APRIL/MAI 2026
Ökosystem Hamburg besitzt eine vielfältige Forschungsland- schaft, vom DESY in der Science City Bahrenfeld über die Universi- tät Hamburg bis hin zum Leibniz- Institut für Viro- logie und dem Bernhard-Nocht- Institut für Tro- penmedizin. Sie gehören zu den mehr als 300 Ak- teuren aus Ham- burg und Schles- wig-Holstein, de- ren Kompetenzen im Cluster Life Science Nord ge- bündelt werden. Ziel ist es, Innova- tionen in Nord- deutschland im Verbund von Wis- senschaft und Wirtschaft voran- zutreiben. Das Netzwerk will be- sonders Start-ups aus Biotech, Phar- ma, Medizintech- nik und Digital Health dabei un- terstützen, ihre Ideen umzuset- zen. Auch The- men wie Kapital- beschaffung und internationale Expansion stehen im Fokus. Das 1889 gegründete Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) ist eines der modernsten Krankenhäuser Europas und zählt mit rund 16 000 Mitarbeitenden zu den größten Arbeitgebern der Stadt. zialisiert – etwa die MEDiLYS Laborgesellschaft, Dr. Brill + Partner, das medizinische „Labor Stephans- platz“ oder Amedes. Gezielte Zuwanderung Um den Fachkräftemangel zu minimieren, setzt die Stadt auch auf gezielte Zuwanderung. Das Hambur- ger Institut für Berufliche Bildung und die Diako- nie Alten Eichen haben gemeinsam mit dem Health-Recruiting-Unternehmen Alfa Personnel Care GmbH und der Handelskammer ein Pilotpro- jekt gestartet: Im Herbst 2025 begannen 25 junge Menschen aus Kirgistan und Indien eine Pflegeaus- bildung in Hamburg. Für Patientinnen und Patienten stehen in den Klini- ken der Hansestadt mehr als 12 000 Planbetten bereit. Hinzu kommen noch einmal gut 1600 Behandlungs- plätze im teilstationären Bereich sowie mehr als 500 Betten in rund 30 konzes- sionierten Hamburger Privatkliniken. Aufgrund gestiegener Personal-, Miet- und Sachkosten kämpfen viele Häuser jedoch damit, eine Balance zwischen medizinischer Versorgung, fairer Ver- gütung und Wirtschaftlichkeit herzu- stellen. Das UKE etwa rechnet für 2025 mit einem Verlust von 70 Millionen Euro. Große Potenziale stecken hier in der Digitalisierung. So kann etwa die elektronische Patientenakte Prozesse vereinfachen, beschleunigen und so- bek. Insgesamt bleibt der Fachkräftemangel jedoch ein fortwährendes Problem. Das WifOR Institute prognostiziert eine „zunehmende strukturelle An- spannung“: Bis 2030 werde der ungedeckte Arbeits- kräftebedarf in der Hamburger Gesundheitswirt- schaft voraussichtlich um 8,5 Prozent auf rund 20 500 Vollzeitstellen ansteigen. Engpass bei Laborpersonal ImJahr 2040 sollen sogar 12,5 Prozent mehr Vollzeit- stellen benötigt werden (35 500). Die Analyse zeigt zudem, dass der größte Engpass innerhalb der medi- zinischen Versorgung bei der Besetzung von Labor- berufen entstehen dürfte. Auf Labordienstleistun- gen sind zahlreiche Unternehmen in Hamburg spe- Olympus-Zystoskope sind für die präzise Untersuchung von Harnblase und Harnröhre ausgelegt. Hier bei einer OP zu sehen: das Modell OES ELITE. HAMBURGER-WIRTSCHAFT.DE 32 FOTOS: UKE, OLYMPUS EUROPA SE & CO. KG
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