April 2018
HAMBURGER WIRTSCHAFT 04 / 18 IM FOKUS 60 TOURISMUS Das Bergedorf-Netzwerk Im Südosten Hamburgs wird deutlich, wie lokale Netzwerke den Bezirk bekannter machen können und damit den Tourismus in der Hansestadt ankurbeln. W aren Sie schon einmal in Berge- dorf, etwa im Freilichtmuseum Rieckhaus? Haben Sie schon einmal die KZ-Gedenkstätte Neuengamme besucht? Oder sind Sie auf der Dove-Elbe gepaddelt? „Bergedorf ist schön und hat als Ausflugziel viel zu bieten. Das wissen leider noch zuwenige Hamburger und Touristen, das gilt es zu ändern“, sagt Sarah Staub, Projektleiterin bei der Agentur für Touris- mus- und Regionalentwicklung „inspek- tour“. Seit Sommer letzten Jahres ist sie Tourismusmanagerin des Bezirks Berge- dorf, der 321 Unternehmen aus Gastrono- mie und Tourismus zählt. Stark gemacht für die Einführung der auf ein Jahr ausgelegten Stelle, die zu je- weils 50 Prozent von der Bezirksversamm- lung und der Wirtschaftsbehörde finan- ziert wird, hat sich unter anderem die Arbeitsgemeinschaft Bergedorf-Touris- mus im Verein „WSB – Wirtschaft und Stadtmarketing für die Region Bergedorf e. V.“. Dabei handelt es sich um einen 2002 gegründeten Zusammenschluss von der- zeit rund 40 Unternehmen aus Bergedorf und den Vier- und Marschlanden mit tou- ristischer Ausrichtung, darunter Boots- und Fahrradverleiher, Schifffahrtslinien, Stadtführer, Hoteliers und Gastronomen. „Wir machen uns auf ehrenamtlicher Basis dafür stark, das Tourismusnetzwerk auszubauen, die Vernetzung der Anbieter zu fördern, den Bekanntheitsgrad von Ber- gedorf bei den Bewohnern der Metropolre- gion zu steigern und auch Gästen, die nach Hamburg kommen, diese Seite der Hanse- stadt nahezubringen“, erläutert die Leiterin der Arbeitsgemeinschaft, Claudia Ehleb- racht. Und schließlichwolleman auch zum wirtschaftlichen Erfolg und einem gesun- den Wachstum der entsprechenden Be- triebe beitragen. Seit Sarah Staub als Tourismusmana- gerin imAmt ist, ist eineMenge passiert. So wurde eine Befragung unter Bergedorfer Unternehmen durchgeführt, die imTouris- zirk, der schon früher ein beliebtes Aus- flugsziel war, als er noch nicht zumStadtge- biet gehörte. „Die Grundlage für die weitere Arbeit ist gelegt undwir haben es geschafft, dass Bergedorf jetzt auf der touristischen Landkarte besser zu sehen ist. Jetzt müssen wir mit Projekten konkreter werden, um mehr ins Bewusstsein unserer Zielgruppen zu rücken und attraktiv für sie sein“, so Staub. Zudem möchte Bergedorf verstärkt an das bestehende professionelle Touris- musmarketing der Hamburg Tourismus anknüpfen. Sofern die finanzielle Situation es erlaubt, sollen schon bald konkretere Projekte angeschoben werden, etwa im Bereich Radfahren. eBike-Ladestationen wären ein guter Anfang. Die Finanzierung des Tourismusmanagements Bergedorf über den Juni 2018 hinaus ist derzeit unge- wiss. Sarah Staub: „Es wäre schade, wenn die ganze Basisarbeit, die zu leisten es in Bergedorf nötig war, nun nicht in weitere konkrete Ergebnisse umgesetzt werden könnte.“ mus aktiv sind. Ergebnis: Der Bezirk muss als Ausflugsziel nicht nur präsenter wer- den, sondern auch näher an Hamburg her- anrücken. Daraufhinwurden die Fokusthe- men „Hamburg, Landschaft, Wasser und Erlebnis“ definiert. Ins Leben gerufen wurde auch eine Steuerungsgruppe, die sich einmal pro Monat trifft, um sich abzu- stimmen und zukünftige Aktivitäten zu planen. Input holt sie sich auch von exter- nen Fachleuten wie der Handelskammer und der Hamburg Tourismus GmbH. In- folge der Ergebnisse aus den Gesprächen und Recherchen ist eine Broschüre entstan- den, ein Messeauftritt organisiert und es konnten für Leistungsträger Türen geöffnet werden, die sie allein vielleicht nicht aufbe- kommen hätten. „Wir haben auf jeden Fall von der Reisen-Messe profitiert. Gäste ha- ben Kontakt zu unserem Betrieb gesucht, um ein Zimmer zu einem bestimmten Ter- min zu buchen – und haben dann auch gleich ihre Familienfeier in unseremHause veranstaltet“, erklärt Sylvia Bartels-Strang- mann vom Hotel Bergerdorfer Höhe. „Die- ses Netzwerk unter uns Tourismusakteuren hilft, schnell auf bestimmte Aktionen zu reagieren. Man kann untereinander koope- rieren, auf Nachfragen schnelle Antworten bekommen, gemeinsame Aktionen oder Veranstaltungen organisieren.“ Tourismusmanagerin Sarah Staub be- tont außerdem, dass es auch mit den Tou- rismusakteuren in Harburg einen steten Austausch gäbe: „Dort hat sich ein starkes Netzwerk von Unternehmen gebildet, die vom Tourismus profitieren. Sogar einen Planmit konkreten Ansiedlungsflächen für neue Hotels in Harburg hat man dort ge- meinsam mit dem Bezirksamt schon erar- beiten können.“ Mit dem bislang Erreichten sind die Initiatoren des Projekts zufrieden. So sei Bergedorf jetzt zumBeispiel in den sozialen Medien deutlich präsenter und auch die Presse habe schon vielfach berichtet. Das lockt auch viele „Hamburger“ in den Be- Chan Sidki-Lundius redaktion@hamburger-wirtschaft.de Telefon 36138-396 Suchen Sie in Bergedorf Anschluss an die lokale Wirtschaft? Der Ausschuss Bergedorf unserer Handelskammer tagt regelmäßig vor Ort und lädt zu Netzwerk- veranstaltungen ein. Ansprechpartner ist Christian Graf ( christian.graf@hk24.de ; Telefon 36138-344 ). Sie möchten in Ihrem Bezirk das Tourismusnetzwerk stärken? Ansprechpartner für unsere Interessens- und Werbegemeinschaft ist Heiner Schote ( heiner.schote@hk24.de ; Telefon 36138- 275 ). Für Fragen und Kontakte rund um den Tourismus in den Bezirken, melden Sie sich gerne bei Antje Forytta ( antje.forytta@ hk24.de ; Telefon 36138-491 ). Netzwerke bilden
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