APRIL/MAI 2026
Gäbe es keinen Sport in Hamburg, wäre es in etwa so, als fiele der größte Arbeitgeber weg PROF. MICHAEL BERLEMANN Stiftung Auch die 2002 von der Handels- kammer und der Hansestadt ge- gründete „Stiftung Leistungssport“ stärkt dem Sport den Rücken. Sie fördert Hamburger Sportverbände, -vereine und -in- stitutionen in den Bereichen Talent- management, Nachwuchsförde- rung und Spitzen- sport. Außerdem unterstützt sie Programme zur Entdeckung junger Talente, verbessert Trainingsbedin- gungen durch Mitfinanzierung von Trainerstellen, Sportgeräten und Trainingslagern und begleitet Spit- zenathletinnen und -athleten über TEAM HAMBURG auf demWeg zu Olympischen und Paralympischen Spielen. Ziel ist es, Hamburg als at- traktiven Standort für leistungsorien- tierten Sport lang- fristig zu profilie- ren. Mehr Infos: www.stiftung- leistungssport.de Beim „Kids Race“ der Cyclassics starteten 2025 mehr als 200 Kinder und Jugendliche im Alter von 2 bis 12 Jahren. Der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Michael Berlemann ist Wissenschaftlicher Direktor des HWWI. → W elche wirtschaftliche Bedeutung hat der Sport für Hamburg? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine Anfang Februar prä- sentierte neue Studie des Hamburgischen WeltWirt- schaftsInstitutes (HWWI). Das positive Ergebnis für die nicht immer leicht zu erfassende – weil komplex verzweigte – Branche: Die gesamtwirtschaftliche Wertschöpfung des Sportsegmentes summierte sich 2023 auf 5,3 Milliarden Euro. Und jeder Euro, der in Hamburg im Sport ausgegeben wird, generierte eine Bruttowertschöpfung von 2,40 Euro. Die Branche strahlt also stark auf andere Wirt- schaftszweige ab. Unter anderem profitieren Gastro- nomie, Hotellerie, Einzelhandel, Veranstaltungs- technik und Medien, die über Sportereignisse be- richten. Wer Sportveranstaltungen besucht oder selbst an ihnen teilnimmt, benötigt entsprechende Ausrüstung. Vor, während und nach dem Event wol- len die Zuschauenden gegebenenfalls essen und trin- ken – und auch die Teilnehmenden brauchen Ver- pflegung. Wer von auswärts kommt, benötigt eventu- ell ein Hotel. Und mit einem Trip zum Bundesliga- spiel, Marathon oder Triathlon, den Cyclassics oder dem Tennisturnier am Rothenbaum lässt sich auch Shopping oder ein Musical-Besuch verbinden, was wiederum für Umsatz sorgt. Laut der Studie generierten etwa die ADAC Cyclassics im August 2025 insgesamt knapp 2,6 Mil- lionen Euro an touristischen Ausgaben – davonmehr als eine Million Euro allein für Verpflegung. Einen Monat zuvor, beimWorld Triathlon Hamburg, waren es rund zwei Millionen Euro. All diese Veranstaltun- gen dienen zudem als eine Art Werbesendung für Hamburg. Allein die TV-Berichterstattung zu den Cyclassics erreichte laut Veranstalter 1,87 Millionen Zuschauende. Ähnlich überdurchschnittlich ist ein anderer Kennwert: der Beschäftigungsmultiplikator. Mit 2,3 fällt er beim Sport ähnlich hoch wie bei der Bruttowertschöpfung aus. Ein Arbeitsplatz im Sportsektor sichert also insgesamt 2,3 Arbeits- plätze. Laut Schätzung des HWWI hingen 2023 in der Hansestadt insgesamt 14 744 Hamburger Arbeitsplätze mit Sport zusammen – während WWW.HANDELSKAMMER-HAMBURG.DE 13 WIRTSCHAFTSFAKTOR SPORT . - .
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