APRIL/MAI 2026
Liebe Leserinnen und Leser, Gesundheit ist ein zentraler Standortfaktor unserer Metropole – ökonomisch, gesellschaftlich und im Hinblick auf Lebensqualität und Resilienz. Die Gesundheitswirtschaft ist längst nicht nur ein Versorgungsbereich, sondern ein Wachstumstreiber, Beschäfti- gungsmotor und Teil unserer kritischen Infrastruktur. Mit über 15Milliarden Euro Bruttowertschöpfung bildet sie einen der stärks- tenWirtschaftsbereiche Hamburgs. Die Branche steht allerdings vor wichtigenWeichenstellungen, insbesondere aufgrund des weiter wachsenden Fachkräftemangels. Wie unser neues Strategiepapier „Gesundheitsstandort Hamburg 2040“ beschreibt, gilt es jetzt, den richtigen Kurs einzuschlagen. Wir brauchen Strukturklarheit in der Gesundheitspolitik, schnellere An- erkennungsverfahren, gezielte Zuwanderung für Fachkräfte, mehr bezahlbarenWohnraumund eine konsequente Innovationsoffensive in Digitalisierung und Infrastruktur. Ein Drittel der Patientinnen und Patienten kommt bereits heute aus demUmland. Daher ist eine norddeutsche Zusammenarbeit essenziell – und die Handelskam- mer übernimmt hier aktiv die Rolle der Standortmanagerin. „Gesundheit“ umfasst aber auch Prävention, Bewegung und Teil- habe. Hier schlägt der Sport die Brücke. Eine neue HWWI-Studie zeigt eindrücklich: Rund 15 000 Arbeitsplätze hängen direkt oder in- direkt amSport, dieWertschöpfung beträgt 5,3Milliarden Euro (siehe Seite 12). Sport ist damit nicht nur Freizeitgestaltung, sondern einwirtschaftlicher Faktor von Gewicht und zugleichMotor für Ge- sundheitsförderung, Integration und Lebensqualität. Eine Bewerbung umOlympische und Paralympische Spiele kann diese Kräfte bündeln und enormverstärken. Unsere Konjunk- turbefragung zeigt, welche Impulse Unternehmen erwarten: bessere Verkehrsinfrastruktur, stärkere internationale Sichtbarkeit, mehr Investitionen, zusätzliche touristische Dynamik sowieModernisie- rung der Sportstätten. Hinzu kommen gesellschaftliche Effekte – mehr Zusammenhalt, mehr Barrierefreiheit, mehr Attraktivität für internationale Fachkräfte. Nach demklaren Signal ausMünchen stellt sich für uns vor allemeine Frage: Soll der Impuls in den Süden gehen – oder nutzenwir die Chance, den Norden zu stärken? Mein Fazit: Eine starke Gesundheitswirtschaft und ein starker Sport gehören zusammen – ökonomisch, gesellschaftlich und im Sinne einer vorausschauenden Präventionspolitik. Wennwir jetzt entschlossen handeln, kann eine Bewerbung umdie Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele in Deutschland zumkraft- vollen Impuls für Hamburg als moderne Leitregion für Gesundheit und Sport werden. Ihr Norbert Aust Präses der Handelskammer Hamburg WWW.HANDELSKAMMER-HAMBURG.DE 3 AUF EIN WORT FOTOS: MIKE SCHAEFER (TITEL + EDITORIAL) . - .
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