JUNI/JULI 2026

KLIMA Ready Das von sieben Clustern wie „Er- neuerbare Ener- gien Hamburg“ und „Life Science Nord“ getragene Projekt unter- stützt Organisa- tionen seit Juli 2024 bei der Energietransfor- mation, der Emis- sionsreduktion und dem Aufbau langfristiger Klimaresilienz. Es informiert zu Re- gularien, Förder- mitteln und An- la ufstellen. www. klimaready.de Sektoren- kopplung Das Verbinden der Sektoren Strom, Verkehr und Wär- me ist ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll. So lässt sich etwa Photo- voltaik mit einem „smarten“ Lade- system für den Fuhrpark verbin- den, das Strom zu günstigen Zeiten abruft. Mit Tech- niken wie „Power to Hydrogen“ (Strom zu H₂) oder „Power to Heat“ (Strom zu Wärme) kann man H₂ oder Wärme aus Strom erzeugen und Überschuss-Wind- strom verwerten. Stromspeicher wie H₂ sind für die Energiewende zentral. Zur Netz- stabilisierung und als kurzzeitige Puf- fer dienen auch Batteriespeicher – vom Balkon- bis zum 100-MW- Modell. Zum Überbrücken von Dunkelflauten sind aber fossile Kraftwerke wei- terhin nötig. Grü- ner H₂ soll dabei Erdgas perspekti- visch ersetzen. gung weiterer Betriebe imGewerbeparkmit zusätzli- chen PV-Erzeugungskapazitäten. Auch Abwasser lässt sich teilen: Seit 2019 läuft ein Pilotprojekt mit getrennten Abwasserströmen im Neubaugebiet Jenfelder Au. Das zu Nutzwasser auf- bereitete „Grauwasser“ aus Bad und Küche von 835 Haushalten dient etwa zur Bewässerung von Pflan- zen durch einen Gewerbehof und für den Quartiers- teich: So verbessert es dasMikroklima. Das Toiletten- Abwasser landet in einer Biogasanlage. „Die Unter- drucktoiletten sparen ganz konkret Trinkwasser ein“, erklärt Sebastian Knorr von HAMBURG WAS- SER, der Bedarf imQuartier ließe sich im Schnitt um mindestens 30 Prozent senken. „Schwammstadt“-Konzepte sind ebenfalls Teil des Projekts: „In der Zisterne im Gewerbehof sam- meln wir auch Regenwasser, die Steuerung schaltet nur bei Bedarf auf Grauwasser um“, sagt Knorr. Ins- gesamt sei das Modell allerdings eher für Regionen mitWassermangel interessant. ObGroßanlage oder lokale Initiative: Der Einsatz für nachhaltige Versorgung bringt Innovation, mehr Lebensqualität und häufig wirtschaftliche Vorteile. Die HamburgerWirtschaft ist zu Investitionen bereit – und die Politik weiterhin gefordert, adäquate Rah- menbedingungen zu schaffen. meinsame Produzieren und Nutzen von „grünem“ Strom vor Ort gehört. Wie ein solches „Energy Sha- ring“ effizient funktionieren könnte, loten auf Initia- tive von KLIMAReady (siehe Randspalte) vier Be- triebe im Gewerbepark Allermöhe aus: Nach einer gemeinsam mit der Hamburg Kreativ Gesellschaft durchgeführten Workshopreihe wurde eine Mach- barkeitsstudie erstellt, die derzeit ausgewertet wird. „Erste Ergebnisse zeichnen sich bereits ab“, er- klärt KLIMAReady-Projektleiter Hendrik Teichgrä- ber. Da die beteiligten Betriebe Dachser und Gebr. Heinemann viel Strom benötigten, MARX und Bude- rus vor Ort hingegen weniger, würde lokal erzeugter Strom, wenn das Projekt zustande kommt, vor allem vonLetzteren „andie größerenVerbraucher fließen“. Eine zentrale Herausforderung sei allerdings der regulatorische Rahmen. Das neue Energiewirt- schaftsgesetz (EnWG) erlaubt zwar Privatleuten und manchen Betrieben, ab Juni den eigenen Solarstrom mit Nachbarn zu teilen, „Großunternehmen sind al- lerdings von den entsprechenden Erleichterungen ausgeschlossen“, sagt Teichgräber. Daher erwäge man derzeit, „eine Energy Sharing Community (ESC) auf Basis eines Bilanzstromkreismodells zu gründen“ und mit einem Energieversorgungsbetrieb zusam- menzuarbeiten: Die Hürden für die gemeinsame Stromnutzung seien damit weit geringer als im der- zeitigen Rahmen. Vorteilhaft wäre auch die Beteili- FELIX SCHOEN Überschüssigen Ökostrom in Fernwärme umwandeln: Das leistet seit 2023 die PtH-Anlage der HEnW in Wedel. HAMBURGER-WIRTSCHAFT.DE 42 FOTO: HENW INFRA STRUKTUR

RkJQdWJsaXNoZXIy MjI2ODAz