APRIL/MAI 2026

Gesund, aber nicht immun Hamburgs Gesundheitswirtschaft ist ein Motor für Wertschöpfung und Beschäftigung. Damit er nicht ins Stottern gerät, müssen jetzt Weichen gestellt werden. In einem Positionspapier benennt die Handelskammer wichtige Handlungsfelder. Pure Freude: Nach bestandener An- erkennungsprüfung sind die internatio- nalen Fachkräfte im BG Klinikum Boberg deutschen P egekräften fach- lich gleichgestellt. Pedro da Silva Pardal, Praxisanleiter am BG Klinikum Boberg suche bis zum Vernetzungstreffen nach Feierabend – helfen dabei. 145 internationale Pflegefachkräfte konnte das Krankenhaus mit dem Programm erfolg- reich gewinnen und ist derzeit in der glücklichen Lage, dass „alle Sollstellen in der Pflege besetzt sind“. Ein Hoffnungsschimmer und Vorzeigeprojekt in Zeiten, in denen Pflegekräfte allerorten rar sind und in Zukunft wohl noch rarer werden. Rund 37 700 Fachkräfte werden bis 2030 in Hamburgs Gesund- heitswirtschaft fehlen, prognostiziert eine von der Sozialbehörde beauftragteWiFOR-Studie von 2021. Der Fachkräftemangel kann zur größten Wachs- tumsbremse in einer Branche werden, die derzeit als Motor für Wertschöpfung und Beschäftigung gilt, warnt die Handelskammer daher in ihrem im Feb- ruar präsentierten Positionspapier „Gesundheits- standort Hamburg 2040“: www.handelskammer- hamburg.de/pp-gesundheit . Darin identifiziert sie sechs wichtige Handlungsfelder. Die Fachkräftesi- B erufliche Entwicklungsmöglichkeiten, mo- derne medizinische Strukturen und klare Qualitätsstandards waren die Hauptgründe, die Pedro da Silva Pardal vor vier Jahren dazu bewo- gen haben, seiner portugiesischen Heimat den Rü- cken zu kehren und als Pflegefachkraft in Deutsch- land Karriere zu machen. Genau das ist dem 29-Jährigen am BG Klinikum Boberg gelungen: Pardal ist Praxis- anleitermit Führungsverantwortung. Der junge Portugiese ist einer der Ersten, der am Pilotprojekt der Klinik zur schnelleren Integration von inter- nationalen Pflegefachkräften teil- nahm. „Es geht dabei nicht nur umeine schnelle, sondern auch um eine quali- tative und individuelle Integration“, sagt Klinikspre- cher Malte Wittmershaus. Verschiedene Maßnah- men – vom Sprachkurs über Hilfe bei der Wohnungs- HAMBURGER-WIRTSCHAFT.DE 34 FOTOS: BG KLINIKUM HAMBURG GGMBH (2), FELIX KÖNIG STRATEGIE PAPIER

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