APRIL/MAI 2026

Olympia in Hamburg Das weltweit größte Sportereignis wäre eine riesige Chance für Hamburg und ganz Nord- deutschland – etwa durch Milliardeninvestitionen, die langfristigen Nutzen brächten. Wann die Olympi- schen und Para- lympischen Spie- le an welchen Or- ten stattfinden, entscheidet das Internationale Olympische Ko- mitee (IOC) in Partnerschaft mit dem Internationa- len Paralympi- schen Komitee (IPC). Für 2028 wurde Los Ange- les bestimmt, für 2032 das australi- sche Brisbane. Da das IOC unter Präsidentin Kirsty Coventry aus Sim- babwe vermutlich auf eine „konti- nentale Rotation“ setzen wird, könn- te 2036 wieder Asien dran sein. Auch über erst- malige Spiele in Afrika 2036 oder 2040 wird spekuliert. Demnach wäre spätestens 2044 wieder Europa an der Reihe – und damit vielleicht Hamburg. Die Stadt müsste sich aber zunächst im nationalen Vor- entscheid im Sep- tember 2026 durchsetzen. Das Hamburger Olympia-Konzept will die Infrastruktur stärken und das Potenzial vorhandener Orte für die Spiele nutzen – etwa die Dove Elbe oder das Heiligengeistfeld. Modernisierte Sporthallen stehen später dem Breitensport zur Verfügung. schonung. Die Stadt will rund 100 Sportstätten mo- dernisieren und neue ins Stadtbild integrieren. „78 Prozent der Wettkampfstätten bestehen bereits, 22 Prozent werden temporär errichtet, zum Beispiel das Beachvolleyball-Stadion auf dem Heiligengeist- feld“, wirbt das Konzept. Neubauten allein für die Spiele sind bewusst nicht geplant. Das neue Leichtathletikstadion im Volkspark soll unabhängig vom Erfolg der Kandida- tur entstehen, das geplante Olympische Dorf in Bah- renfeld später zumWohnen genutzt werden. Zudem will sich Hamburg – Stichwort Paralympics – zur barriereärmsten Metropole Deutschlands entwi- ckeln und eine „olympische Generation“ durch inten- sive Sportförderung bei Kindern prägen. Olympia als Chance für Hamburg Was bringt Olympia der Hansestadt? Das Olympia- Konzept betont unter anderem den Beitrag, den die Spiele für Inklusion und Lebensgefühl, Arbeitsplatz- sicherung und Klimaschutz leisten könnten. Die Me- R ichtet Hamburg 2036, 2040 oder 2044 die Olympischen und Paralympischen Sommer- spiele aus? Der Deutsche Olympische Sport- bund (DOSB) bereitet derzeit eine Bewerbung für gleichdrei Jahrgänge vor –undnebenMünchen, Berlin und der Region Rhein-Ruhr hat auch die Hansestadt ein Bewerbungskonzept eingereicht. Ende September kürt der DOSB den endgültigen deutschen Kandida- ten. Zuvor stimmt die Hamburger Bevölkerung am 31.Mai ineinemReferendumüber dieBewerbung ab. Dabei ist die Stadt bemüht, besondere Akzente zu setzen: Wie das Olympia-Konzept ausführt, sollen die Spiele kompakt, nachhaltig und stadtnah wer- den, fern jeder Gigantomanie. Rund 85 Prozent der Wettkampfstätten, so die Planung, liegen in einem Radius von sieben Kilometern. Das sorgt für emissi- onsarme Mobilität und eine einzigartige Stimmung mitten in der Stadt. Wie in Paris 2024 sollen die schönsten und iko- nischen Orte der Metropole in Szene gesetzt werden, oberstes Gebot sind Nachhaltigkeit und Ressourcen- HAMBURGER-WIRTSCHAFT.DE 16 ILLUSTRATION: MOKA-STUDIO; FOTO: BDO OLYMPIA- BEWERBUNG

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