APRIL/MAI 2025

BIRGIT REUTHER EDIH Als Teil des EU- Programms „Digi- tales Europa“ ent- stand ein Netz von europäischen digi- talen Innovations- zentren (EDIH), um vor allem KMU und öffentliche Verwaltung bei der digitalen Transformation zu unterstützen. In Hamburg gehören zum EDIH-Öko- system der „Digi- tal Hub Logistics & Commerce“, das ARIC, die Techni- sche Universität Hamburg (TUHH), die Handwerks- kammer, die Hochschule für Angewandte Wis- senschaften (HAW Hamburg) und das „Hamburger Infor- matik Technolo- gie-Center“ (HITeC). Partner- schaften unterhält das EDIH in Ham- burg mit der Han- delskammer, der Innovations Kon- takt Stelle (IKS) sowie der Behörde für Wirtschaft und Innovation. gie. Auf Essen und Gastronomie fokussiert sich seit 2020 das foodlab in der HafenCity – mit Co-Working- Space, Testküche und Restaurant. Und mit einem Netzwerk aus Gastronomie und Handel. „Mein Team und ichwollen die Gründungsbedingungen für Start- ups im Food-Bereich verbessern“, erklärt Geschäfts- führerin Christin Siegemund. „Unter den Top-Fünf-Bran- chen der Start-ups sticht der Be- reich Food in Hamburg im Ver- gleich zu anderen Standorten hervor“, bilanziert der „Hamburg Startup-Monitor 2025“. „Gerade in dieser Branche geht allerdings vielen Geld und Luft aus, bevor das Bürokratische geregelt ist“, konstatiert Siegemund. Damit die Ideen rund ums Essen in ein solides Business münden, bietet das foodlab sechs Teams im Jahr ein Accelerator-Programm an – mit Workshops von Recht bis Einkauf sowie mit Produktionsstätten- Besuchen. Zum Finale präsentieren die Teilnehmen- den ihre Neuentwicklungen in einemPop-up. 52 Konzepte vom veganen Käse „Vanozza“ bis hin zum koreanisch inspirierten „That’s Kimchi“ konn- ten sich im foodlab bereits ausprobieren und pro­ fessionalisieren. „Rund 60 Prozent der Projekte exis- tieren noch, das ist eine sehr gute Quote“, betont Christin Siegemund. Ein innovativer Hotspot mit nachhaltigem Wert. „Das foodlab ist ein Nährboden, um Trends zu entdecken und auf ihre Relevanz zu überprüfen.“ Ein eigener Showroom imARIC veranschaulicht, wie sich die Zukunftstechnologie effektiv anwenden lässt. Von der Flugabfertigung bis zu autonom fah- renden Liefershuttles. Bei mehr als 100 Führungen pro Jahr vermittelt das ARIC dort KI-Kompetenzen und gibt zudem mit Trainings und Events wichtige Impulse in Unternehmen hinein, etwa bei Fragen zu KI-Strategien und Talentsuche. Rund 120 Orga- nisationen gehören zur ARIC- Community, darunter Unter­ nehmen wie Hapag-Lloyd, aber auch das Cluster für Medizintech- nik, Biotechnologie und Pharma „Life Science Nord“. DiePluralität anHotspots, För- derangeboten und Netzwerken in Hamburg erachtet Alois Krtil als sinnvoll. Vor allem für eine Gründung mit KI sieht er sehr gute Bedingungen. DerTech-Expertewünscht sich jedochmehrMut inBe- zug auf Venture Capital (Wagniskapital), um innovative ProdukteundGeschäftsmodelle skalierbar zumachen. Das ARIC versteht Krtil als Knotenpunkt vor allem im KI-Kosmos Europa, der sich in Hinblick auf die USA und Asien selbstbewusst aufstellen muss. Mit seiner Institution möchte er dazu beitragen, ein positiveres Narrativ für Hamburg und Deutschland zu entwickeln. Jenseits von „Klein-Klein“ und „Ja, aber“. Um Ideen auf den Weg zu bringen, die dann irgendwann groß gedacht werden können, gibt es zahlreiche Institutionen in der Stadt. Etwa die Ham- burg Kreativ Gesellschaft mit ihren Inkubator-Pro- grammen für Gaming, Medien und Musiktechnolo- Auf Essen und Gastronomie fokussiert sich seit 2020 das von Geschäftsführerin Christin Siegemund (Foto rechts) geleitete foodlab in der HafenCity – mit Co-Working-Space, Testküche und Restaurant. Das foodlab ist ein Nährboden, um Trends zu entdecken und auf ihre Relevanz zu überprüfen. CHRISTIN SIEGEMUND HAMBURGER-WIRTSCHAFT.DE 40 FOTOS: VIVIANA D'ANGELO, BRITA PLATH

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