JUNI/JULI 2025

Thalia Soares absolvierte ihre duale Ausbildung zur Industriekauffrau bei Beiersdorf in São Paulo. AHK- Abschluss Die Auslandshan- delskammern (AHK) bieten die duale Berufsaus- bildung nach deutschem Sys- tem in rund 50 Ländern an. Aktu- ell nehmen mehr als 10 678 Auszu- bildende daran teil. Bislang haben weltweit über 35 283 Personen einen AHK-Ab- schluss erlangt. Im Vergleich zu Deutschland, wo allein 2023 rund 260 000 Azubis ihre IHK-Ab- schlussprüfung ablegten (davon 6768 bei der Han- delskammer Ham- burg), ist das wenig. Anders als IHK-Zeugnisse sind AHK-Ab- schlüsse keine ho- heitlichen Doku- mente, sondern privatrechtliche Zertifikate. Des- halb erlangen dua- le Auszubildende bei 98 Prozent der DIHK-Kooperatio- nen zusätzlich einen lokalen Ab- schluss, der staat- lich anerkannt ist. → Beispiel São Paulo: Der Großraumgilt als „größte deutsche Industriestadt außerhalb Deutschlands“, die AHK unterstützt hier rund 800 Mitgliedsfirmen. „Hamburger Unternehmen müssen keine teure Fachkraft aus Deutschland hinschicken oder eine ungelernte Person einstellen, sondern können in São Paulo selber ausbilden“, fasst Frey die Vorteile des Modells zusammen. „Das sind wirklich sehr qualifizierte und moti- vierte junge Leute, die Unternehmen gerne aufneh- men“, bestätigt Hendrik Wolken, Landesleiter Brasi- lien bei deugro. Der internationale Logistikdienst- leister hat 73 Beschäftigte in Brasilien, 44 in Ham- burg, und bildet seit 14 Jahren am Colégio Humboldt aus: „Wir haben auch in Brasilien ein starkes Nach- wuchsproblem in der Logistik. Die Branche ist sehr gealtert, und es gibt nicht viele Leute, die sich für die Branche interessieren.“ Weltweit sind nach Auskunft von Tobias Bolle, Leiter des DIHK-Referats „Duale Berufsausbildung im Ausland“, allerdings „technisch-gewerbliche Aus- bildungen mehr nachgefragt als kaufmännische“. Dazu zählen die Mechatroniker- und Kfz-Mechatro- niker-Ausbildungen, die unter anderem die AHKs in Mexiko-Stadt, Mumbai (Indien) und Nairobi (Kenia) anbieten. Weil Maschinensteuerung und Produk­ tionsstraßen immer komplexer werden, benötigen Fachkräfte laut Tobias Bolle zunehmend technisches Know-howmit IT-Kenntnissen. „Unser Kerngeschäft ist die Ausbildung einhei- mischer Jugendlicher für deutsche Unternehmen WWW.HK24.DE

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