APRIL/MAI 2026

Krisenfest Wie das Positions- papier hervorhebt, ist die Gesund- heitswirtschaft „ein essenzieller Bestandteil der kritischen Infra- struktur und inte- graler Bestandteil von Notfallplä- nen“. Im Kriegsfall würde Hamburg laut dem „Opera- tionsplan Deutschland“, dem größtenteils geheimen bun- desdeutschen Verteidigungskon- zept, mit seinem Hafen zur Dreh- scheibe für Trup- pen- und Verwun- detentransporte der NATO – und das Bundeswehr- krankenhaus stün- de für deren Ver- sorgung nicht zur Verfügung, da das Personal an der Front benötigt würde. Die Kammer for- dert, die Resilienz der Gesundheits- wirtschaft zu stär- ken und sie ver- mehrt vor Cyber- angriffen als Teil der hybriden Kriegsführung zu schützen. André Schulte, CEO von Weinmann Emergency cherung ist eines, und die Kammer fordert hier eine Strategie, die auf Qualifizierung, Attraktivitätssteige- rung sowie gezielte und unbürokrati- sche Zuwanderung setzt. Bürokratie abbauen Ein weiteres wichtiges Handlungsfeld ist die Stärkung der industriellen Ge- sundheitswirtschaft, eine der drei Säulen der Branche nebenVersorgung und Dienstleistungen. Denn die Un- ternehmen des Sektors stehen aktuell vor massiven regulatorischen Heraus- forderungen, die zu viele Kapazitäten bindenund Innovationen verhindern (siehe Seite 40). „Bis zu sieben Jahre dauert die Zulassung neuer Produkte in Europa. Viel zu lange, viel zu teuer“, sagt André Schulte, CEOvonWeinmannEmergency, einem Hamburger Hersteller für Notfallmedizinprodukte. Eine Kritik, die die Handelskammer teilt: Etliche Re- gulierungen seien zu strikt, innovationsfeindlich und gefährdeten die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Umdiese zu sichern, gelte es unter anderem, bürokra- tische Hemmnisse abzubauen, Regeln praxistauglich zu gestalten, die biomedizinische Forschung zu stär- kenundKMUstärker zu fördern. Zur operativen Hürde für manche Betriebe wird laut Kammer-Hauptgeschäftsführer Dr. Malte Heyne auch die Kompetenzaufteilung auf EU, Bund, Länder und Behörden. InHamburg sind allein drei Behörden für die Gesundheitsbranche zuständig. Heyne for- dert daher „eine Bündelung der Kompetenzen und eine enge verzahnte Abstimmung“. Für eine stärkere Abstimmung tritt die Kammer zudem bei der Pla- nung von Reha-Angeboten und Kran- kenhäusern in Norddeutschland ein – zumal rund ein Drittel der in Ham- burg Behandelten von außerhalb kommt. Wichtig wäre auch die Har- monisierung vonFörderprogrammen. Massiv investieren EinweitererKernpunkt des Papiers ist die Forderung nach einer „Investiti- onsoffensive für Infrastruktur, Digita- lisierung und Resilienz“ der Branche: Schon angesichts drohender Kriegsge- fahren (siehe Randspalte) müsse man Maßnahmen für die sichere Versorgung mit Medikamenten (siehe Seite 42) und zumSchutz vor Cyberangriffen ergreifen. Umdiemedizinische Versorgung sicherzustellen, müsse dieHansestadtmassiv in die chronisch unterfi- nanzierten Krankenhäuser investieren. Gefordert sei auch die Überwindung der Sektorengrenzen (siehe Seite 52) samt Ausbau des ambulanten Bereichs, etwa über Versorgungszentren (MVZ). Die „bessere Erfas- sung und Vernetzung von Gesundheitsdaten“ zum Beispiel könne zudem präzisere Diagnosen und indi- viduellere Behandlungen ermöglichen. Hamburg, so das Papier, habe die Chance, zur „ge- sündesten Stadt Deutschlands werden“. Dazu nötig wäre es auch, denFokus auf Prävention zu legen – etwa einen „niederschwelligen und flächendeckenden Zu- gang zu Sportangeboten“ undBGM(siehe Seite 50). UNDINE GERULLIS STRATEGIE PAPIER IHRE MITARBEITENDEN. IHR KAPITAL. JETZT ZUM CHECK-UP. Gesundheitliche Risiken entstehen schleichend. Unser strukturierter Check-up erkennt sie, bevor sie zum Problem werden. INNOVATIVE SPITZENMEDIZIN. Orthopädie Früherkennung: Risiken vor dem ersten Symptom erfassen Weniger Ausfälle: Prävention spart Folgekosten Erhalt von Leistungsfähigkeit : Körperliche Belastbarkeit unterstützen Jetzt mehr erfahren unter: athleticum.de Kardiologie Rehabilitation Sportmedizin Für Ihr Unternehmen, Privatpatient:innen und Selbstzahler:innen. Ihre Privatpraxis für: Radiologie Präventionsmedizin

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