April 2018

10 HAMBURGER WIRTSCHAFT 04 / 18  UPDATE FOTOS: HENDRIK LÜDERS (2), STEFAN BUNGERT (4), STEPHAN WALLOCHA (3), NIKOLAS MAACK (5) „Die Brennstoffzellen der Kammerarbeit“ Für die Interessenvertretung der Hamburger Wirtschaft ist die Arbeit der Handelskammer-Aus- schüsse von zentraler Bedeutung. Künftig berichten wir darüber noch ausführlicher. S ie sprechen für den Hafen, den Handel oder den Hamburger Sü­ den. Sie sind aktiv im Geschäft mit Afrika und Energie, in der Finanzbranche oder der Digitalen Wirtschaft. Sie vertre­ ten die Dienstleister, fördern die Innova­ tion am Standort, befassen sich mit Rechtsfragen oder mit der Berufsbildung. Rund 850 Unternehmerinnen und Unter­ nehmer engagieren sich derzeit ehren­ amtlich in den Ausschüssen unserer Han­ delskammer – für Sie und für rund 162000 andere Mitgliedsunternehmen. In regelmäßigen Sitzungen, Arbeits­ gruppen und Projektinitiativen tragen die Ausschussmitglieder entscheidend dazu bei, dass die Handelskammer, ihr Präsi­ dium und ihr Plenum den gesetzlichen Auftrag gemäß § 1 IHK-Gesetz erfüllen können: die Ge­ samtinteressenvertre­ tung der Wirtschaft, auch die Beratung von Behörden und Politik. Die Handelskammer setzt dabei auf mei­ nungsstarke Vielfalt. Demokratisch und zu­ nehmend transparent sollen Wünsche und Ansichten der Mit­ gliedsunternehmen ermittelt und in die Gremienarbeit einge­ bracht werden – wich­ tige Eckpunkte des Strategiepapiers „Vi­ sion und Mission“, das in der Plenarsitzung im Dezember verab­ schiedet wurde. „Das funktioniert natürlich nur, wenn wir der Hamburger Wirtschaft tatsächlich in ihrer ganzen Vielfalt auch Gehör ver­ schaffen“, stellt Handelskammer-Präses Tobias Bergmann fest. „Das Plenum mit seinen 66 Mitgliedern kann das alleine nicht leisten. Die vorbereitende inhaltli­ che Arbeit, die tiefere inhaltliche Diskus­ sion findet vor allem in den Ausschüssen statt.“ Folgerichtig hat das neue Plenum nach der letzten Kammerwahl als eine der ersten Amtshandlungen die Ausschüsse institutionell gestärkt. Die Vorsitzenden der Ausschüsse haben seither Rede- und Antragsrecht in der monatlichen Plenar­ sitzung; das war bis dahin den urgewähl­ ten und kooptierten Plenarmitgliedern vorbehalten. Ab der Plenarsitzung vom 5. April stellen Ausschussvorsitzende im Ple­ num auch aktuelle Projekte aus der Aus­ schussarbeit vor – und da gibt es viel zu berichten. Es sind zumeist die großen Themen, die in den 12 Branchen- und 24 Fach- und Regionalausschüssen behandelt werden. Die Branchentrends und Politik-Initiati­ ven. Der Wettbewerb der Standorte. Die Digitalisierung. Die Bürokratie. Die Zu­ kunft der Arbeit. Der Fachkräftemangel. Bevor die Handelskammer eine Posi­ tion bezieht, hat es in der Regel eine in­ tensive Auseinandersetzung in den Aus­ schüssen gegeben, wo Unternehmerinnen und Unternehmer ihr praktisches Know- how einbringen. Die neue Hauptge­ schäftsführerin Christi Degen bringt es auf den Punkt: „Die Ausschüsse sind die Brennstoffzellen der Kammerarbeit! Hier kommen Ehrenamt und Hauptamt zu­ sammen, hier kom­ men auch große und traditionsreiche Un­ ternehmen mit jungen Wilden zusammen und arbeiten sehr er­ folgreich an gemeinsa­ men Positionierun­ gen.“ Oft geben auch Gäste aus Politik, Ver­ waltung oder der For­ schung in den Sitzun­ gen Einblick in ihre Themenfelder oder tragen zum Diskurs bei. So präsentierte zum Beispiel der neue O b e r b a u d i r e k t o r Franz-Josef Höing jüngst dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Immobilienwirt­ schaft aktuelle Bau­ projekte der Freien und Hansestadt. Tim Ausschuss für Handel, 14.2.2018 : In großer Runde trafen sich die Aus- schussmitglieder aus Hamburg und Schleswig-Holstein zu einer ge- meinsamen Sitzung, die Timo Weber, Geschäftsführer des Alsterhauses, moderierte. Udo Radtke von der GfK GeoMarketing GmbH stellte „Die Lage im Handel: Rückblick 2017 und Ausblick 2018“ vor. Eine angeregte Diskussion löste der Vortrag „Cyberkriminalität – worauf Sie achten müssen“ von Lena Mankel und Lars Schumann von der Risk.Ident GmbH aus. Zuvor berieten die Hamburger Ausschussmitglieder anlässlich eines Antrags des Plenarmitglieds Wolfgang Kaufholz über den intensi- ven Wettbewerb, dem sich die kleinen, inhabergeführten Fachgeschäfte ausgesetzt sehen, und darüber, wie die Handelskammer diese Unter- nehmen wirkungsvoll unterstützen kann.

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