JUNI/JULI 2026

KATRIN MEYER Der „Future Eco- nomy Day“ am 1. Juli übersetzt die Debatten der HSC in die Praxis und präsentiert unternehmeri- sche Impulse. Ver- anstaltet von Handelskammer, ICC Germany und DZ Bank, richtet er sich ins- besondere an Unternehmen, die Nachhaltigkeit strategisch begreifen. Drei Panels stehen im Mittelpunkt: loka- le Transforma- tionsstrategien mit Beiträgen aus Hamburg, Kenia, China und Brasi- lien, nachhaltige Finanzierung für eine klimaneutra- le Zukunft sowie Kreislaufwirt- schaft in globalen Wertschöpfungs- ketten. Anmel- dung und Infor- mationen: www. handelskammer- hamburg.de/hsc Tatiana Molcean, Exekutivsekretärin der UN-Wirtschaftskommission für Europa (UNECE) Doppelarbeit zu vermeiden und Vertrauen zwischen Akteuren aufzubauen. Gleichzeitig brauche es inklu- sive Plattformen, die Vertreter aus öffentlichem und privatem Sektor – auch aus der Finanzwelt – für pra- xisorientierte Diskussionen zusammenbringen. John Denton und Tatiana Molcean diskutieren nicht nur auf der Hauptbühne der HSC, welcheWege zu einer neuen Form des Wachstums führen, son- dern sind auch bei der Opening Session des „Future Economy Day“ am 1. Juli dabei, der als dritter Konfe- renztag anschließt (siehe auch Randspalte). Umsetzung in den Unternehmen Nach den Policy-Debatten der ersten beiden Konfe- renztage geht es bei diesem Format um die Umset- zung in denUnternehmen: Welche Transformations- strategien funktionieren? Welche Finanzierungsmo- delle tragen? Und wie lassen sich Kooperationen in der Praxis anbahnen? Thema in diesem Jahr ist die „Twin Transition“, also die Frage, unter welchen Be- dingungen digitale und nachhaltige Transformation einander verstärken statt behindern. Denn ohne De- karbonisierung der Energieversorgung treibt Künst- liche Intelligenz den CO₂-Ausstoß in die Höhe, statt ihn zu senken. Dabei geht es nicht nur um große Konzerne. Gerade für den Mittelstand stellt sich die Frage, wie die „Twin Transition“ praktisch zu stemmen ist – mit begrenzten Ressourcen, unter wachsendem Wettbe- werbsdruck und in einer Zeit, in der technologische Entwicklungen schneller voranschreiten als betrieb- liche Anpassungsprozesse. Der „Future Economy Day“ will dafür den Rahmen schaffen: Austausch auf Augenhöhe, Solution Pitches mit konkreten Lö- sungsansätzen von Unternehmen und Institutionen sowie neue Partnerschaften, die über den Tag hinaus wirken. Die „Agenda 2030“ läuft in vier Jahren aus. Die Anforderungen an die Unternehmen werden in die- ser Zeit nicht abnehmen. Doch Nachhaltigkeit muss nicht bedeuten, alle 17 SDGs auf einmal anzugehen. Die Unternehmen können dort anfangen, wo der He- bel am größten ist: eine Klimabilanz erstellen, den Energiebezug auf erneuerbare Quellen umstellen oder den „Gender Pay Gap“ (geschlechtsspezifische Lohnlücke) schließen. Jede dieser Maßnahmen zahlt auf die globalen Ziele ein und stärkt zugleich die eigene Wettbe- werbsfähigkeit. Entscheidend ist längst nicht mehr, ob Nachhaltigkeit wirtschaftlich relevant ist, son- dern wie schnell die Konsequenzen gezogen werden. Hamburg diskutiert diese Fragen nicht nur. Ham- burg gestaltet sie auchmit. legt den Fokus darauf, die SDGs von einer Vision in die Umsetzung zu überführen. Dabei erkennt sie die Wirtschaft als Umsetzungspartner an und bindet sie ein.“ Es gehe darum, was es praktisch brauche, um Investitionen zu mobilisieren, Politik auszurichten und Lösungen in der realenWirtschaft zu skalieren. Internationale Kooperation erforderlich Auch Tatiana Molcean, Exekutivsekretärin der UN- Wirtschaftskommission für Europa (UNECE), ver- weist auf die wachsende Bedeutung internationaler Zusammenarbeit: „Alle großen Herausforderungen unserer Zeit – von der Klimakrise bis hin zu wirt- schaftlichen Schocks und Ungleichheiten – erfor- dern internationale und sektorübergreifende Zu- sammenarbeit.“ Einheitliche Regeln undGovernance-Strukturen könnten dabei helfen, Prozesse zu vereinfachen, Alle großen Heraus- forderungen unserer Zeit erfordern internationale und sektorübergreifende Zusammenarbeit. TATIANA MOLCEAN HAMBURGER-WIRTSCHAFT.DE 28 FOTO: UNECE/VIOLAINE MARTIN ZUKUNFTS FÄHIGKEIT

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