APRIL/MAI 2026
Fans singen im Juli 2024 beim Konzert der US-Sängerin Taylor Swift vor dem Volksparkstadion: Moderne Sportarenen ermöglichen auch Großveranstaltungen abseits des Sports, was eine enorme wirtschaftliche Kraft entfalten kann. 6284 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte di- rekt in der Branche arbeiteten. Moderne Stadien und Arenen, die im Alltag dem Breiten- und Spitzensport zugutekommen, ermög- lichen zudem Großveranstaltungen abseits des Sports, die große wirtschaftliche Kraft entfalten kön- nen. Als Popstar Taylor Swift während ihrer „Eras“- Tour im Juli 2024 zwei Konzerte in Hamburg gab, stiegen die hiesigen Gastronomieumsätze im Ver- gleich zum Vorjahr um 15 Prozent, die Ausgaben für Unterkünfte um neun Prozent. Ökonomen prägten für diese kurzfristigen wirtschaftlichen Effekte sol- cher Mammutevents auf Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel und Image des Aufführungsortes sogar den Begriff „Swiftonomics“. Sport als Querschnittsbranche Prof. Michael Berlemann, Leiter des HWWI und Mitautor der Sportstudie, ist überzeugt, dass „Sport als Wirtschaftsfaktor lange Zeit unterschätzt wurde, weil er als Querschnittsbranche mit vielen anderen Branchen verwoben ist“. Doch mit der An- zahl der direkten, indirekten und induzierten Ar- beitsplätze rangiere er nur knapp hinter Airbus, dem größten privatwirtschaftlichen Arbeitgeber der Stadt. „Gäbe es also keinen Sport in Hamburg, wäre es in etwa so, als fiele der größte Arbeitgeber weg“, so Berlemann. Fitnessbegeisterte Großstadt Die Hansestadt ist aber auch unabhängig von sport- lichen Großveranstaltungen im positiven Sinne „fit- nessverrückt“. Laut einer aktuellen Studie gab es 2024 insgesamt 245 Fitnessstudios im Stadtgebiet, also rechnerisch eine Anlage für 7796 Personen. Hamburg liegt damit an der Spitze der Bundesländer und weit über dem Durchschnitt (9277 Personen pro Anlage). Rund 324 000 Menschen trainierten 2024 in Hamburg in einem Fitnessstudio: 17 Prozent der Be- völkerung – mehr als in jedem anderen Bundesland (Deutschland gesamt: 13,8 Prozent). Hinzu kommen die Mitglieder der Hamburger Sportvereine. Nach dem Corona-bedingten Mitglie- derschwund auf knapp 500 000 im Jahr 2022 mel- dete der Hamburger Sportbund (HSB) im Februar ei- nen neuen Rekord: 621 468 sportbegeisterte Men- schen, davon 176 855 unter 18 Jahren, seien Mitglied in den 864 Mitgliedsorganisationen des HSB – die meisten beim HSV und dem FC St. Pauli. Diese die- nen auch als Aushängeschild für die Stadt, die neben ihrer überaus sportbegeisterten Bevölkerung auch hochklassige Sportevents zum Ansehen und eine Reihe von Bundesligisten bietet – nicht nur im Fuß- ball, sondern auch in Sportarten wie Schach, Hand- und Basketball, Polo, Cricket oder Hockey. Die Hamburger Politik fördert den Trend zur ak- tiven Bewegung. So wollen die Regierungsparteien Studie Die HWWI-Studie „Die wirtschaft- liche Dimension des Sports in Hamburg“ zum Download: www. handelskammer- hamburg.de/ sportstudie HAMBURGER-WIRTSCHAFT.DE 14 FOTOS: CHRISTIAN CHARISIUS/DPA, MATHIAS SCHULZ/ACTION PRESS
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