APRIL/MAI 2025
Wie soll die Balance zwischen bewährten Technologien und disruptiven Innovationen gelingen? Innovativ zu sein liegt in unserer DNA, das war und ist unser Erfolgsfaktor. Wie Sie richtig sagen, unterscheiden wir zwi- schen der Weiterentwicklung bestehender Technologien und Lösungen auf der einen Seite und ganz neuen, bahnbrechen- den Innovationen auf der anderen. Dazu bauen wir einen zwei- gleisigen Innovationsprozess auf, denn disruptive Innovatio- nen erfordern ein agileres, auf Sprints basierendes Vorgehen – versuchen, wiederholen, versuchen, wiederholen. Während die sogenannte inkrementelle Weiterentwicklung, also das stetige Verbessern unserer Lösungen, einen eher klassischen Ansatz braucht. Wie können junge Talente undMitarbeitende, die seit Jahr- zehnten im Unternehmen sind, gemeinsam innovative Technologien hervorbringen? Wir bilden weltweit gemischte Teams mit unterschiedlichen Perspektiven. Eines unserer aktuellen Projekte ist der Design- Vereinfachungsprozess für den asiatischenMarkt. Unser Team in Malaysia schaut sich beispielsweise die Filtermaschine KDF 2Neo an, wie sie einfacher konstruiert werden kann, um den Anforderungen unserer Kunden dort noch besser gerecht zu werden. Wir haben begonnen, global Ideen zu sammeln und nach Bergedorf in die Entwicklungsabteilungen zu übermit- teln. Das bringt ganz neue Blickwinkel und Ideen. Wir nennen das „Reverse Region“. Beim „Global Innovation Index 2024“ rangiert Deutsch- land nur auf Platz neun, führende Länder sind Schweiz, Schweden, USA und Singapur. Was macht für Sie einen Innovationsstandort aus? Ein Innovationszentrum braucht verschiedene Dinge. Erstens muss ein Entwicklungsökosystem vorhanden sein mit Start- ups, Universitäten, Acceleratoren – also Beschleunigern von neuen Geschäftsideen – und Unternehmen, die bereit sind zu investieren. Das Zweite ist eine unterstützende Politik mit För- derprogrammen. Drittens geht es darum, einen Ort zu schaf- fen, dessen Arbeitskultur und -umgebung für Talente attraktiv ist. Diese drei Komponenten machen einen guten Innovations- standort aus. Wo stimmt die Mischung? Es gibt viele Orte wie Berlin, Singapur, in den USA das Silicon Valley. Aber auch Hamburg versucht, Start-ups und Accelerato- ren aufzubauen. Kürzlich hatte ich ein Gespräch mit Vertretern der Technischen Universität Hamburg. Sie wollen eine stärker global ausgerichtete Perspektive einnehmen und mehr interna- tionale Studierende motivieren, nach Hamburg zu kommen und ihre Ideen einzubringen. Auch die Hamburger Zukunftsstiftung verfolgt den richti- gen Ansatz. Wir sind noch nicht am Ziel, aber es gibt deutliche Anstrengungen, was schon ein Schritt mehr ist als an vielen an- deren Orten. Wir bilden weltweit gemischte Teams mit unterschiedlichen Perspektiven. 30 HAMBURGER-WIRTSCHAFT.DE
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