Juni/Juli 2024

Ein Hauch von Amerika US-Car-Spezialist Klaus Borrmann, bekannt aus der TV-Reihe „Cash für Chrom“, verkauft sein erfolgreiches, deutschlandweit tätiges Unternehmen „Route 66“. Klaus Borrmann ist Experte für US-amerikanische Old- und Youngtimer, die in Deutschland einen großen Markt haben. reren Hunderttausend Euro, größtenteils Kunden- fahrzeuge. Die Werkstatt ist auf Monate hinaus aus- gebucht, denn Borrmann und sein Team handeln nicht nur mit US-Cars, sondern sie reparieren, res- taurieren und warten sie auch. Zudem haben sie sich darauf spezialisiert, Oldtimer zu „tunen“: „Am Ende ist nur noch die Karosserie von gestern.“ So kommt es vor, dass uralte Autos plötzlich bis zu 500 „moderne“ PS unter der Haube haben. Klaus Borrmann ist ein Mensch, der stets nach neuen Herausforderungen sucht. Als er „Route 66“ vor ein paar Jahren übernommen hat, konnte er be- reits auf einbewegtes Lebenzurückblicken. NachKfz- Ausbildung und Bundeswehr arbeitete er etwa als „Schrauber“ auf einem BMW-Schrottplatz, landete später als Freiberufler beimTV-Sender RTL und hatte sogar eine eigene Fernsehproduktionsfirma. Sein Motto: „Schmeißmich irgendwo rein, ich regle das.“ K laus Borrmann ist eine Berühmtheit. Auf der Straße schauen ihm die Leute nach, beim Ein- kaufen wird er angesprochen, Touristen kom- men nach Stellingen, um ihn und sein Geschäft „Route 66“ zu sehen. Bekannt wurde der gelernte Kfz-Mechaniker durch das TV-Format „Cash für Chrom“, das in mehreren Staffeln seine Suche nach US-amerikanischen Autos dokumentiert. Im Visier hat der 62-Jährige vor allem Old- und sogenannte „Youngtimer“ – Liebhaberstücke, die schon ein gewisses Alter erreicht haben, offiziell aber noch nicht als Oldtimer gelten. Die Nachfrage nach Fahrzeugen dieser Art ist groß und Borrmanns deutschlandweite Klientel zahlungsfreudig. „Raritä- ten haben ihren Preis“, so der Fachmann, „zuweilen liegen sie bei einerMillion Euro odermehr.“ Auf seinemgut gesichertenGelände in der Kieler Straße stehen zeitweise Karossen im Wert von meh- HAMBURGER-WIRTSCHAFT.DE 60 FOTOS: KATI JURISCHKA HUBIS HAFENSCHNACK Der Podcast mit Hubert Neubacher Neue Folgen ab sofort! Sollten Sie sich für das Unternehmen von Klaus Borr- mann interessie- ren, wenden Sie sich bitte unter Nennung der Chiffrenummer HH-A-24040002 an Sabine Pilgrim von der Handels- kammer (sabine. pilgrim@hk24.de, 36138-787). Zahl- reiche Ratschläge und Informationen zu den Beratungs- angeboten der Handelskammer sind je nach Ihrem Vorhaben unter www.hk24.de/ nachfolge zusam- mengestellt. Die Oldtimer in Klaus Borrmanns Verkaufsraum sehen aus wie neu. FRANK SCHLATERMUND frank.schlatermund@hk24.de Immer, wenn es dem gebürtigen Hamburger irgendwo nicht mehr gefällt, fängt er woanders ganz neu an. 2003wanderte ermit seiner damaligen Freun- din nach Venezuela aus. 2007 kam er zurück und drehte, wie er sagt, „aufgrund der Enge“ bald durch. „Ich packte erneut zusammen und zog in die USA.“ Von Texas und Los Angeles aus betrieb Borrmann jah- relang seine eigene „Export-Com- pany“, über die er rund 2000 US- FahrzeugenachDeutschlandbeför- derte. Dann drängte es ihn doch wieder nach Hamburg. „Mit fünf Koffern hatte ich mich seinerzeit Richtung USA verabschiedet, mit fünf Containern vollerAutos kehrte ich zurück“, berichtet er. Als Borrmann „Route 66“ 2019 übernahm, begann er damit, die Räumlichkeiten eigenhändig um- zubauen. Er brachte ein Marke- tingkonzept auf den Weg, kreierte das für das Unternehmen bekannte Totenkopf-Logo und baute eine Internetseite auf. Über seinen Mer- chandising-Shop verkauft Borrmann alles Mögliche im „Route 66“-Design, von T-Shirts über Brotdosen bis hin zum E-Bike. Nicht zuletzt entdeckte ihn der TV-Sender DMAX für die neu entwickelte Reihe „Cash für Chrom“, die ihn nicht nur bekannt ge- macht, sondern ihm auch viel Kundschaft einge- bracht hat. Doch Borrmann hat schon wieder neue Ideen, die er umsetzenmöchte. Natürlich haben siemit amerika- nischenOldtimernzu tun, abermehrmöchteder krea- tive Kopf, der außer Autos auch Motorräder und Tattoos liebt, nicht verraten. Um sein neuestes Ge- schäftsmodell realisieren zu kön- nen, benötige er jedenfalls mehr Freiraum, wie er sagt, was nurmög- lich sei, wenn er „Route 66“ ver- kauft. Ein Gutachter schätzte das Unternehmen auf 500 000 Euro – ohne die Autos, die bei Interesse se- parat verhandeltwerdenmüssen. Damit der Unternehmens­ erfolg nach Geschäftsübergabe weiterhin gewährleistet ist, bietet sich Klaus Borrmann als langfris- tiger Berater an. Auch wenn er jetzt beruflich noch einmal neu durchstartet, heißt das keineswegs, dass es sein letz- tes Projekt vor der Rente ist. Vielleicht kommt irgendwann wieder etwas anderes – oder es ruft erneut die weiteWelt, möglicherweise Amerika. UNTERNEHMENS PORTRÄT

RkJQdWJsaXNoZXIy MjI2ODAz