Mai 2018
HAMBURGER WIRTSCHAFT 05 / 18 MÄRKTE 26 Lieferketten im Blick E nde 2017 führte die Handelskammer Hamburg eine Befragung zur Umset- zung vonunternehmerischer Sorgfalt in globalenWertschöpfungs- und Lieferket- ten durch. Fazit: Die Mehrheit der befrag- ten Unternehmen erkennt ihre Verantwor- tung an und setzt vielfach bereits konkrete Maßnahmen um, kann aber den Staat bei der flächendeckenden Durchsetzung von Standards nicht ersetzen. Anstoß für die Umfrage war der imDe- zember 2016 verabschiedete Nationale Ak- tionsplan Wirtschaft und Menschenrechte (NAP), der die verbindliche Einführung von Prozessenmenschenrechtlicher Sorgfalt in deutschen Unternehmen vorsieht. Gefragt wurde unter anderem, wie die Firmen das Ziel der Bundesregierung bewerten, die Einhaltung vonMenschenrechten, Arbeits- Sozial- und Umweltstandards in Entwick- lungs- und Schwellenländern zu verbes- sern, welche Maßnahmen sie bereits in ihren Lieferketten umsetzen, und auf wel- che Herausforderungen sie dabei stoßen. 4% 4% 2% 15% 27% 47% Sehr sinnvolles Vorhaben Eher sinnvolles Vorhaben Teils, teils Eher kein sinnvolles Vorhaben Gar kein sinnvolles Vorhaben Weiß nicht Die Auswertung zeigt, dass die Zustimmung zu denZielender Bundesregie- rung bei den befragten Un- ternehmen hoch ist (siehe Grafikoben rechts). Diejeni- gen, für diedasGeschäftmit Entwicklungs- und Schwel- lenländern eine große Rolle spielt, sehen sich selbst durchaus in der Verantwor- tung: Mehr als zwei von drei dieser Unternehmen haben bereits Maßnahmen zur Umsetzung unternehmeri- scher Sorgfalt inWertschöp- fungs- und Lieferketten eingel ei t e t und j edes sechste plant, dies zu tun. Mit Blick auf kon- krete Aktivitäten setzen sich diese Firmen vor allemfür dieBeachtung vonArbeits- und Sozialstandards und die Vermeidung von Umweltgefährdungen und die Förderung des Umweltbewusstseins ein. Auch die die Eine Befragung der Handelskammer zeigt: Viele Hamburger Betriebe wollen zur Einhaltung von Umwelt-, Arbeits- und Sozialstandards und der Achtung der Menschenrechte in globalen Wertschöpfungs- und Lieferketten beitragen. Verhinderung von Menschenrechtsverlet- zungenundKorruption ist diesenUnterneh- meneingroßes Anliegen (sieheGrafikunten links). Die Motivation zur Umsetzung von Maßnahmen zur Einhaltung von Standards in der Lieferkette ist bei den befragten Un- ternehmen in erster Linie von innen ge- wachsen. Vier von fünf betrachten ein ver- antwortliches Lieferkettenmanagement als Teil ihrer Unternehmenskultur. Auch die Reputation ist ein wichtiger Motivations- faktor, erst andritter StellewurdenCompli- ance-Erfordernisse genannt. Deutlich wurde in der Befragung aller- dings auch, dass die flächendeckende Mit Blick auf Ihre Wertschöpfungs- und Lieferketten in Entwicklungs- und Schwellenländern: In welchen der folgenden Bereichen ist Ihr Unternehmen bereits aktiv? Anzahl der Benennungen 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 16% 50% 54% 61% 63% Vermeidung von Umweltgefährdungen/Förderung des Umweltbewussseins Beachtung von Arbeits- und Sozialstandards (z. B. Arbeitszeiten, Löhne, Versammlung) Korruptionsverhinderung Verhinderung von Menschenrechtsverletzungen (inkl. Kinder- und Zwangsarbeit) Keine Aktivitäten Wie bewerten Sie aus Sicht Ihres Unternehmens das Ziel der Bundesregie- rung, unternehmerische Sorgfalt in globalen Wertschöpfungs- und Lieferketten zu fördern? 116 Antworten (Alle antwortenden Unternehmen, bei denen Waren oder Dienstleistun- gen aus Entwicklungs- und Schwellenländern eine „sehr hohe“, „eher hohe“, „mittelmäßige“ oder „eher geringe“ Bedeutung einnehmen.)
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