JUNI/JULI 2026

Das Projekt der Energie-Scouts entstand bei der ebm-papst Mulfin- gen GmbH & Co. KGaA & Co. KG, die bereits seit 2010 Auszubil- dende im Bereich der Energieeffi- zienz qualifiziert. Vier Jahre später dann begannen die Industrie- und Handelskammern, Azubis offiziell als Energie-Scouts zu zertifizieren. 2016 kam Hamburg hin- zu und belegte mit dem Leckagen- Projekt zweier Azubis der Wor- lée-Chemie GmbH sofort den dritten Platz bei der Bun- desbestenehrung „Energie-Scouts des Jahres 2017“ in Berlin. Schon damals reichte die Projektauswahl von Elektromobili- tät über Tempera- tursensorik bis hin zu Mitarbeiter- motivation. Seither hat sich die Band- breite permanent vergrößert. 2025 etwa wurden Azu- bis des tesa Wer- kes in Hamburg für die Reduktion von Druckluftverlusten hinter dem Solar- dach des Grand Elysée Hamburg Zweite vor einer Groß-Wärmepum- pe der Hamburg Messe und Con- gress GmbH. Bis- lang hat die Han- delskammer 274 der bundesweit 14 000 Energie- Scouts aus mehr als 1000 Unter- nehmen qualifi- ziert. Infos: www. handelskammer- hamburg.de/ energie-scouts, www.klimaschutz. de/de Die beiden HOCHTIEF-Azubis Fabian Steger (li.) und Tjorven Koll präsentieren ihr Projekt „GreenRoof Solutions“, ein mobiles Modul zur Bep anzung rmeneigener Baucontainer. Damit spart das Unternehmen Energie und CO2. wie engagiert und informiert die Auszubildenden größtenteils sind“. Das ist mitunter auch dringend nötig. „Wenn Azubis Nachhaltigkeitsmängel sehen und lösen wol- len“, sagt Eschke augenzwinkernd, „fühlen sich alte Hasen manchmal auf den Schlips getreten.“ Dabei funktioniere betrieblicher Klimaschutz nur mit „einer entsprechenden Firmenphilosophie und mo- tiviertem Führungspersonal“. Zwei Nachhaltigkeits- faktoren, die hanseatische Unternehmen zum Glück längst mehrheitlichmitbringen. HOCHTIEF zum Beispiel. Ein Baukonzern, be- teuert dessen Auszubildender Tjorven Koll, „der gro- ßen Wert auf Nachhaltigkeit legt“. Kolls Teilnahme am Energie-Scouts-Projekt sowie die Teilnahme von zwei weiteren angehenden Industriekaufleuten von HOCHTIEF war daher ein logischer Schritt für alle. Als dem Trio umweltbewusster Azubis beim zweiten Workshop die zündende Projektidee kam, gab es fol- gerichtig „jede Unterstützung, genügend Arbeitszeit und ein Budget“. Alles, umetwas wirklich Innovatives zu realisieren: „GreenRoof Solutions“, ein mobiles Modul zur Bepflanzung firmeneigener Baucontainer. Wobei 15 Quadratmeter Grünfläche zunächst einmal kleinteilig klingen (Stichwort: heißer Stein). nach Feierabend oder imHomeoffice an. Diese Ener- gieleistung wurde belohnt, und mit der Hilfe techni- scher Gewerke nahmdas Vorhaben zügig Gestalt an. Seither spart das bundesweit größte privatge- führte Fünfsternehotel bis zu 33 Tonnen CO2 jähr- lich. Das sei zwar „nur ein kleiner Teil des Gesamt- verbrauchs“, räumt der aus dem Rheinland stam- mende David Heinen ein, der vor seiner Ausbildung im Grand Elysée Hamburg bereits eine Lehre zum Feinwerkmechaniker gemacht hat und entspre- chende Berufserfahrung mitbringt. „Aber die Reise geht ja für uns alle in Richtung Nachhaltigkeit.“ Und da sei jeder noch so geringe Beitrag bedeutsam. Einzeln betrachtet mögen die bundesweit rund 14 000 Energie-Scouts seit 2014 daher bloß Tropfen auf den heißen Stein der Energiewende gießen. Zu- sammen aber leisten auch die bislang 274Hamburger Azubis aus insgesamt 136 Unternehmen messbare Beiträge für das gemeinsame Ziel: Klimaneutralität bis 2040. Jan Eschke kennt sie alle. Nahezu ein Drittel seiner 66 Lebensjahre ist der Diplom-Physiker ver- antwortlich im Energie- und Klimaschutzmanage- ment tätig. Seit 2016 betreut er zudem die Hambur- ger Energie-Scouts. Und ist „jedes Mal begeistert, HAMBURGER-WIRTSCHAFT.DE 32 ENERGIE- SCOUTS

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