- gewöhnliches Wohnprojekt. In den Mauern eines ehemaligen Park- hauses schafft die Genossenschaft Gröninger Hof mit öffentlicher För- derung 90 Woh- nungen. In den un- teren Etagen sol- len Angebote aus Kultur, Bildung, Kleingewerbe, Gastro sowie Co- Working für Be- lebung sorgen. Die Fertigstellung des Projekts ist für 2027 vorgesehen. www.groeninger- hof.de Leitbild & HddW Das neue Leitbild des Senats für die Stadtentwicklung finden Sie unter: www.t1p.de/ Leitbild-City . Infos zum „Haus der digitalen Welt“ gibt es hier: www. hausderdigitalen welt.hamburg TORSTEN MEISE Ein besonders wichtiger Handlungsschwer- punkt aus Kammersicht ist dabei die Schaffung von mehr Wohnraum in der City. Denn trotz einigen Wohnprojekten ist eine signifikante Bewegung zu- rück ins Zentrum bisher kaum zu erkennen. Vor 200 Jahren lebten 50 000 Menschen in der Innenstadt, heute nur noch 15 000, davon 12 500 in der Neustadt, also außerhalb der eigentlichen City. In diesemZusammenhang schlägt das Papier ein ganzes Bündel von Maßnahmen vor – von der Umge- staltung leer stehender Immobilien zuWohnanlagen über die Schaffung geeigneter planungs- und bau- ordnungsrechtlicher Bedingungen bis zum Ausbau des Versorgungs- und Dienstleistungsangebots wie Nahversorgung, Schulen, Kitas oder Arztpraxen. Ein erster Schritt ist etwa die öffentliche Förderung des Wohnprojekts Gröninger Hof (siehe Randspalte). Dynamik dank Westfield Die City braucht zweifellos eine neue Dynamik, und das neue Leitbild kommt zur rechten Zeit. Ersten Schwung in die Entwicklung brachte dabei das imAp- ril eröffnete Westfield Hamburg-Überseequartier in der HafenCity: „Die City reicht jetzt von Binnenalster bis zur Elbe“, konstatiert Brigitte Allkemper, die im Herbst ausscheidende langjährige City-Managerin. Als trennende Schneisewirkt allerdings nachwie vor die sechsspurige Willy-Brandt-Straße mit ihren 60 000 Fahrzeugen täglich. Der nur 900 Meter ent- fernte Domplatz scheint gefühlt mindestens doppelt so weit entfernt, und die „Domachse“ bleibt bisher der schwächste Punkt der Innenstadtentwicklung. „Seit zehn Jahren reden wir über dieses Thema“, be- wegt habe sich in der Zeit jedoch wenig, sagt Allkem- per – die gleichzeitig die Mobilitätsprobleme in der Innenstadt hervorhebt: „Das Baustellenmanagement rund um die City muss dringend besser werden, und bitte auch die Umleitungenmitbedenken.“ Doch auch wenn noch viel zu tun ist: Mit der Er- öffnung des Westfield hat für die City ein neues Zeit- alter begonnen. „Wir haben gerade den ersten ge- meinsamen verkaufsoffenen Sonntag mit dem Über- seequartier veranstaltet, unser Verhältnis ist sehr gut und kooperativ“, erklärt Allkemper. Von den Dis- kussionen der Vergangenheit und der Befürchtung eines Kaufkraftverlusts in der City möchte sie nichts mehr hören. Erste Zahlen, die bei der Vorstellung des Leitbilds genannt wurden, sprechen sogar dafür, dass sich das Überseequartier belebend auf die In- nenstadt auswirkt. Doch für belastbare Aussagen muss die Entwicklung weiter beobachtet werden. Großprojekt in Aussicht Ändert sich die Gesamtsituation der Innenstadt bis- lang in eher kleinen Schritten, so scheint Hamburg zumindest an einer Stelle ein großer Wurf zu gelin- gen. Im Herzen der Stadt, am derzeit etwas tristen Gerhart-Hauptmann-Platz, soll mit dem „Haus der digitalenWelt“ (HddW) ein echtes kulturelles Leucht- turmprojekt entstehen. Es soll ein offener Ort sein, der Menschen zusammenbringt, Innovation fördert und die Innenstadt zukunftsfähigmacht. Das Projekt will in der Liga bekannter internationaler Vorbilder wie demDokk1 in Aarhus oder dem Futurium in Ber- lin spielen. Getragen wird das HddW von der Zentralbiblio- thek der Bücherhallen, der Hamburger Volkshoch- schule und demZentrumfür Schul- und Jugendinfor- mation, die das Projekt gemeinsam mit zahlreichen Partnern gestalten wollen. Standort wird das ehema- lige Gebäude der HSH Nordbank sein. „Das HddW, realisierbar bis 2030, wäre ein in die Zukunft gerich- tetes Angebot und würde wichtige Angebote wie die Zentralbibliothek mitten in der City verankern“, be- grüßt auch die Handelskammer den Plan. Verbunden mit neuem Leben für den Gerhart-Hauptmann-Platz gäbe es hier die Chance, die Ziele des Leitbildes auf engstemRaum in die Praxis umzusetzen. WWW.HK24.DE 37 STADT ENTWICKLUNG
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